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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-09-06 · Heft 37 (6.9.1847) · p. Seite 559

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 37 (6.9.1847)
Date
1847-09-06
Page
Seite 559 (sequence 7)
Language
German
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559 welchem der Vorstand der Gemeinde alle Hindernisse aus dem Wege zu raumen suchte, verdankt man es, daß das Vorhaben unverweilt in's Leben treten konnte." „Es verstehet sich von selbst, daß von keiner Seite her ein Versuch gemacht wurde, dem Sabbat, in seiner Weihe und Feierlichkeit, irgend Abbruch zu thun. Gottesdienst und Predigt an demselben bleibt, wie bisher. Nur wird auch am folgenden, geschäftsfreien Tage eine Stunde gemeinsamer Erbauung gewidmet, deren formelle Einrichtung so einfach als möglich gehalten ist." Berlin, 27. August. (V. Z.) Sicherm Vernehmen nach haben Se. Maj. der König geruht, dem hiesigen Vorstand der jüdischen Gemeinde, vermittelst allerhöchster Kabinetsordre vom 18. d. M. die Versicherung zu ertheilen: daß die von demselben in seiner Immediatvorstellung vom 19. d. I. geäußerte Besorgnisse, hinsichtlich der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in Preußen völlig unbegründet seien, auf einem Mißverstehen der Verhandlungen des vereinigten Landtages beruhen und durch das inzwischen ergangene Gesetz vom 23. Juli d. I., worauf derselbe verwiesen werde, beseitigt seien, „welches Gesetz die Ansichten Sr. Maj. des Königs in dieser Angelegenheit ausspreche." —. In hiesigen Blattern liest man folgende Aufforderung: „Die bisherigen Mitglieder des nunmehr aufgelösten Kulturvereins, welcher in seiner letzten Generalversammlung am 8. d. M. die Gründung eines neuen Vereins zur Unterstützung emeritirter jüdischer Lehrer und deren Wittwen und Waisen beschlossen hat, sowie Alle, welche sich hierfür interessiren, werden zu einer Versammlung eingeladen, welche Sonntag, 29. d. M. um 11 Uhr, neue Friedrichsstraße No. 56., stattsinden wird. Es soll in dieser Versammlung der Verein konstituirt, ein Statutenentwurf vorgelegt und die demnächst erforderlichen Schritte berathen werden. Berlin, den 25. August 1847. Das provisorische Komite." Magdeburg, 39. August. (Privatmilth.) Soeben ist hier eine „Ansprache an die israelitischen Gemeinden Preußens, insbesondere der Provinz Sachsen," über das neue Gesetz vom Redakteur dieser Zeitung erschienen.. Derselbe beleuchtet darin den verschiedenen Inhalt des Gesetzes und macht mehre praktische Vorschläge, namentlich um den drohenden Zerfall des gemeinsamen Kultus zu verhindern. Sie ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Belletristisches. Was jüdische Herz. i. Mein Leser!-Verzeihe mir, wenn ich, im Begriff, abermals ein kleines Gemälde vor Dir aufzurollen, in dessen Betrachtung wir eine Zeit lang neben einander verweilen werden — vorausgesetzt, daß Du mir nicht entrinnest — Dich wiederum vor Allem anrede. Es ist mir dies ein Herzensbedürfniß. Indem Du mich würdigest, Deinen Blick über die Worte, die meiner Feder entfließen, fliegen zu lassen, und zu denken, was ich gedacht; ja, eine Spanne Zeit aus dem kurzen Leben, das uns vergönnt ist, mir und meinem Gebilde zu widmen; und indem ich es wage, Dich in Anspruch zu nehmen für meine kleine Schöpfung, ohne daß ich Dir verbürgen kann, ob sie Dir Wohlgefallen einflößen werde: sind wir in ein Verhältniß getreten, das uns einander ganz nahe rückt. Siehst Du, Du wirst mit meinen Schwächen Nachsicht haben müssen, und für das, was mir gelungen, mußt Du mir Dank spenden. Also habe ich mich ganz persönlich an Dich zu halten. Wir sind Gefährten auf einer kleinen Reise. Wir bestehen einige kleine Gefahren mit einander; wir haben mitsammen einige Hindernisse zu überwinden; einige Male wird unser Herz in gleichen Gefühlen, in gleichen Erregungen schlagen ... o, und daß Du mich lieb gewönnest auf dieser Fahrt, um, wenn ich Dich ein ander Mal einlade, meinem Rufe wieder zu folgen: das ist ja mein höchster Wunsch! Gelt, da kann ich nicht anders, als vor Allem Dich anreden. Ich sehe Dich vor mir, ich spreche zu Dir. Und nun, mein Leser! kennst Du die Armuth?... Ich meine nicht die Armuth, die in einem kargen Maaße von Mitteln besteht, die an den geringen Lohn der Handarbeit eine schmale Befriedigung der gewöhnlichen Bedürfnisse knüpft, aber doch immersicherist, dasNöthigste und Unentbehrlichste zu gewinnen; sondern die Armuth, die in einer herabgekommenen Familie Platz greift, wo

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