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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-08-09 · Heft 33 (9.8.1847) · p. Seite 503

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 33 (9.8.1847)
Date
1847-08-09
Page
Seite 503 (sequence 7)
Language
German
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503 entnommen haben. Lassen Sie uns mit diesem Resultat für diesmal zufrieden sein. Ich betrachte es als etwas sehr Großes, daß es den Deputirten des Landes vergönnt worden ist, im Angesicht der Welt den Kampf mit dem Jahrhunderte allen Vorurtheil, welches auf den Bekennem der jüdischen Religion lastet, zu beginnen. Lassen Sie uns nicht verkennen, daß uns der Platz und die Gelegenheit zu diesem Kampfe von Sr. Maj. dem Könige aus freier Entschließung gewährt ist und ihm dafür den gebührenden Dank aus tiefster Seele zollen. Ist aber Ihre Saehe eine gerechte, nun so wird das Ende des Kampfes der Sieg dieser Sache sein. Mögen wir auch dies nicht mehr erleben, so wird uns doch bis an unser Ende die Erinnerung begleiten, der Zeit angehört zu haben, in der dieser Kampf begann. Als ein Zeugniß dessen soll meinen Kindern die kunstvolle Gabe dienen, welche Sie, meine Herren, mir im Namen des größten Theils der israelitischen Gemeinden von Hinterpommern heute zu überreichen die Güte gehabt haben." Möge Gott den edeln Mann noch lange erhalten, damit er ferner wirke für das Wohl seiner Nebenmenschen. Gestern predigte in der hiesigen evangelischen Kirche der Missionsprediger Stolle aus Berlin über den Text Jesaias 52, 8., den er natürlich zu seinen Gunsten auslegte. Abgesehen von manchen guten Sätzen, die die Predigt enthielt, kam, nachdem er sich vielfach über das Tagesgeschrei um Emanzipation der Juden beschwert, ungefähr folgende Stelle vor: „Und wenn alle Juden Könige würden, so wären die Israeliten doch nur Knechte, und wenn alle Könige die Juden frei machten, so würden sie doch nimmer frei, sofern sie sich nicht Jesu zuwenden." Daß dergleichen Missionspredigten noch immer geduldet werden! Sie tragen nur zu sehr den Stempel der Beförderung des Vorurtheils und verbreiten, statt daß dasselbe unter dem Plebs gehoben werden sollte, es nur noch mehr. Ely Wehrend. Berlin, 31. Juli. (Privatmitlh.) Zwei Akten sind in der jüngsten Zeit von dem hiesigen Aeltestenkollegium ausgegangen, welche bezeugen, daß dieses längst den Weg der Unthätigkeit verlassen hat, und sich rüstig fortbewegt. Die erste ist eine Immediateingabe an Se. Maj. den König, welche, besser als jeder Protest, im Stande ist, in die Vota der Stände ein Gewicht mehr zu legen, und auf das Gesetz günstig einzuwirken. Die Eingabe hat ihre Aufgabe besonders auf die korporative Verfassung, die beabsichtigt worden, gerichtet, und, indem sie die Nothwendigkeit hervorhebt, dem Gemeindeverbande das Korporationsrecht insofern zu geben, daß ihr Bestand gesichert sei und die Gemeinde nicht in Auflösung gerathe, weist sie doch jede Wirkung solcher Korporation in bürgerlicher Beziehung zurück, und dringt darauf, im Bürgerwesen keinen Unterschied zwischen Jude und Christ bestehen zu lassen. Die zweite Akte betraf die Eidesabnahme beim mündlichen öffentlichen Gericht am Sabbat. Die desfallsige Anfrage des Gerichtes wurde vom Rabbinat und den Aeltesten insofern beantwortet, daß es durchaus nicht nothwendig sei, das mündliche Gerichtsverfahren in seinem Laufe dadurch zu stören, daß dem jüdischen Zeugen am Sabbat der Eid nicht abgenommen werde, um so mehr, da beim mündlichen Verfahren der Zeuge nicht zu unterschreiben braucht. — Es ist gewiß hoch anzuschlagen, daß der Bestand der Reformgenossenschaft auf die friedliche Existenz der Gemeinde als solcher gar keinen störenden Einfluß hervorgebracht hat; fortwährend gehören Männer, die zu der Fahne der Genossenschaft geschworen, dem Vorstandskollegium und dessen verschiedenen Kommissionen an. Dieser Beweis gegenseitiger religiöser Duldung kann nicht blos den Juden, sondern auch Anderen weithin zu leuchtendem Vorbilde dienen. — Was die Genossenschaft selbst betrifft, so lebt sie still fort, schreitet nach innen und außen nicht fort, sondern macht sich nur zu dem Gefäß, worin jeder Einzelne reformiren kann auf seine Faust. So hat vor Kurzem ein Bankier seinen Sohn nicht beschneiden, sondern im Reformtempel segnen lassen. Der Genossenschaft ist dies ebenso gleich, als wenn er es ja gethan. Den Tischea beab hat man nicht begangen, sondern die Erinnerung an ihn auf den folgenden Sonntag verlegt, wo Holdheim darüber sprach, daß die Zerstörung Jerusalems Israel zum Heile ausgefallen. — Nach außen hin hat sich die Wirksamkeit der Reformgenoffenschaft gänzlich aufgelöst, und sie hat nun keinen andern Standpunkt, als der Hamburger Tempel hatte, für sich. V. W. —. Die Aach. Zeit enthalt folgenden trefflichen Artikel: „Es thut uns wahrhaft leid um England. Je höher dieses durch seine Erbweisheit so beglückte

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