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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-10-04 · Heft 41 (4.10.1847) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 41 (4.10.1847)
Date
1847-10-04
Page
Seite 2 (sequence 18)
Language
German
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2 sturm ist zu Ende, nicht wir sind die Inkurabel», im Gegentheil warm erglüht unser Herz und mächtig ist noch der Pulsschlag für alles Bessere und Edle, für die wahre und zweckmäßige Reform im Judenthum. Sie gehen häufig nach Kreuth, um dem Olom immer wieder was weiß zu machen! Nicht wir entweihen den heiligen Schabbos, sondern wir beten alle Samstage, weil wir da ausruhen von den Mühen der Woche, inbrünstig, (zwar auf deutsch,) Gott möge unsere Nachkommen, unsere Verwandten mit einem bessern Führer beglücken, der ihnen sage, was den Menschen ziert, der sie leite, wenn sie vom rechten Wege abweichen wollen, der ihnen die Liebe zur Arbeit und den Rechtlichkeitssinn, Dinge, die wir nicht immer von unseren Altvodern gelernt, beibringe; der der Jugend verkünde, was den Menschen zum Menschen stempelt, der nicht den alten Pharisäern gleich, ewig und immer von eitlen Zeremonien spricht, von den wahren Grundpfeilern aller Religionen der Welt aber, Tugend und wahrer Moral, keine Erwähnung thut, als seien dies Dinge, die sich auch in unkultivirten Menschenherzen fänden, die aufwüchsen ohne einer Pflege zu bedürfen. Wir wünschen einen Rabbi, der da predigt recht, und vom Recht, und hauptsächlich handelt recht. Der im Lichte des Herrn wandelt und nicht ewig die Finsterniß verkündigt, der sich der Wittwen und Waisen annimmt mit väterlichem Sinne, ihnen geistiges Licht spendet, und sie unter seine Obhut nimmt; der die Armen beschirmt und für sie sorgt, die Armen, die Kranken mit wahrem Trost versieht; nicht aber die Faulen, die Trägen aufmuntert, daß sie in süßem Nichtsthun auf die alleinige Hilfe Anderer warten sollen. Einen solchen Rabbi wollen und möchten wir, der nicht jedem Lug und Trug Thür und Thor öffne, sondern die Guten von den Schlechten sondert, im Nolhfalle, wenn sich's um das Wohl der Gemeinde handelt, solche schofle Individuen selbst der Gerichtsbarkeit zu übergeben sich nicht scheut. Der die Jugend, und hauptsächlich die Jugend des Samstag lehre, ihnen Dinge sage, die jeder Mensch jeder Konfession als Mensch wissen muß, und der auch nebenbei gute Bücher, seien sie deutsch oder hebräisch, ihnen beizubringen suche; — mit einem Worte, der unterstütze Elementar- und Religionslehrer in ihrem unter solchen Umständen so dornenreichen, penibeln Amte und der den Frieden mit Gott und seinem Gewissen dem mit seinem Weibe vorzieht. Kurz wir verlangen und wünschen Einen, der selbst ehrlich ist, und Ehrlich- und Rechtlichkeitssinn seiner Gemeine predige, der nicht im Besitzthum irdischer Güter allein, sondern in Ausübung des Rechten, Rechtlichen und Guten das Paradies von Dies- und Jenseits malt, und daran glaubt, und darnach handelt für und für, jetzt und in Ewigkeit! Und nun Herr Rabbi, Sie von dem, wenn irgend wie der Nahrungsstand abgenommen, der Urquell und Born jeglichen Uebels ausgegangen, öffentlich und in den Augen des Gebildeten und rechtlichen Judenthums, und vor diesem allein wollen wir Rede stehen, nennen wir ihre Worte, daß wir dem Orte irgendwie Schaden zugefügt, seinen Verfall herbeigeführt, für niedrige Verleumdung und Unwahrheit. Sie sind's, und Sie allein, der Sie ein Treiben ein Dezennium mit angesehen, das, sei er wessen Glaubensbekenntnisses er immer wolle, Niemand mit einer rechtlichen Ader im Herzen ansehen konnte, durfte! Nicht mit einer Sylbe, wir fordern Jeden in der Gemeinde, und der Feinde zählen wir Viele, dafür zum Zeugen auf, haben Sie jenes Treiben gerügt, getadelt, beleuchtet! Wenn irgendwo, so paßt hier das Sprichwort: wer schweigt, stimmt mit ein!!! — Und doch war unter den jetzt schwer Gestraften Mancher zwar leichten und schwachen Sinnes, im Grunde aber nicht bösen Herzens, der durch ein offenes, redliches und rechtliches Wort von Ihrer Seite auf den rechten Weg wieder zurückzuleiten gewesen wäre! Darum u-W u-W, nicht -Qiw .i2--w! Kehr' Du, nicht wir zurück! Wir fürchten Ihre giftigen Pfeile nicht, wir beben vor Luftschüffen nicht zurück, Sie werden uns nie im Falle der Nvth meineidig zu machen im Stande sein, wir beten und glauben an Gott Mosis, am Jehofa der Heerschaaren, an dem Herrscher, Lenker und Regierer der Welten. Bei Ihm und zu Ihm werden wir schwören, wenn's die eiserne Nothwendigkcit erheischt, die Wahrheit irgendwie zu erhärten! Immer und immer von sogenannter Nahrungslosigkeit sprechen! Wissen Sie nicht, daß dies Todsünde ist gegen Gott, König und Vaterland? Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brod essen, hat seine Kraft als Fluch verloren. Wir wissen aus Erfahrung, daß in diesem Falle das Brod süßer schmeckt, denn alle Kapores auf Jaumkipur! Arbeit! Arbeit, und «blassen von eitlem Flittergold, von Prunk und

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