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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-24 · Heft 22 (24.5.1847) · p. Seite 337

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 22 (24.5.1847)
Date
1847-05-24
Page
Seite 337 (sequence 13)
Language
German
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337 Ois von irgend einer Seite dem Gerichte erklärt worden, die Abnahme eines Eides durch einen Geistlichen Md gar, wenn der Schwörende selbst einer ist, durch mm gleich- oder höherbesoldeten, das seien Dinge, $t, gar nicht auf jüdischem Boden gewachsen, ein höchst beleidigendes Mißtrauen enthielten, gegen das M jüdischer Seite aufs Eifrigste und zumal bei dieser schlagenden Gelegenheit protestirt würde — das hat man leider nicht gehört. Uebrigens berichten Uns im öffentlichen Blätter, daß die Gemeinde zu Altona i# nächster Zeit vom Könige ein Gemeindestatut, ähnstch dem kopenhagener, erhalten soll. Der dasige Bür- ^Pwerein hat neulich' eine Petition um vollkommene Gleichstellung der Juden beschlossen, ife Wenn von unseren hiesigen bürgerlichen Verhält- Mm auch nicht viel Fortschritt zu melden ist, so ist Kxh kein gänzlicher Stillstand vorhanden, das beweifi die in unseren öffentlichen Blättern geführten Scharmützel wegen Gewerbefreiheit u. s. w. und zu- D noch eine Sitzung der patriotischen Gesellschaft, Ditische Sektion, in welcher einstimmig folgende Rektion beschlossen wurde: „Die politische Berechti- Iig muß nicht von dem religiösen Bekenntniß abigig gemacht werden, und die Sektion ergreift diese legenheit, um ihre Ueberzeugung auszusprechen, i insbesondere die Stellung der Juden in unserm istaate weder den Anforderungen der Gerechtigkeit, h den wahren Interessen des Staats entspricht." der ersten Redaktion hieß es„ergreift mit Freudiese Gelegenheit", doch blieben die Worte „mit Duden" weg auf die Bemerkung des Dr. Baumeiib, der Gegenstand scheine ihm-nicht der Art, daß M dabei in irgend einer Art von Freude sprechen Mine. Der jetzige Zustand sei ein Unglück für 9000 I«scheu und gereiche dem Staate zur Unehre. Es »erstrebe ihm, bei der Erwähnung dieses Zustandes «Freude zu reden. Der oben erwähnte Artikel aus den Times 19540 «nstag dem 4ten Mai lautet: ,,Es wird wol nicht leicht Jemand geben, der die rtdauer der auf den Juden ihrer Religion wegen linden Beschränkungen mit anderen als den längst h geständlichermaßen als unhaltbar anerkannten Anden zu vertheidigen unternehmen wird, Gründe, 'et Anerkennung zugleich die Verwerfung jener äußerten Maßregeln ist, die wir jüngsthin verfochten «n> Zn den Zeiten, da die Religionsverfolgung noch unter der höflichen Hülle von Eiden und Testeiden sortlebte, da war keine Hoffnung, die Juden von den bürgerlichen Strafen zu befreien, die allen Nicht- Anglikanern gemein waren. Aber wenn unsere ganze Legislatur, die nothwendig den wichtigem Theil öffentlicher Meinung darstellt, dahin strebt, es klar darzuftellen, daß solche an das Religionsbekenntnis! geknüpfte Beschränkungen eine destruktive und widerwärtige Gewaltthätigkeit gegen Eins der heiligsten Rechte in sich fassen, so sollten doch die Gegner der vorgeschlagenen Freiheit irgend eine augenfällige und bezeichnende Thatsache angeben, die ohne mit dem abstrakten Glauben des leidenden Theils zusammenzuhängen, sie ohne Schaden für das Allgemeine nicht zu dem Vollgenuß der Bürgerrechte läßt. Nun kann aber nicht blos eine solche Thatsache in Bezug auf die Juden vorgebracht werden, sondern es ist im Gegentheil sehr leicht, verschiedene charakteristische Punkte nachzuweisen, die es darthun, daß sie, was soziale und politische Nützlichkeit betrifft, denen bedeutend vvranstehen, die sie noch immer von den sozialen und politischen Genüssen ausschließen. Wer ist ein guter Bürger? Die Frage möge der alte Dichter beantworten: „Qui consulta patrum, qui leges juraque servat.“ Es ist ein Unterthan, der sich den Gesetzen gehorsam aufführt, der ehrenhaft und pünktlich alle ihm gesetzlich auferlegte» Pflichten erfüllt, der dem Souverän und dessen Amtsbedienten ergeben ist, und der durch seine Kenntniß, Industrie und Klugheit seinen gehörigen Beitrag zu der allgemeinen Wohlfahrt und Glückseligkeit zuschießt. Und ist es nicht allbekannt, daß das erste herausgerissene Schock Juden diesen Aufgaben bester entsprechen würde als irgend ein anderes Schock Menschen, herausgerissen aus einer andern Glaubensklaffe? Nirgends in keinem Staate ist die Niederlassung der Juden anders als nützlich gewesen — diese Thatsache ist hinlänglich belegt durch den allgemeinen Verfall, der allemal da nachfolgte, wo es, wie so oft, Habgier und Fanatismus bis zu ihrer Austreibung gebracht hatten. Und wieder wurden jedesmal den von Unternehmungsgeist, Handel und Kapital entblößten Völkerschaften diese drei Wohlthaten durch die Einwanderung der Juden zugeführt. In neuerer Zeit erfüllt der Jude die bürgerlichen Obliegenheiten mit ausgezeichneter Treue. Er bietet dem Staate ein taxirbares Kapital (Behufs Einkommens-

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