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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-04-19 · Heft 17 (19.4.1847) · p. Seite 253

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 17 (19.4.1847)
Date
1847-04-19
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
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253 stücke vortrugen und der keinen Zweifel darüber aufkommen ließ, daß sie den Inhalt vollkommen begriffen: Alles zeugte eben so sehr für die Lehrgeschicklichkeit des Lehrers, der die Geisteskräfte der Knaben zu wecken und rege zu erhalten verstand, als auch für dessen erfolgreiche Methode, vermöge welcher er die Kleinen in dem kurzen Zeitraum so weit zu bringen im Stande war. Es wurde aber auch dem Herrn Rosenthal dafür der schönste Lohn, das ist die Anerkennung seiner mühevollen Leistungen, zu Theil, nicht nur von den zunächst bethciligten jüdischen Gemcindemitgliedern, sondern auch, was weit mehr sagen will, von Männern, die im Schulfache unstreitig als kompetente Richter zu betrachten sind, wie z. B. dem Regierungs- und Schulrath Herrn Dr. Grolp, dem Gpmnasialdirektor Professor I)i'. Lehmann, dem Konsistorialrath Do. Giehlow, dem Lokalschulinspektor Prediger Schacht und vielen anderen Notabilitäten, die der Schulprüfung beiwohnten. Die beiden zuletzt genannten Herren fühlten sich, wie sie sagten, aus eignem innern Antriebe gedrungen, einige kräftige Worte des Lobes und der Aufmunterung an die Schuljugend zu richten, die aber auch auf die Erwachsenen ihres sichtlichen Eindrucks nicht verfehlten, und wer diese geistbegabten christlichen Schulmänner an dem Gedeihen einer jüdischen Lehranstalt so innigen Antheil nehmen sah, mußte dies wahrlich als ein erfreuliches Zeichen der Zeit anschen und die vielfach ausgestellte Behauptung derTheilnahmlosigkeit unserer christlichen Beamten für innere jüdische Zustände als bloßes Vorurtheil erkennen! Wir können der Gemeinde nur Glück wünschen, die sich des segenreichen Wirkens eines so kenntnißvollen, seine Berufspflichten so treu erfüllenden Lehrers zu erfreuen hat, und wenn wir noch einen frommen Wunsch auszusprechcn wagten, so wäre cs der, daß. unsre weibliche Schuljugend nicht ferner, wie das leider bis jetzt der Fall ist, von dem heilbringenden Religionsunterrichte des Herrn Rosenthal ausgeschlossen bleibe. Deutschland. Mannheim, 28. März. Das Fr. I. enthält von hier aus folgenden Artikel: „Die Vorbereitungen für die vierte Rabbinerversammlung nehmen hier einen erfreulichen Fortgang; es herrscht für diese Angelegenheit unter der großen Mehrzahl der hiesigen israelitischen Einwohner die regste Theilnahme, und bereits haben sich Viele der Letzteren, die ehrbarsten und angesehensten Familien, erboten, die sich hier versammelnden Rabbiner gastlich in ihre Häuser aufzunehmen. Es sind freilich auch unter den hiesigen Israleliten nicht wenige, welche auf dem Gebiete der jüdischen Religion eine rascher vorwärts schreitende, durchgreifendere Reform anstreben, als solche von dem erwähnten Institute scheint bewirkt werden zu wollen; aber, je ruhiger man die Sache betrachtet, desto mehr muß man eingestehen, daß eine Reform, von praktischen Geistlichen ausgehend, wenn sie auch einerseits nicht das volle Genüge giebt, doch andererseits den hohen Werth besitzt, unter Berücksichtigung und Schonung bestehender Verhältnisse dem Bessern für die Zukunft eine sichere Grundlage zu schaffen. Der großh. israel. Oberrath, die vom Staate geordnete Zentralstelle für die kirchlichen Angelegenheiten der Israeliten, hat sich deshalb der Sache empfehlend angenommen, und besonders hat ihr der wackere Adolph Zimmern aus Heidelberg, jüngst zum Mitgliededes Obcrraths ernannt, mit warmem Eifer das Wort geredet. Es wird deshalb der Erlaubniß von Seiten unsrer hohen Staatsregierung zur Abhaltung der Versammlung am hiesigen Orte mit Sicherheit entgegen gesehen, obgleich die finstere Orthodoxie cs an Jntrigue und gewohnten Machinationen nicht fehlen läßt, um jener Versammlung durch Andichtung destruktiver, ja demagogischer Tendenzen hohem Orts zu schaden. Ihre Emissäre sind thätig hier, in Karlsruhe, zu Frankfurt a. M., um das Werk der Finsterniß im Finstern zu weben, jedoch vergebens! Jedermann kennt solche, gegenwärtig nicht blos unter den Israeliten vorhandene, das Tageslicht scheuende Bestrebungen, bei denen besonders die politische Verdächtigung ein beliebtes Mittelchen ist, um, sei cs auf welchem Wege immer, zum erwünschten Ziele zu gelangen. Gewiß, unsre Regierung wird sich davon nicht beirren lassen! Man hat seiner Zeit (1831) an die badischen Israeliten von Seiten der Regierung und Stände die Anforderung gestellt, durch Aenderungen in ihren religiösen Satzungen sich die bürgerliche Gleichstellung zu erringen, welches Ansinnen von ihnen, namentlich von dem sie vertretenden Oberrathe, mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen wurde. Denn nie darf das, was dem Menschen als das Göttliche gilt,

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