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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-09-13 · Heft 38 (13.9.1847) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 38 (13.9.1847)
Date
1847-09-13
Page
Seite 575 (sequence 11)
Language
German
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575 berliner Juden beherrschen, nicht wenig Nahrung jener Abstoßung geben und nährende Elemente hineinwerfen. Berlin, 5. September. (Privatmitth.) In einer vorigen Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung der Reformgenoffenschaft wurde das Budget bewilligt, und der Grundsatz über die Stellung der Mitglieder zur Gemeinde genehmigt, daß sie ihre Beiträge in die Gemeindekaffe ferner zahlen, hingegen auf einen Zuschuß aus derselben Anspruch machen wollen. — Der hier sich konstituirt habende Verein zur Pensionirung der jüdischen Lehrer und deren Wittwen soll sich lediglich auf Berlin beschränken. Deutschland. Frankfurt a. M., 19. August. (D.P.A.Z.) Die im Jahr 1843 dahier fundirte „H. S. Goldschmidt'sche Stiftung zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen", hat vor wenigen Lagen einen ansehnlichen Zuwachs und zugleich eine neue Branche ihrer wohlthätigen und gemeinnützigen Wirksamkeit erhalten. Die am 14. August dahingeschiedene hinterlaffene Wittwe des Gründers, Frau Karoline Goldschmidt, geb. Gans, eine in jeder Beziehung ausgezeichnete Matrone, hatte bei ihrer beständigen sorgfältigen Lheilnahme für das von ihrem sel. Gatten gestiftete gute Werk mit Leidwesen beobachtet, daß manche junge israelitische Handwerker sich nach durchgemachter Lehr- und Wanderzeit außer Stande gesehen, die vielen Hindernisse, welche dem unbemittelten Handwerksgesellen überhaupt, und dem Juden als Solchem noch besonders bei der gewerblichen Niederlassung an gar manchen Orten entgegenstehen, zu überwinden, und daher mitunter in den dreißiger Lebensjahren noch zum Nothhandel zu greifen genöthigt waren. Diesem Uebelstand nach Kräften zu steuern und vielleicht auch dadurch ein Beispiel für Viele zur Nachahmung in größerm Maßstabe zu geben, war das Bestreben der edeln Frau. Sie verordnete daher durch letztwillige Verfügung (Art. 1—3), daß aus ihrem Nachlasse der gedachten „H. S. Goldschmidtschen Stiftung" die Summe von fünftausend Gulden übergeben werden solle, mit der Bestimmung, daß die Zinsen dieses Kapitals zur Unterstützung angehender jüdischer Handwerker in der Art zu verwenden seien, daß denselben, sobald sie zur Erwerbung des Meisterrechts die nöthigen technischen und gesetzlichen Befähigungen besitzen, mit den erforderlichen Mitteln in Realien oder baarem Gelde an die Hand gegangen und die Gründung selbstständiger Werkstätten möglich gemacht werde. Findet dieses von einer ehrwürdigen Dame gegebene Beispiel, wie es von dem Wohlthätigkeitssinne der hiesigen Israeliten kaum anders zu erwarten steht, eifrige Nachahmung, so ist damit die Hebung eines großen Mangels und die Heilung eines höchst bedauerlichen Uebels in den jüdischen Zuständen begonnen, und die späten Geschlechter werden einst dankbar der hochherzigen Handlung der biedern Frau gedenken und deren Namen segnen. Aus Norddeutschland, 30. August. (Privatmitth.) Den 1. September tritt der von sämmtlichen Gemeinden zum Landrabbiner des Großherzogthums Mecklenburg-Strelitz gewählte Rabb. Kand. Herr Reichmann sein Amt an. — An demselben Tage übernimmt auch Herr vr. Einhorn in Mecklenburg-Schwerin sein Amt, indem Herr I)r. Hold heim als Prediger der Reformgenoffenschaft nach Berlin geht. — Beinah um dieselbe Zeit tritt auch Herr vr. Günsburg das Direktorat in Seesen an, obschon vorläufig provisorisch auf ein Jahr. Aus Württemberg, 29. August. (Privatmitth.) In dem Zeitraum von 1846—47 wurden zu Unterstützung unvermögender Gemeinden und Gemeindeparzellen bei dem Bauaufwand für Kirchen, Pfarr- und Schulgebäuden folgende Beiträge vom Staate bewilligt: zu Kirchen und Pfarrhausgebäuden in 6 Kirchengemeinden 3850 Fl., zu Schulhausbaukosten in 36 Gemeinden 16,605 Fl., und zu Baukosten israelitischer Schulen und Synagogen in 3 Gemeinden 1250 Fl. Unter letzt genannten ist die Gemeinde Pflaumloch, die zu dem Bau ihrer Synagoge 500 Fl. erhielt. Hält man die israelitische Bevölkerung der christlichen gegenüber, so hat man Ursache mit diesem Resultate vollkommen zufrieden zu sein. — Unsere israelitischen Nachbarn in Baiern haben alle Aussichten, daß sich ihr Loos verbessern wird. Das Volk ist bald für die gute Sache gewonnen, ja ist ihr im Voraus schon zugethan sobald die Regierung zeigt, daß es ihr Ernst ist einen Schritt vorwärts zu thun. Daß dies seine Richtigkeit habe

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