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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-07-26 · Heft 31 (26.7.1847) · p. Seite 481

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 31 (26.7.1847)
Date
1847-07-26
Page
Seite 481 (sequence 13)
Language
German
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481 gend namhafte Summen zu spenden. Ihr ruhmwürdiges Beispiel wirkte auch auf viele Gutgesinnte unserer Gemeinde, so daß bis heute bereits 13,000 Fl. W. W. gespendet wurden. Auch von den wiener Hausern: Baron v> Rothschild, Baron v. Sina, Tedescv, Wodjaner rc. erhielten wir Beiträge und unser überaus gnädiger Grundherr resolvirte den säMmtlichen Bedarf der Baumaterialen. Am 19. April wurde hier zum ersten Male seit dem 100jährigen Bestände der hiesigen Gemeinde das Geburtsfest Sr. Maj. des Königs gefeiert, wobei Rabbiner Löw eine ungarische Predigt*): „Die vier goldenen Worte Jeremias über den Patriotismus" hielt und das herbeigerufene Chorpersonal aus Egerseg sungirte. In der Mitte Aprils kam auch aus Wien die Nachricht, daß neun ungarische Rabbiner und zwar die bekannten Männer ausSzenitz, Lackenbach, Stampen, Werbo, Ungwar, Wattersdorf, Neutra, Deutsch-Kreutz und Szerdakely sich bittschriftlich an den Herrn Baron v. Rothschild gewendet: er möge die hiesige Partei, welche gegen Rabbiner Löw agirt, unterstützen, indem derselbe als Kandidat viele Zeremonialgesctze nicht achtete, im und anderen Zeitungen freisinnige Artikel**) schrieb; — damit aber die Sache ihre rechte Wirkung verliere, wurde diese Bittschrift von einem reichen wiener türkischen Juden A. und von einem ebenfalls reichen preßburger Juden B. überreicht, welche mündlich das Gesuch damit unterstützten, indem sie sagten: Rabbiner Löw speise hier öffentlich beim Christen. Ungewöhnliche Indignation erregte hier die Nachricht dieser schändlichen Bemühungen und obwol der weise und gerechte Herr Baron von Rothschild einem hiesigen Gemeindegliede, welches ihm die hiesigen Vorgänge — und das Vorhaben jener Finsterlinge in's klare Licht darstellte — das Versprechen gab, in dieser Angelegenheit nicht zu interveniren; wendeten *) Seit der eilfmonatlichen Anwesenheit Löw's hat derselbe hier 12 möVi, 4 deutsche und 2 ungarische Predigten gehalten. Ein Beweis, daß er sich seinem Publikum akkomodirt. **) In einer Eingabe an die königl. Hofkanzlei und in dem weiter zu erwähnenden Artikel des Zionswächters wird Herrn Rabbiner Löw zur Last gelegt, daß er geschrieben: wir wollen keine eigene Nationalität bilden! 0 sancta siiuplieilas! sich doch die hiesigen Vorsteher an den Herrn Baron — und ersuchten auch schriftlich die Herren Vertreter Wiens, den Herrn Baron über diese Angelegenheit zu beruhigen. Letztere erklärten in einer Antwort, daß Einer aus ihrer Mitte dem Herrn Baron v. Rothschild die Angelegenheit beleuchtet habe und daß derselbe weit entfernt ist, gegen die guten Bestrebungen, wie sie in Papa stattsinden, und gegen den würdigen, hochgelehrten und dem gemäßigten Fortschritte geneigten Herrn Rabbinen Löw seinen Einfluß geltend zu machen. Im Monat Mai erhielten die hiesigen Vorsteher, als Erwiderung auf das Beileidschreiben an Se. kaiserl. Hoh. den durchlauchtigsten Erzherzog Stephan, und an Jhro kaiserl. Hoh. die nun verwittwete Frau Erzherzogin Maria Dorothea und Uebersendung der im Drucke erschienenen Trauerpredigt Löw's: „Das Vermächtniß, das der hochselige Reichspalatin im Leben und im Sterben hinterlassen," folgende huldreiche Zuschriften: „Für die Andacht, welche Sie in dankbarer Verehrung des Andenkens meines höchstseligen Vaters an den Tag legten, sage ich Ihnen aufrichtigen Dank, und ich habe die mir zugesendete Trauerpredigt um so lieber entgegengenommen, als ich nicht zweifle, daß in derselben die Gefühle Ihrer ganzen Gemeinde ausgedrückt sind. Prag, am 22. April 1847. Stephan, m. p., königl. Statthalter." „Als einen Beweis aufrichtiger Anhänglichkeit und Theilnahme habe ich die bei dem verlustvollen Hinscheiden meines innigstgeliebten Gemahls, des fünfzigjährigen Reichspalatins, Erzherzogs Joseph in andächtiger Versammlung dieser Gemeinde gehaltene Trauerrede, so wie auch Ihr Einbegleitungsschreiben vom 10. April l. I. mit erhebender Rührung erhalten — und ich folge dem Drange meines Herzens, wenn ich Ihnen dafür meinen Dank hiemit ausspreche. Wien, am 20. Mai 1847. Maria Dorothea." Die deutschen und ungarischen Zeitungen gaben diese Briefe — als eine Ehre, die noch keiner ungarischen Gemeinde wiederfuhr — mit entsprechenden Begleitungen. Eben höre ich, daß in der zwanzigsten Nummer des altonaer „Wächters" ein Beiblatt erschien, welches voll Lügen und Jnvektiven gegen die hiesige Grund-

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