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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-05-17 · Heft 21 (17.5.1847) · p. Seite 316

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 21 (17.5.1847)
Date
1847-05-17
Page
Seite 316 (sequence 8)
Language
German
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816 Stücke auf die Straße. Alles dies war das Werk einiger Minuten. Einige aus ihrer nahen Kaserne herbeigeeilte Tränsoldaten und die gewöhnlichen Patrouillen retteten die Familie und zerstreuten den Pöbel. Diebe von Profession indeß, wenn sie nicht den ganzen Vorfall veranlaßt, hatten ihn wenigstens benutzt, Herrn Pacifico zu berauben, der an Geld, Juwelen und Papieren einen Verlust von 100,000 Drachmen berechnet. Er wird entschädigt werden. Die Mg. Zeit, läßt auf ihre gewohnte Weise in hrem Bericht durchfchimmern, als wenn der Pöbel! icht so ganz Unrecht gehabt, und nur eine unschuldige Wiedervergeltung geübt — was denn die Deutsche Mg. Ztg. in schwesterlicher Anhänglichkeit nachdruckt. — Nun, lassen wir das griechische Diebesgesindel! Wir wollen ihm nicht wünschen, daß ihn die rächende Nemesis, welche sich in der Geschichte der Juden so besonders ost gezeigt hat, so schnell erreiche, wie es mit Bukarest geschehen, wo im Februar die Juden gemißhandelt, die Synagoge geplündert, die Torarollen zerrissen wurden, und im April ein Drittel der Stadt in Asche liegt! Frankreich. Straßburg, 2. Mai. Wir haben in No. 14 den Anfang einer Rede nach der kure verite mitgetheilt, welche der Br.'. Erckmann in der Loge „der vereinigten Brüder" Or.'. von Straßburg gegen die Ausschließung der Juden aus den preußischen Logen gehalten. Die neueste Nr. der kure verite setzt uns in den Stand, aus dem Schluffe der Rede Folgendes hervorzuheben. „Ja, meine Brüder," sagte der Redner unter Anderm, „ich scheue mich nicht es zu sagen, der Maurer, der im 19. Jahrhundert die Juden unterdrückt, ist ebenso verbrecherisch, wie es die Inquisitoren im 17. waren, die diese Unglücklichen auf die Scheiterhaufen warfen. Welche Meinung soll der Profane von uns haben, wenn ein solcher Zustand langer dauem sollte? Wissend, daß wir die Gleichheit, die Brüderlichkeit, die Ausrottung der Borurtheile proklamiren, würden, wenn sie aus schimpflicher Weise aus unseren Tempeln rechtschaffene Menschen, denen wir keinen andern Vorwurf zu machen haben, als daß sie nicht getauft sind, ausschließen sähen, diese Profanen mit Recht sagen, daß wir Fanatiker als Freimaurer verkleidet seien. Der wahre Maurer muß insonders konsequent sein in allen seinen Handlungen; sein Betragen außer der Loge muß mit dem in der Loge übereinstimmen. Nun, existirt denn dieselbe Empfindlichkeit, welche gewisse Maurer die Bereinigung mit israelitischen Brüdern in der Loge zurückweisen läßt, auch außerhalb der Loge? Nein! gewiß nicht! Also in den Logen, diesen Heiligthümern der Vernunft und Billigkeit sollen sich die verlebten Traditionen des Mittelalters verewigen, während außerhalb der Logen diese Borurtheile verschwinden, sobald das persönliche Interesse in's Spiel kommt? Kein judenfresserischer Maurer verweigert, die Meisterwerke Meyerbeers und Halsvy's zu hören; Keiner wird die Darstellungen der unnachahmlichen Rachel nicht sehen wollen; wenn in einem Prozesse es sich um Crvmieur oder herrliche, mit, durch den Papst selbst geweihten Mützen versehene Katholiken, oder mit der Quintessenz des Pietismus gesättigte Protestanten zur Vertheidigung handelt, wen wird man vorziehen? Wenn einem dieser Fanatiker ein Kind erkrankt, wird er anstehen, den berühmten jüdischen Arzt zu berufen, den zu besitzen unsre Stadt so glücklich ist und welchem der König eine so ehrenvolle Auszeichnung bestimmt hat? Es ist sehr bedauernswerth, meine Brüder, zu sehen, daß, wenn es sich um persönliche Interessen oder materielle Genüsse handelt, man stets geneigt ist zu vergessen, daß man mit Israeliten zu thun hat, während an den Orten, wo man sich dem Dienste der reinen Vernunft weiht, sinnlose Borurtheile die Stelle der Gerechtigkeit einnehmen sollen. Warum beugen dieselben Menschen, die den Juden ausschließen, so tief ihr Haupt, wenn sie im Juden den reichen Bankier erkennen? Ist das keine Selbsterniedrigung, zu antichambriren, um das Geld eines Menschen zu erlangen, welchen man nicht würdig hält, in der Loge zugelassen zu werden? Wenn hier Feilheit vorhanden, auf welcher Seite befindet sie sich?" „Ist dies nicht eine offenbare Inkonsequenz? Wie wollen sich diejenigen hier herausziehen, die, Fanatiker ohne es zu wissen, es in der That sind mit aller Gewissensruhe? Sie glauben wirklich, daß sie keine Fanatiker sind, weil sie nicht das Blut ihrer Gegner vergießen-, und denken nicht, daß ihre vorgegebene Toleranz mehr das Werk des Jahrhunderts, welches Menschenopfer nicht mehr gestattet, als eine Vervollkommnung ihrer eigenen Intelligenz ist. Die Gelegenheit, Böses zu thun, fehlt ihnen, denn die Form allein

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