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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-06-14 · Heft 25 (14.6.1847) · p. Seite 378

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 25 (14.6.1847)
Date
1847-06-14
Page
Seite 378 (sequence 10)
Language
German
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378 1845 und 1846 erschienen. Die Einnahme, in welcher die Beiträge des Königs, der Königin, des Prinzen Johann, der Prinzessinnen Augusta und Amalie allein 132 Thlr. betrugen, belief sich auf 541'/2 Thlr.; die Ausgaben nur 268 Thlr., so daß 273 Thlr. baarer Bestand blieb, wohingegen der frühere Abschluß nur 07 Thlr. übrig ließ. Unterstützt wurden zwei DD. meck, 1 Architekt, 1 Techniker, 1 Gymnasiast, 1 Kürschner, 1 Schuhmacher, 1 Uhrmacher, 1 Goldarbeit» und 1 Maurer. Das Vermögen des Vereins besteht außerdem in 757 Thlr., wozu bekanntlich der sel. Prof. Krug 250 Thlr. beigetragen. Der Verein hat wiederum neue Mitglieder gewonnen, und erfreut sich so eines wirksamen Fortbestandes und Wachsthums. Dffenbach, 24. Mai. Das Franks. Journal enthält folgenden Artikel: Das vor einem Jahre von einer Anzahl Israeliten hiesiger Stadt angeregte Projekt, einen Sonntagsgottesdienft in deutscher Sprache einzuführen, wird nun durch die Thätigkeit unsers würdigen Rabbiners, Herrn Dr. Formstecher, zur Thatsache. Nächsten Sonntag Nachmittag findet die erste religiöse Feier statt. Als unabweisbare Anforderung der Gegenwart wird diese neue Einrichtung von segensreichen Folgen sein. Unsere altgläubigen Glaubensbrüder werden sich überzeugen, daß wir nicht die Religion Umstürzen wollen, sondern nur dem praktischen Leben eine Konzession cinraumen. Wenn auch der Jndifferentismus in seiner Ueberschätzung jede religiöse Gemeinschaft als moderne Reformationsfucht bespöttelt, oder gar einen Rückschritt hinter derselben wittert, so wird doch gewiß jeder Familienvater, der die religiöse Entwickelung seiner Kinder nicht dem Zufall preisgeben will, mit Freuden diese zeitgemäße Einrichtung begrüßen und nach Kräften unterstützen. Preußen. Berlin, 28. Mai. (Privatmitth.) In der Krise, in welcher gegenwärtig die Angelegenheit der preußischen Israeliten sich befindet, müssen auch einzelne Daten als von hoher Bedeutung verstanden werden. Die Erklärung der hiesigen Kaufmannschaft gegen die Bestimmung des im April promulgirten Gesetzes über zu errichtende Handelsgerichte, daß in solche keine Juden gewählt werden dürfen, ist abermals ein Beweis, daß der aufgeklärte Theil des preußischen Volkes den Grundsatz, die Juden von aller Theilnahme an allen öffenktlichen Akten auszuschließen, durchaus nicht annehmen will, und ihn strikte negirt. Einsichtlich ist es, daß dergleichen Protestationen, die sich immer wiederholen, doch einmal Eingang erhalten werden. — Auch auf dem Gebiete der Freimaurerei ist endlich der Sieg erfochten worden. Denn dieMuttcrloge Royal-Pork allier hat endlich beschlossen, jüdischen Freimaurern die Zulassung zum Besuch nicht mehr zu verweigern. Wenn sie hiermit allerdings die Aufnahme von Juden zu Freimauern noch abgelehnt hat, so ist doch ihre bisherige Intoleranz, welche sie von allen Freimaurerlogen der Welt trennte, zu Schande geworden. Daß sie erst nach so hartnäckigen Kämpfen nachgegeben, mag ihr nicht zur Ehre gereichen. Berlin, 8. Juni. (Privatmitth.) In der vorigen Woche, ging das Ge/ücht, daß der Judengesetzentwurf zurückgezogen werden solle; andrerseits heißt es wiederum, daß er von den Ständen sogleich nach der Berathung über die Eisenbahnangelegenheit vorgenommcn werden soll; ein dritter Fall ist der, daß die Sache, da der Landtag nur noch acht Tage andauern wird, gar nicht mehr vorkommt. Am Wenigsten hat die Herrcnkurie Aussicht ihn nach der Ständekurie noch berathen zu können. Königsberg, 1. Juni. Die D. A. Z. meldet von hier aus: Am 3V. Mai fand der erste jüdische Sonntagsgottesdienst in der hiesigen Synagoge statt, indem Dr. Saalschütz die Einsegnung mehrer Kinder vornahm. Die Feierlichkeit begann mit Absingung deutscher Lieder, wenn ich nicht sehr irre nach christlichen Liedermelodien, dann folgte eine Liturgie mit Responsalien und dieser eine deutsche Predigt, nach der wieder deutsche Lieder zum Schlüsse gesungen wurden. Linz am Rhein, 23. Mai. (Privatmitth.) Einsender des Gegenwärtigen glaubt die Leser dieser Zeitung nicht mit Unrecht auf das ruhmwürdige Streben in der hiesigen israelitischen Gemeinde aufmerksam zu machen, das zwar nicht dem reißenden Streben des Fortschrittes huldigt, dagegen in sich selbst die vielbesprochene Emanzipationssrage zum schönsten Be-

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