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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-07-26 · Heft 31 (26.7.1847) · p. Seite 473

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 31 (26.7.1847)
Date
1847-07-26
Page
Seite 473 (sequence 5)
Language
German
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473 Th eile, während das Ganze noch nicht einen festen Standpunkt erreicht hat. Auch in Stockholm war es nicht Widerwille gegen die Juden — wie sich das jetzt erst klar erweiset — sondern wider die einseitig getroffene Maßregel der Regierung. Auch hier will man erst ein geordnetes städtisches Wesen, bevor man die Juden darin aufnimmt. Dies ist der Schlüssel zu den jüngsten Ereignissen, der sich bei den Gebildeteren als Prinzip, bei der Masse freilich zu roher Acußerung darstellt. Wir brauchen uns aber nicht davon entmuthigen zu lassen, denn was jetzt als Gnadengeschenk von oben zurückgewiesen worden, wird später als begründetes Recht mit allseitiger Befriedigung hervortreten, und dann konsequent zu größerer Berechtigung geführt werden. GroßbritanLen. London, 15. Juli. Unter die Kandidaten zu Parlamentssitzen bei der bevorstehenden Wahl hat sich auch Sir I. L. Goldsmid, Bart, für Andover gestellt. Die hiesigen Juden haben sämmtlich erklärt, nur für liberale Kandidaten zu stimmen. Preußen. Magdeburg, 6. Juli. Die preußischen Juden haben im Ganzen den angemessenen Takt bewiesen, daß sie, wozu sonst die Sucht in unseren Tagen groß genug ist, die Landtagsdeputirten nicht mit Dankadressen bestürmt haben. Sie haben gefühlt, daß ein Landtag, der ihnen mit nicht unbedeutender Majorität sehr große Rechte abgesprochen, und mit nur sehr unbedeutender Majorität andere Rechte zugesprochen (den Staatsdienst mit 5 Stimmen), noch mehr, ein Landtag, auf welchem dem, um was die Juden Juden sind, dem Judenthume so arg mitgespielt werden — wenn auch oft nur negativ — so daß der Landtag oft wirklich eine Versammlung von Missionären schien — z. B. beim Kapitel der Mischehen — daß ein Solcher von Juden nicht beadrefft werden müsse. Zwar haben die Berliner dem Referenten Sperling ihre Aufwartung gemacht, allein das mag hingehen. Außerdem hat die bromberger Gemeinde, in Betracht, daß die Drciständekurie die Israeliten Posens von allen exzeptionellen Maßregeln befreit wissen wollte, folgende „offene Danksagung" erlassen: Hochzuverehrende Herren Landtagsdeputirte! Unserm vielgeliebten Könige verdanken wir das große königliche Geschenk der Einberufung der hohen Landtagsdeputirten, und diesen zunächst die größtentheils kundgegebene günstige Stimmung für die Verbesserung und Erweiterung der bürgerlichen und politischen Rechte der Juden. Diejenigen hochgeehrten Herren Landtagsdeputirten, welche durch hohe Rednergabe, tiefe Gründlichkeit und Scharfsinn nicht minder, als durch edle Herzen ausgezeichnet, mit den Waffen des Menschenrechtes und des Fortschrittes, der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit die beschränkende und drückende Lage der jüdischen preußischen Glaubensgenossen zu verfechten und aufzuheben bemüht waren, haben in segensreicher Mitwirkung vieler zustimmender Kollegen im Ganzen ein befriedigendes Resultat der Berathung geliefert. Wenn auch die hemmenden Fesseln, welche das Vorurtheil gegen völlige Emanzipation der Juden in der ganzen Monarchie geschmiedet hat, noch nicht vollständig gefallen sind, so dürften doch die Bildungsstufe und der Geist des historisch merkwürdigen neunzehnten Jahrhunderts, in naher Zukunft jene gänzlich lösen. — Haben wir Ihnen für Ihre hochherzigen Gesinnungen und energischen Bemühungen um das Wohl der preußischen Juden überhaupt unfern offenen, wärmsten Dank zu zollen, so sind wir dazu als die Juden des Großherzogthums Posen um so mehr verpflichtet, als diese ohne Unterschied des Standes und Charakters — aus Besorgnissen — ihren Brüdern anderer Provinzen einer und derselben Monarchie zurückgesetzt werden sollten. Möge der Herr Ihnen den Lohn Ihres unsterblichen Verdienstes — den Menschen im Menschen zu ehren, und die Krone der Gerechtigkeit zu beschützen — im reichlichsten Maaße gewähren! Möge er Ihnen jede Freude des Lebens schenken, und Ihre liebevollen Wünsche erfüllen, daß die schöne Saat im Frciheitsboden die ersprießlichsten Früchte tragen mögen. Die Folge wird lehren, daß man nicht Undankbaren Wohlthaten zugewendet hat, und daß wohlthatige Wirkungen auf Sitte und Empfänglichkeit für das Gute und Nützliche aus der fr eiern Bewegung hervorgehen werden. Möge Ihr Thätigkeitstrieb für das Gute und Edle zur Kräftigung des Staates, zum Wohle des Landes

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