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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-09-13 · Heft 38 (13.9.1847) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 38 (13.9.1847)
Date
1847-09-13
Page
Seite 568 (sequence 4)
Language
German
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568 Gemeinden und Rabbinen die Mahnung nicht unterlassen, überall auf eine würdige Vollziehung der Trauung zu wirken; denn soll dieselbe das religiöse Moment der Ehe repräsentircn und wecken — so darf sie nicht abgeschmackt und widerlich sein, weil, wenn sie das nicht leistet, was sie soll, auch bald für viele Personen die Rechtfertigung einlritt, wenn sie sich mit der Zivilehe begnügen. Zeitungsnachrichten. Afrika. Der „Jewish inteligencer" enthält die Nachricht, daß eine große Menge jüdischer Kaufleute sich in Timbuktu *) niedergelassen hat und von dort einen ausgebreiteten Handel treibt. Eine große Schwierigkeit dabei ist der Mangel an Wasser bei dem Transporte der Güter, die in hölzernen, inwendig mit Blei ausgefüttertcn und äußerlich dicht mit Fellen bekleideten Kisten (um sie gegen die große Hitze zu sichern) verführt werden. Die Juden von Timbuktu machen in jedem Frühling die Reise nach Socham (?), einer Stadt in der Wüste Sahara, 36 Tagereisen von Mogador. Sie haben eine sehr dunkle Hautfarbe, sind aber nicht völlig schwarz. Sie kleiden sich wie die Mauren, nur mit dem Unterschiede, daß sie eine schwarze Kappe tragen. Oesterreich. Preßburg, 15. August. (Privatmitth.) Das Tagesgespräch in der hiesigen Gemeinde ist: die Ankunft des mährischen Landrabbiners Hirsch, die Persönlichkeit H irsch s, und die Richtung und Wirksamkeit Hirschs! Wenn die Einen sich nicht genug darüber wundern können, wie ein mährischer Landrabbiner nicht nur ohne Zobelmütze und Schubetza, sondern sogar in Quäcker und Pantalon erscheinen konnte; — wie er ohne rEOin nsbrt auszugeben und pi';n zu sagen, ja sogar ohne übliche rn2-n mron das Landrabbinat antreten konnte und bekleiden kann; — wenn die Einen sich nicht genug wundern können, wie er ohne die *) Tombuktu, Hauptstadt von Nigritien, in Mittelafrika. Augen zu verdrehen, oder sie tief zur Erde zu senken, ohne in jedes Wort ein rr^va-Wörtchen einzuflechten, die profanen Weltereigniffe zum Lieblingsgegenstande seines Diskurses hat — und in freien Stunden sich mit der edcln Musik beschäftigt (!!); — wenn die Einen sich nicht genug darüber wundern können, wie der mährische Landrabbiner Hirsch, trotz der mächtigen Protestation seiner gottgefälligen Borgänger die Trauungen in der Synagoge vollziehet; — betrachten sehr Biele die Persönlichkeit und das Betragen Hirschs als Eines der günstigsten Vorzeichen, wie nun in Mähren das schale bisbs-Wesen, die menschenscheue Manier ihrer bisherigen Rabbiner und ihre panische Furcht vor Bildung und Beschäftigung mit weltlichen Gegenständen schwinden werde. Man wird cs nun einschen, wie man, ohne im schönsten Theile der Jugend im rrn ,srmnn rtsbsri ,^bKb srrssjn ^nbs u. s. w. zu grübeln, ohne Welt und Leben zu verachten, ohne unwissend in den Elementen der modernen Wissenschaften und ohne ein rivvira N2bn br'2 zu sein, gläubigfromm, ja Landrabbiner an der Stelle Markus Benedikts sein kann! — Die Achtung, welche Hirsch allseitig genießt, bestätigt dieses zur Genüge. Eine neue freudige Aera beginnt nun für die wissenschaftlichen Rabbinen und Rabbinatskandidatcn Mährens. — Mögen nun auch unsere ungarischen Rabbiner sich ein Erempcl nehmen. Minder gehässig sein gegen Wissenschaft und Wissenschaftliche — und wenn es nur noch möglich ist, der Weltbildung seine Zeit zuwenden. Borzüglich sei es dem hiesigen hochwürdigcn Herrn Oberrabbincr gesagt, welcher jung und kräftig, mit ziemlicher Fassungsgabe ausgerüstet ist, daß er vor Allem seine polnische Tracht ablege — und um europäische Bildung und Gesittung sich bewerbe. Warum will er gegen Männer Zurückbleiben, die auch in der Orthodoxie einen ihm gleichen Ruf besitzen? Möge er ferner seinen dreihundert Schülern das Erlernen der deutschen Sprache und sonstigen Wissenschaften gestatten und gleich dem hochberühmten Herrn Landrabbiner Hirsch dem b-wbv-Wesen und anderen ähnlichen Alfanzereien den Rücken zuwenden! A * * — er. Preßburg, 2v. August. (Ungarische Briefe H.) Wollen Sie von unseren Kulturzuständen eine klar«

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