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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-08-16 · Heft 34 (16.8.1847) · p. Seite 518

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 34 (16.8.1847)
Date
1847-08-16
Page
Seite 518 (sequence 10)
Language
German
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518 begrüßen. Wir wollen unS der Vortheile, die es bietet, schnell bemächtigen; schnell des Erlangten uns würdig und befähigt erweisen. Dan» kann ein weiterer Fortschritt nicht ausbleiben. Zeitungsnachrichten. Großbritanien. London» 28. Juli. In der Guildhav ging heute Vormittag die Ernennung der Kandidaten für die londoner City vor sich. Herr Lloyd schlug Lord I. Russell vor, indem er dessen Verdienste als Unterhausmitglied und Minister hervorhob. Herr Hawes unterstützte den Antrag. Als Herr Baring auftrat, um Herrn Masterman vorzuschlagen, empfing ihn von der einen Seite Beifallsruf, von der andern überwiegendes Pfeifen und Zischen. Unter noch ärgerem Lärm unterstützte Herr Ellice den Antrag. Die weiteren Kandidaten, welche vorgeschlagen wurden, waren Pattison, Freshfield, Larpent, Johnson, Bevan, Payne und Baron Rothschild. Bezüglich des Letzter» äußerte Herr Dillon, der ihn in Vorschlag brachte, es sei Englands durchaus unwürdig, Jemand wegen seiner Religion von einem Sitze im Unterhause auszuschließen, und er hoffe, daß Großbritanien jetzt anderen Ländern durch Aufhebung dieser so lange beibehaltenen ungerechten Unterscheidung ein edles Beispiel geben werde. London, 30. Juli. Baron Lionel Rothschild ist mit 6792 Stimmen zum Vertreter der City erwählt worden. Außerdem war Sir I. S. Goldsmith in Beverby Kandidat; bis jetzt lassen einige Nachrichten ihn gewählt, andere ihn durchgefallen sein. David Salomons ist in Greenwich durchgefallen, Meyer Amschel Rothschild in Hythe ist noch fraglich, da er den Poll verlangt hat. London, 31. Juli. Nachdem der Sheriff gestern die Namen der vier Kandidaten genannt hatte, welche bei den Wahlen in der City obgesiegt haben, nahm zuerst Lord I. Russell das Wort, um den Wählern zu danken. Der Redner äußerte unter Anderm, daß die gegenwärtige Wahl der City zugleich ein Triumph der Grundsätze der religiösen Freiheit sei. „Es ist freilich wahr — sagte er —, daß der Fortschritt der Nation in den Grundsätzen religiöser Freiheit lange nicht so rasch war, als in jenen der Handelsfreiheit; wenn wir aber einige vierzig Jahre zurückblicken und erwägen, daß damals religiöse Unduldsamkeit in ihrer vollen Kraft stand, und daß sie in der Gestalt von „kein Papismus" einen Aufschrei, einen gewaltigen und vorherrschenden Aufschrei gegen Jene erhob, welche über religiöse Dinge mit uns nicht einerlei Meinung hegten, dann müssen wir uns freuen', daß, nachdem die auf den protestantischen Dissenters und auf den Katholiken haftenden Unfähigkeiten schon früher beseitigt wurden, jetzt durch Ihre auf Baron Rothschild gefallene Wahl der Tag zur Beseitigung der letzten Spuren religiöser Unduldsamkeit gekommen ist. (Lauter Beifall.) Sie haben erklärt, daß .fortan das Vorrecht des freien Volkes dieses Landes, das Vorrecht, der Krone zu dienen und das Volk im Parlamente zu vertreten, von allen Untcrthanen der Königin, gleichviel zu welchem religiösen Glauben sie sich bekennen, genossen werden soll. Ich kann nicht zweifeln, daß diese Entscheidung von Seiten der Wähler der londoner City ein großes, ja ein vorherrschendes Gewicht bei den Berathungen der Legislatur üben und daß das neue Parlament den Ruhm haben wird, die Vollendung des großen Gebäudes bürgerlicher, kommerzieller und religiöser Freiheit zu bewerkstelligen und der Welt zu verkünden." (Lang dauernder Beifallsruf.) Nach Lord I. Russell nahm Herr Pattison das Wort und auf diesen folgte Baron Rothschild, der bei seinem Auftreten mit einem mehrere Minuten andauernden Beifallsstürme begrüßt wurde. Er sagte im Wesentlichen: „Ich danke den Wählern aufrichtigst für die mir dadurch, daß sie mich zu einem ihrer Vertreter wählten, erwiesene Ehre. Ich kann keine Worte finden, um auszudrücken, wie sehr ich den Werth Ihrer Unterstützung und den Dienst empfinde, welchen Sie der großen Sache bürgerlicher und religiöser Freiheit geleistet haben. Der Sieg, den Sie in meiner Person davon getragen haben, wird weithin erschallen und in jedem Theile des Erdballs Wiederklang finden. In Ländern, wo Tyrannei und Unterdrückung noch obherrschen, wird aus den Herzen Vieler der Ausdruck des Dankes, der Tribut dankbarer Segnung emporsteigen für das edle Beispiel, welches die freien und

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