Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 18 (26.4.1847)
- Date
- 1847-04-26
- Page
- Seite 267 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Riga 1× ep/1000826
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267 Korrespondenzen. Riga. Geschichte der Juden in Kurland und Zustand derselbe» in der kurländischen Gouvernementsstadt Mitau. Mitgctheilt von R. I. Wunderbar. (Schluß.) 4) was ipni-pai tna© N-I2N, Gefangenen- und Armen-Unterstützungsverein, gegründet im Jahre 1829 und reorganisirt im Jahre 1835, hat einen doppelten Zweck: erstens, die jüdischen Jnhaftirten nach jüdischem Ritus (nwa) zu verpflegen, bei ihnen an den hohen Festtagen, besonders am opo rf-i Minjan zu halten und diejenigen, welche nur Schulden halber arretirt sind, nach Umständen entweder ganz oder zum Theil loszukaufen; und dann zweitens, die heruntergekommenen Stadtzu unterstützen und sie besonders an den hohen Festtagen mit Fleisch und Brod zu versehen. Zu bedauern ist, daß gerade dieser Verein bei so großer Aufgabe, die derselbe hat, lediglich nur auf die Beitrage der Mitglieder (welches ohnedies nur 72 Kop. S. M. jährlich oder 6 Kop. monatlich beträgt) und höchstens dann und wann auch auf eine magere Kollekte angewiesen ist. Dennoch beträgt die jährliche Einnahme und Ausgabe desselben circa 200 Rub. S. M. 5) p"iL man, spater unter dem Namen vinvn nb*:3, gegründet im Jahre 1815. Ist ein Handwerksverein, zur Unterstützung heruntergekommener Handwerker, und hat ehemals sehr geblüht und einen sehrgroßen Wirkungskreis gehabt, liegt aber gegenwärtig leider brach. 6) man, gegründet 1824. Ursprünglich ein Lehrerverein zur Unterstützung dürftiger Lehrer; es werden aber auch jetzt dann und wann arme min vom Vereine unterstützt. Auch dieser Verein hat jetzt einen sehr geringen Wirkungskreis und existirt eigentlich nur dem Namen nach. 7) Die hebräische Todtenlade, gegründet im Jahre 1840, enthalt eine gewisse Anzahl Mitglieder, die Alle bei dem Sterbefalle eines derselben einen gewissen Beitrag leisten müssen; dafür aber wird der Wittwe des Mitgliedes am Sterbetage 50 Rub. S. M., oder wenn das Mitglied Wittwer wird 25 Rub. S. M. zu Beerdigungskosten zugestellt. Es bleibt dem Leidtragenden aber freigestellt, das Geld, so er dessen nicht bedürftig ist, der Kasse des Vereins zu schenken. 8) Der Jugendverein, gegründet im Jahre 1844. Laut den Statuten dieses Vereins müssen die wirklichen Mitglieder desselben unverheirathet sein; der Verein hat aber auch außerordentliche Mitglieder und Ehrenmitglieder, die auch verheirathet sein dürfen. Die Tendenz dieses Vereins ist, Geld an Unbemittelte auf Pfänder aber ohne Zinsen zu leihen, wozu die Mitglieder kräftig wirken. Jährlich wird am Stiftungstage ein Ball zum Besten der Vereinskasse gegeben. 9) Der jüdische Frauenverein, gegründet im Jahre 1849, dessen Tendenz Unterstützung armer Frauen und Mädchen und Bekleidung und Verpflegung der armen Talmud-Tora-Schüler ist. Die Mitglieder liefern entweder Geldbeiträge oder Handarbeiten, die an dem Stiftungstage, an welchem gewöhnlich zum Besten des Vereins Ball gegeben wird, verloost werden. 10) Verein zu Unterstützung der hütfsbedürftigen Israeliten in Jerusalem und zur Unterstützung der rmzr von Walosin. Die Mitglieder tragen eine freiwillige, beliebige Summe jährlich bei, welche der jedesmalige nriM von yna entweder selbst abholt, oder die Vorsteher des Vereins schicken sie wohin gehörig ab. 11) rvprM man, gegründet im Jahre 1805. Die Mitglieder versammeln sich täglich, Sommer nach dem Frühmorgens- und Winter nach dem Abendgottesdienste im nmm ma, woselbst ein Abschnitt aus der Mischna vorgetragen wird. Stirbt ein Mitglied, so geschieht diese Versammlung wahrend der maw im Trauerhause, und ein an wird für das Seelenheil des Verstorbenen gebetet. Jährlich zahlt jedes Mitglied 60 Kop. S. M., wofür Bücher angeschafft werden. Der Verein besitzt bereits eine ansehnliche Bibliothek aus verschiedenen Fächern der jüdischen Literatur, die im aufgestellt ist. 12) yy man, gegründet im Jahre 1839. Die Mitglieder versammeln sich täglich Abends im Bethamidrasch, woselbst nach dem Abendgottesdienste ein WtD aus dem ap:n yy vorgetragen wird, l(ud) dieser Verein besitzt eine kleine Bibliothek, die gleichfalls daselbst im Bethamidrasch aufgestellt ist. Jedes Mitglied zahlt jährlich nur 36 Kop. S. M. An merk. Die Armenhäuser, so wie die Verpflegung der darin wohnenden Stadtarmen, werden für Rechnung der Gemeinde von einem von Kahal erwählten Armenältesten (mpm 'dra;) besonders verwaltet. So sehr aber alle diese Vereine sich auch einerseits