Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 17 (19.4.1847)
- Date
- 1847-04-19
- Page
- Seite 256 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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256 a) Von den Beiträgen der Mitglieder, welcher 1 Rub. 44 Kop. S. M. jährlich oder 12 Kop. monatlich beträgt. jj) Von tn'-nij in der Synagoge bei Gelegenheit des nsnxn imunin narip. r) Von den monatlichen Kollekten und von den Kollekten während einer Beerdigung, einer Hochzeit und einer Beschneidung. d) Von einem Theile der sogenannten rnv-HN- Gelder. e) Endlich von dem Erlös für die Gestützte im Bethamidrasch. Die jährliche Einnahme und Ausgabe desselben beträgt circa 500 Rub. S. M. 3) tarabn s-nan, Verein zur Jugendbildung, gegründet im Jahre 1805, unterhält eine sogenannte Lehrschute von circa 50 bis 60 Schülern. Wer ein Feuerwerk gesehen hat, sagt der geistreiche Börne, kennt alle, und wer eine Talmud-Tora gesehen hat, behaupte ich, der wird auch alle kennen, und deshalb enthalte ich mich auch jeder besondern Skizzirung derselben. Gegenwärtig ist sie in Folge der temporären Vorschrift der Hebräer für die Chedarim und Talmud-Tora zwar eininigermaßen modisizirt worden, so daß in derselben außer dem gewöhnlichen hebräischen Unterrichte auch etwas Russisch rc. eingebrockt wird; verdient aber demungeachtet wegen der in derselben herrschenden tauen Disziplin keineswegs den Namen einer öffentlichen Lehranstalt. Dieser Verein wird unterhalten: a) von den festen Beiträgen der Mitglieder desselben, welcher gleichfalls 1 Rub. 44 Kop. S. M. jährlich und 12 Kop. S. monatlich beträgt; 1>) von den mmm in der Synagoge; c) von den Beitragen in der Nacht von rnsnsiö und dj von besonderen Kollekten und e) von dem Erlös des jährlichen Balles, der am Stiftungstage des Vereins zum Besten desselben gegeben wird. Die jährliche Einnahme und Ausgabe hat in den Jahren 1838 bis 1840 gegen 500 Rub. S. M. betragen. (Schluß folgt.) Belletristisches. Wer Rabbi und der Minister. Eine Novelle aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Fortsetzung aus No. 7. 9. 11. 13. 15.) 6. Der lange Bachur. „Der lange Bachur hat sich wieder gefunden, Joseph, und ist da gewesen, und hat sehr dringend gethan, dich zu sprechen," rief die Base unserm heimgekehrten Joseph zu. „Der lange David wieder da? und wo war er die vierzehn Tage, daß ihn Niemand gesehen?" „Das Hab' ich ihn auch gefragt, aber geantwortet hat er nicht; den Kopf hat er geschüttelt hin und her und in den struppigen Bart gemurmelt. Aber wie er hereingekommen, und nichts weiter gesprochen, als: Joseph? Red Joseph? so ist er auch fortgegangen, und hat nur ausgerufen: Joseph! Reb Joseph! und winkte mit den Fingern, und gestikulirte mit den Händen, und zeigte nach dem Ort wahrscheinlich, wo er wohnt. Hab' ich zu ihm gesagt: Langer David, hat Euch auch Einer entführt, wie die schöne Sara? — hat er gegrinst, als ob er mich verschlingen wollte, und ist davongelaufen." „So will ich ihn auffuchen," sprach Joseph und entfernte sich. Und so, lieber Leser, mußt Du es gestatten, mit einer neuen Persönlichkeit Bekanntschaft zu machen, welche nicht ohne Wichtigkeit ist in dem Gemälde, das wir vor Dir aufstellen. Und das wissen wir: nicht von der Außenseite dieser Persönlichkeit wirst Du dich abstoßen lassen, und nicht verweigern hineinzuschauen in dies edle Herz eines heimlichen Menschen. Ja, eines heimlichen Menschen! So, lieber Leser, laß uns die vielen Kinder Gottes nennen, welche die Größe ihres Charakters, die Höhe ihres Geistes nur in dichtestem Schatten auf Erden mit sich tragen; welche unter unscheinbarer Hülle Edetmuth, Hingebung, Liebe ohne Maß in ihrem Herzen verbergen. O, sie gehen nicht prahlend auf den Marktstraßen des Lebens einher, und verkünden ihre Herrlichkeit. Demüthig schleichen sie sich an den Wänden dahin und bitten nur um die einzige Erlaubniß: sein zu dürfen. Aber ein Auge stehet sie doch — und von einem andern wollen sie gar nicht gesehen werden. Man rühmt den Hund ob seiner Treue — was ist