Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 33 (9.8.1847)
- Date
- 1847-08-09
- Page
- Seite 502 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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502 das Recht und die Wahrheit begeisterten Kämpfer wie den Herrn v. Gottberg durfte eine solch klare Auseinandersetzung nur anrcgen, um mit männlichem Muthe und mit männlicher Kraft zum Kampfe gerüstet zu sein; und so ist denn auch ein schönes Ziel, mit dem wir uns vorläufig begnügen müssen, und das uns wenigstens erhebt, auf dem vereinigten Landtage erreicht worden. Man wird hoffentlich ausgesöhnt sein mit den pommerschen und hinterpommerschen Deputirtcn; man wird aber auch nicht sagen können, daß die pommerschen und hinterpommerschen Juden die Hände in den Schooß legen; denn sowol in bürgerlicher als religiöser Beziehung thun die Städte Stolpe, Köslin, Neustettin das Ihrige, mögen die anderen folgen. Im Namen der hinterpommerschen Städte (mit Ausschluß von Köslin, das dies vielleicht selbst thun dürste) ist dem Herrn v. Gottberg auf Mahnwitz folgende, von dem Dr. Klein verfaßte Dankadresse, welche von einem jüdischen Lithographen sehr schön geschrieben, in einer Mappe in blauem Sammet, geziert mit dem v. Gottbergschen Wappen in Silber, durch eine Deputation der stolper Gemeinde, an deren Spitze der Rabbiner Do. Klein, überreicht worden. Dieselbe lautet: „Hochwohlgeborner Herr! Höchst wohlthuend und wahrhaft beseligend muß das Gefühl sein, mit edlem Sinne die gerechte Sache eines Jeden zu vertheidigen und zur Geltung zu bringen, mit offenem Muthe gegen das mit Macht gewappnete Vorurtheil in die Schranken zu treten, und mit geistvollen unbestreitbaren Gründen das Recht unverdient Zurückgesetzter zu verfechten. Euer Hochwohlgeboren tragen deshalb (wir, die ergebenst Unterzeichneten, hegen die volle Ueberzeugung) sicher den schönsten Dank, den süßesten Lohn für die edle, muthige und geistvolle Verwendung, die Sie bei dem vereinigten Landtage der gerechten Sache der preußischen Israeliten angedeihen ließen, in Ihrem eignen Herzen und Bewußtsein. — Aber wenn Sie auch, hochverehrtester Herr! in diesem Bewußtsein den reichsten Lohn finden, so können wir es uns doch nicht versagen, auch im Namen unserer Glaubensgenossen die tiefgefühlten Worte unsres Dankes vor Euer Hochwohlgeboren auszusprechen, eines Dankes, der um so verdienter ist, als vorzüglich durch Ihre Bemühungen ein großer Theil des Sieges errungen ward; denn mag auch das Resultat sein welches es wolle, wir begrüßen mit Recht die gepflogenen Berathungen über die Angelegenheiten der Israeliten, als einen großen unermeßlichen Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit über früheres beschranktes und beschränkendes Vorurtheil. Wollen Ew. Hochwohlgeboren diesen unfern aufrichtigsten Dank mit Gewogenheit hinnehmen und sich überzeugt halten, daß, wie Ihr edles Streben und Wirken früher oder später zum sichern Siege führt, auch Ihr edler Name in unseren Herzen fortlcbcn und in der Geschichte Israels ein gesegneter bleiben wird. Wir schließen mit der Bitte, Ew. Hochwohlgeboren wollen Ihre wohlwollenden Gesinnungen unsrer gerechten Sache auch fortan bewahren und mit dem Wunsche, daß die Vorsehung, die jedes Gute würdig lohnt, auch Ihnen ferner Kraft und Ausdauer zur Vollführung Ihrer edlen Bestrebungen verleihen möge! Genehmigen Sie, hochverehrter Herr! den Ausdruck unsrer vorzüglichen Hochachtung, mit welcher wir verharren Ew. Hochwohlgeboren ganz ergebenste der Rabbiner und die Vorsteher der israel. Gemeinde für sich und im Namen der israelitischen Gemeinden zu Belgard, Bublitz, Bütow, Kolberg, Körlin, Lauenburg, Neustettin, Polzin, Katzebuhr, Rügenwaldc, Rumelsburg, Schievelbein, Schlawe, Tempelburg." Der Herr v. Gottberg nahm dieselbe sehr gütig auf und erwiderte Folgendes: „Ich bin gerührt, meine Herren, über den Beweis von Anerkennung, welche Sie meinen schwachen Leistungen durch die im Namen der von Ihnen vertretenen israelitischen Gemeinden überreichten Adresse zollen. Es ist nicht die Sucht nach Ruhm oder nach einem Dank, sondern lediglich das Gefühl für Recht und Wahrheit gewesen, welches mich bewogen hat, für Ihre Sache auch meine schwache Stimme zu erheben. Wenn ich auch gestehe, daß der erste Antrieb zu der von mir eingereichten Petition von Ihnen ausgegangcn ist, da ich im Bewußtsein lebte, daß diese große Frage von stärkeren und erfahrneren Geistern angeregt werden würde, so habe ich doch nicht gescheut, auf Ihren Wunsch auch meinerseits dem Landtage eine Bitte in dieser Angelegenheit vorzutragen. Inwiefern das Erbetene Anklang und Erhörung gefunden hat, werden Sie aus den veröffentlichen Verhandlungen