Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 41 (4.10.1847)
- Date
- 1847-10-04
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zur Allgemeine« Zeitung -es Judenthums» No. 4L. „Meine Person will ich gerne preisgeben, man mag mich in den Zeitungen „schmähen; um daS Wort Gottes nicht preis zu geben, gebe ich meine Person „preis." (Worte des Rabbiners Schwarz ans seiner Predigt.) ^o! Das war eigentlich seit 20 Jahren edeln Wirkens des edeln Herrn und Meisters sonstiger Text für diesen Lag, womit seine salbungsreiche Predigt begann; und da heute diese Worte erst am Ende der sogenannte Druscho standen, so wählen wir sie als Motto für unfern Text, und indem wir zum ersten und letzten Male snzä! bedeutungsvoll zurufen, geben wir durch das verehrliche Blatt der Allgemeinen Zeitung des Judenthums den Besseren unter uns Aufschluß, Rede und Antwort, also Es war Samstag den 18. September im Jahre 1847. Die Sonne sandte spärliche Strahlen und beleuchtete, wie seit Erschaffung der Welt, mit dürftigem Lichte die Synagoge Hürbens. Edle Frauen und Jungfrauen in festlichem Gewände, in Sammet und Seide und manchem Flittergold angcthan, sie zogen frommen Sinns, in Gemeinschaft mit den Herren gleicher Denkungsart, ein in den Tempel der Andacht und der Erbauung, eingepfercht und aufmerksam zu hören auf die Lehre und Weisheit, auf die musterhafte Beredtsamkeit des schwarzen, und mit Recht so oft angeschwärzten Herrn Rabbiners Schwarz, Mikfe- und Milbeninspektors und unkonzessionirten Erezjisroelerdhändlers in Hürden. Won Angstschweiß trieften im Woraus die Dummgläubigen, mit Zwiebeln versah sich eine große Menge der Zuhörer, das noch jetzt unter uns so zahlreiche Heer von Pharisäern, um im Falle der Noth Heuchlersthränen zu opfern auf den Baalsaltar der Lüge, um thränenden Beifall zuzunicken dem Lehrer, damit er auch ihnen helfe im Drange der Noth, in manchen verwickelten und verzwickten Lagen, und nicht vergesse der treuen Dienste, die sie heute am Schabbos nsnsän ihm geleistet. Durch solche Auspizien gestärkt, seines jedenfallsigen Beifalls gewiß, begann in aller Zuversicht der Mann mit konsequenter Inkonsequenz folgende Sentenzen öffentlich, ich sage nicht von der Kanzel, aber doch vom Ständer herab, vorzutragen. Voraus ging ein triviales Gleichniß mit einem Patienten, der innerlich krank, mit einem andern, dem's von Außen fehlte. „Die innerlich Kranken, das sind die Treffesfres- „ser, die Poschim, sie sind die Jnkurabeln, dieSchuf- „ten, die nicht halten unfern heiligen Schabbos; sie „haben den Werfall in unserm Ort, die leider große „Nahrungslosigkeit hervorgcbracht. Sie meinen, daß „sie groß sind und geachtet, wenn sie im Wirthshaus „fressen; im Gegcntheil machen sie groß Risches. Aber „ich will sie schon kriege, ich sag's hiemit öffentlich, „ich werde, wenn sich die Gelegenheit giebt, solche „Schfelim zum Eide nicht zulassen, ich werde sie mein- „cidig zu machen suchen." — Das sind die Worte des vcrchrlichen Rabbi!!! Wenn das Herz sich empört, wenn höchster Unwille und Zorn die sonst ruhigen Einsender Dieses, nicht gewöhnt in solch' gemeinem Koth sich zu wälzen, manch' für die verehrlichen Leser der Allgemeinen Zeitung des Judenthums unschickliches Wort diktirten, so bitten wir im Voraus um Entschuldigung. Es giebt Momente im Leben, wo auch der Verstand der Verständigsten wankt; und der Mensch in seinem höchsten und köstlichsten Kleinod, der Ehre, angegriffen, sucht sich zu schützen und zu schirmen, so gut er kann. Doch die Furcht, sie hat sich gelegt, der Haupt-