Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 39 (20.9.1847)
- Date
- 1847-09-20
- Page
- Seite 584 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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584 siörung Jerusalems, lieber diese drei Schriften werde ich mir erlauben, in dem nächsten Briefe ausführlich Dir meine Meinung mitzutheilen. Das Bedürfniß, die Geschichte der gewöhnlichen Lesewelt naher zu bringen, zeigte sich in der Arbeit Dessauer's, die als eine verfeblte vorübergegangen, so wie in der begonnenen des jungen Fri e dländers, die mir aber noch nicht zu Gesichte gekommen. *) (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Polen. Warschau, 24. August. Der neue Kriminalkodcr für das Königreich Polen, von dessen Erscheinung bereits früher berichtet worden ist, ist nun ausgegeben und tritt, wie bekannt, mit dem 1. Januar 1848 in Kraft. Das zweite Kapitel handelt über die „Verführung zum Uebertrilte vom Glauben". Wer durch Zureden oder andere Mittel Personen von einem christlichen Glauben zum Ucbertritte zu einem nichtchristlichen veranlaßt, verfallt „dem Verluste aller bürgerlichen Rechte und der Versendung zu schweren Arbeiten in Festungen auf die Zeit von 8 bis 10 Jahren". Wer freiwillig von einem christlichen zu einem nichtchristlichen Glauben Übertritt, „wird der geistlichen Behörde seines frühcrn Bekenntnisses Behufs Ermahnung und Belehrung überliefert und überdies, bis zur Rückkehr zum Ehristenthume, der Rechte seines Standes verlustig". Wer eine Person vom orthodoxen (russisch-griechischen) Glauben zum Uebertritte zu einem andern christlichen Bekenntnisse verleitet, wird bestraft: „mit Verbannung in das tomsker oder tobolsker Gouvernement und, falls er von den Leibesstrafen gesetzlich nicht befreit ist, mit Ablieferung an die Verbrecherrotten auf ein bis zwei Jahre". Ist dabei Gewalt gebraucht, mit „Verlust aller bürgerlichen Rechte und Niederlassung in Sibirien". Wer selbst vom orthodoxen zu einem andern christlichen Bekenntnisse übergeht, wird „der geistlichen Behörde überliefert, damit sie ihn ermahne, belehre und mit ihm nach den kirchlichen Bestimmungen verfahre". (Schles. Z.) *j Ebenso wenig wie die Predigten desielben. Red. Frankreich. Mühlhausen (Elsaß), im September. (Privatmitth.) Der jährliche Bericht der hiesigen israelitischen Arbeitsschule ist diesmal ein wahrer Hilferuf. Es sind ihr so viele Subskribenten, ohne irgend eine Rechtfertigung abgcfallen, daß nur durch sehr viele Anstrengungen einige neue Subskribenten zu erlangen, und durch Unterstützung des Konsistoriums, des Maires k. ein Defizit vermieden, und der Bestand gesichert wurde. Die Ausgaben beliefen sich auf 9253 Frks., die Einnahmen auf8408 Frks., wozu aber 1850 Frks. Ueberschuß aus dem vorigen Jahre zur Hilfe kamen. Das schwere Jahr hat natürlich dazu beigetragen, die Ausgaben für den Unterhalt der Zöglinge zu mehren, die Einnahmen zu verringern. Bis jetzt sind 19 Handwerker und Künstler (in 5 Jahren) aus der Schule hervorgegangen, 21 befinden sich in ihr, die gänzlich erhalten werden, und 4 sind im Juli wieder ausgenommen worden. Der Bericht sagt, wären alle Subskibenten treu geblieben, so könnte sie bereits 30 Schüler erhalten. 20 sind bereits im Voraus eingeschrieben, und der Zudrang im Steigen. Allerdings wäre es eine unvertilgbare Schmach für die Juden im Elsaß, wenn sie diese segensreiche Anstalt sinken ließen! Italien. Rom, 28. August. (K. Z.) Am 21. August fand die feierliche Einführung des Genesaret Moses Israel Kazzan in die seit zwölf Jahren durch den Tod des Rabbiners Beer erledigte Stelle eines Oberrabbiners der israelitischen Gemeinde in Rom statt. Der neue Oberrabbiner ist in Jerusalem aus einem berühmten Geschlechte geboren, welches seit zehn Jahrhunderten durch Männer von außerordentlichem Geiste glänzte. Nachdem der Oberrabbiner im üblichen Ornate in die Versammlung der Gemeinde unter Absingung von Psalmen eingeführt worden war, las Herr Salvator Scala, Geheimschreibcr der Gemeinde, das Protokoll der Einführung vor, worauf Herr Samuel Aletri eine der Feierlichkeit entsprechende Anrede hielt. Der Oberrabbiner nahm hierauf das Wort, und mit einem Gebete für den Papst Pius und Ertheilung des Segens an die versammelte Gemeinde schloß die Feier. Der „Contemporaneo" theilt in