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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-24 · Heft 22 (24.5.1847) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 22 (24.5.1847)
Date
1847-05-24
Page
Seite 338 (sequence 14)
Language
German
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338 und sonstigen Steuern) über der Durchschnittsangabe an, und entrichtet die Steuern ohne Widerspenstigkeit noch Aufschub. Selten stört er die öffentliche Ruhe, ist selten in den Reihen der Aufwiegler zu finden. Frühzeitiger als Andere ernährter sich selbst und findet für seine Krankheit und Gebrechlichkeit eine sichere Aushülfe bei seinen Mitbrüdern. Wenige Klassen geben demStaate so viel und kosten ihm so wenig. Die sämmtlichen jüdischen Unterthanen Ihrer Majestät haben dem Schatze schwerlich einen einzigen Thaler gekostet; ein einziges jüdisches Haus hat vor Kurzem der Regierung beigestanden die Noth des halben Königreichs zu mildern und dessen Ruin auszuhalten. Der Anspruch aufAnerkennung, den die Juden durch dies Benehmen verdienen, vermehrt sich noch durch die Geduld und Ruhe, mit welcher sie alle diese Zurücksetzungen ertragen. Sie überlassen Alles dem Fortschritte der Vernunft und nehmen die Aufregung nirgends zu Hilfe. Sie haben es miterlebt, wie — nicht ihnen — ein Recht nach dem andern dem Geschrei, nicht der Ueberzeugung eingeräumt wurde, sie haben die Belohnungen betrachtet, die man der Lärmmacherei und der Ueberlast verlieh. Im Besitz einer wenigstens eben so gerechten und starken Sache, als die jener glücklicheren Bewerber, mit eben so mächtigen Argumenten und mit weit überlegneren (?) Mitteln haben sie in Ruhe die Gewährung jener Gerechtigkeit abgewartet, die sie zu erpressen verschmähten. Glaube Niemand» es sei unmöglich gewesen, in London eine Liga rascher und kräftigerer Art zu bilden, wie jene in Manchester (die Anticornlawleague). Hiezu kommt noch, daß ihr Glaube und ihre Sitte durchaus Nichts von jenen Elementen politischen Unheils enthält, die ein Gegenstand gerechter Befürchtungen sind. Die aufrichtigste Toleranz gegen den Papismus ist verträglich mit entschiedenem Widerwillen gegen einen Jesuiten. Aber hier ist keine solche Gefahr zu fürchten. Der Jude will nie Prosclyten machen. Nie strebt er nach geistlicher Oberherrschaft, und nie intriguirt er zur Vergrößerung seines Ordens. Viele Monarchen hatten jüdische Günstlinge, die wol die königliche Gunst verdienten; aber nie (?) hat Einer von ihnen für seine Genossen etwas Anderes verlangt als eine Erleichterung von Verfolgung und Qual. Sie haben ihre Esters gehabt, aber nicht ihre Maintenons, ihre Sidonias, aber nicht ihre Torquemados. Ein Volk, das den Druck Jahrhunderte lang mit Geduld ertragen hat, wird nicht seine Gemüthsruhe vergessen, weil der Premierminister neulich erklärt hat, er könne ihnen das erwartete Gut (Theilnahme an den Schulsubsidien) erst in einigen Monaten gewähren, aber es ist unangenehm zu bemerken, daß noch böser Wille genug da ist, um eine so weise und wohlwollende Absicht zu hemmen. Noch widriger ist die Erscheinung, daß gerade die zuletzt Befreiten (die Dissenters) so oft die unerbittlichen Gegner weiterer Befreiung sind. Wenige sind so intolerant als gerade die Geschöpfe der Toleranz. Aber kaum vermögen wir zu begreifen, wie nach einer so durchgreifenden Feststellung der Grundsätze der Glaubensfreiheit, die Wohlthat ihrer Anwendung derjenigen Race vorenthalten werden kann, die vor allen Anderen ohne alle Gefahr diesem Erperiment unterzogen werden könnte; und sicherlich konnte in keinem Fall die Zweckmäßigkeit fernerer Liberalität kräftiger durch die Erfahrung voriger Intoleranz empfohlen werden. Denn Verfolgung und Lieblosigkeit haben Jahrhunderte lang gearbeitet und Nichts bewirkt, mögen denn Billigkeit und Milde bessere Werkzeuge der Versöhnung und Annäherung werden, minder erfolgreich, als jene, können sie auf keinen Fall sein." Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l'/iNgr. 0 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Vakanzen. Die hiesige Lehrer- und Kantorstelle wird Johanni d. I. vakant. Mit derselben ist ein festes Jahrgehalt von 150 Thlr., ausschließlich Akzidenzien verbunden. Durch den Unterricht in der deutschen und englischen Sprache würde das Gehalt sich bedeutend erhöhen. Hierauf Reflektirende wollen ihre Qualisikationszeugnisse unter der Adresse „An den israelitischen Gemeindevorstand" franko einsenden. Ribnitz im Großherz. Mai 1847. Mecklenburg - Schwerin, im D. Mayer. Zum 1. September d. I. werden die Stellen eines Predigers und eines Vorbeters und Lehrers bei der hiesigen jüdischen Gemeinde vakant. Qualisizirte Subjekte, welche mit vollkommener mmn und

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