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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-08-02 · Heft 32 (2.8.1847) · p. Seite 493

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 32 (2.8.1847)
Date
1847-08-02
Page
Seite 493 (sequence 9)
Language
German
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493 teuchübersetzung an. Wenn man erwägt, wie viele christliche Forscher es unterlassen, sich Ln die hebräisch geschriebenen Werke der jüdischen Exegeten den Eingang zu gewinnen, so kann man diese Uebersetzung nicht für unnöthig ansehen, so sehr auch der Zugang zu dem Original durch reinen und korrekten hebräischen Styl erleichtert ist. Diese Einleitung hat — abgesehen vom grammatikalischen Theile — den eigenthümlichen Werth, ganz auf dem Standpunkt der jüdischen Tradition verfaßt zu sein; und gerade dadurch, so sehr derselbe seit ihrer Abfassung (1783) auch von den Juden verlassen worden, hat sie eine bleibende, eigenthümliche Bedeutung, indem sie diesen, historisch gewichtigen, Standpunkt für den spatern Forscher fixirt hat, und ihm so zum bestimmten Anhalt Betreffs desselben dienet, wahrend er ihn sonst aus vielen früheren Werken sich herausbilden muß. Je weniger daher diese Einleitung in vielen Punkten mit den neueren Ergebnissen, auch der besonnenen Kritik, übereinstimmen wird: desto eher ist ihre Wichtigkeit für die Geschichte der Kritik anzuerkennen, und möge sie so den frivolen Bespöttelungen entgehen, denen sich selbst ein Gesenius über die jüdischen Kommentatoren — so vielfach er sie auch benutzte — nicht zu entziehen vermochte. Korrespondenz. Schreiben ans dem Kreise Lübbecke, am 21. Juli. Wie sehr wir unseren hiesigen ehrenwerthen Landtagsdeputirten dafür, daß auch sie würdig und fest, ihrer Ueberzeugung gemäß, ihr Votum über die Emanzipationsfrage der Juden am vereinigten Landtage abgegeben haben, Dank wissen, darüber herrscht hierin unserm Kreise nur ein Gefühl, nur ein Gedanke vor. Bedenken wir zwar, daß diese Männer, getragen von einer gediegenen Gesinnungstüchtigkeit, wie wir sie Gottlob! heutzutage in unserm Lande nicht mit der Fackel des Diogenes zu suchen nöthig haben, vor Allem die Pflicht gegen sich selbst und gegen ihre eigenen Glaubensgenossen erfüllten, wenn sie offen und rücksichtslos ihre unabweisbare Forderung stellten, die Schmach, die man Jahrtausende lang uns zugewalzt hatte, von uns abzunehmen: so möchte ein Schweigen unsere Zufriedenheit, unsere Genügsamkeit besser und richtiger kund geben, als Worte des Dankes es zu thun vermögen. Ueberzeugen wir uns aber andererseits von der Ignoranz, von dem schwarzen Voructh eil, von dem inhumanen Egoismus, gegen welchen jene Männer noch hier und da und selbst in naher Umgebung Leuten gegenüber, die man im allgemeinen Leben als gebildete passiren läßt, zu kämpfen haben, um sie von der allgemeinen Richtigkeit ihres Votums, von der unabweisbaren Menschenpflicht, die sie zu üben sich gezwungen sahen, zu überzeugen; gewahren wir, wie selbst Männer des Amts, Leute, die vermöge ihrer Stellung auf das Volk influiren, sich nicht entblöden, jenen würdigen Volksrepräsentanten gegenüber, wie sie in Berlin versammelt waren, eine nur zu Verdächtigungen geschaffene schnöde Behauptung, das jüdische Geld habe auch hier gewirkt, unteres Volk zu säen und einwurzeln zu lassen, emsig beflissen sind; wie sie Behuf solchen Treibens selbst Volksfeste benutzen, um den Landmann damit zu imprägniren, der wenig Muße und Befähigung besitzt, das Wahre oder das frech Lügenhafte tückischer, boshafter Diatriben zu untersuchen, und eher dafür geschaffen scheint, öffentlich ausposaunte Lehren und Behauptungen Vorgesetzter als wahr anzunehmen: so können wir gewiß nicht umhin, unfern Dank, wozu sowol Gefühl als Verstand uns auffordern, auch unseren verehrten Landtagsdeputirten öffentlich auszusprechen. Wie gar oft man noch auf Solche stößt, die, freilich einen Einfluß auf's Publikum übend, was Wissen und Wollen jedoch, was Verstand, Gefühl und Willen anbetrifft, noch überaus weit von dem Niveau der heutigen Bildung, von den Anforderungen der Zeit und deren Bedürfnisse entfernt sind, wird man ohne Frage aus nachfolgendem Vorfall, der sich bei Gelegenheit eines Volksfestes, zu dem Tausende von Menschen sich versammelt hatten, bei dem sub divo veranstalteten Mahl sich zutrug, das nun einmal absque polilicis nicht genug gewürzt zu sein schien. Wenn wir auch gern bereit sind, die Kundgebung der Gedanken selbst für dieses Mal und die ungestüme Weise der Explikation, vermöge deren man sie einem wohlverständigen Opponenten gegenüber dem Publikum aufzubürden gedachte, der vielleicht ausnahmsweise starken Einwirkung des nicht gewohnheitgemäßen Weingenusses zuzuschreiben: so müssen doch die Thatsachen selbst Saft und Kraft gar inniglich impragnict haben, ehe sie in so ungezügelter Weise nach außen sich einen Ausfluß bahnen konnten. Wir wagen für unsre Nation, für die Ehrbarkeit und Biederkeit derselben und 32*

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