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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-04-12 · Heft 16 (12.4.1847) · p. Seite 240

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 16 (12.4.1847)
Date
1847-04-12
Page
Seite 240 (sequence 4)
Language
German
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240 Belgien. Brüssel, im März. Am 7. Februar hielt das Konsistorium die jährliche Rechenschaftsablage in einer Gemeindeversammlung. Am Meisten beschäftigte sich der Bericht mit dem Schulwesen, in welcher Beziehung das Bemerkenswertheste war, daß die Regierung die wiederholten Reklamationen des Konsistoriums anerkannt, und die israelitischen Schulen unter das Gesetz vom 23. September 1842 gestellt hat, so daß den israelitischen Schulen eine Beihülfe von jährlich 1700 Frs. bestimmt worden. Unter Anderm ist noch eine besondere Religionsschule zu Brüssel neben der Elementarschule eröffnet worden. Hingegen konnte man von der Regierung noch keine Erhöhung der Gehalter der jüdischen Religionsbeamten erhalten, welche jetzt kaum zu ihrer Existenz hinreichen. Die Mildthätigkeit der Israeliten, welche eben so sehr für die allgemeinen Wohlthätigkeitsanstalten ohne Unterschied des Glaubens, wie dann auch für die besonderen der israelitischen Gemeinde wirkt, wird hervorgchoben. 45 Armenschüler der israelitischen Schule erhielten während des Winters ihr gesundes Mittagbrod. Das Budget der brüsseler Gemeinde zeigt ein wachsendes Defizit, das in diesem Jahre auf fast 4000 Fr. steigen wird. Die Zulage, die den Beamten gegeben werden muß, bewirkt dieses Defizit, das jedenfalls einst durch die Negierung gedeckt werden müsse. Deutschland. Hamburg, 4. April. (Privatmitth.) Die hiesige „soziale Gesellschaft" (s. No. 11) wächst ungemein an. Sie hat das glückliche Mittel gefunden, durch wöchentliche Versammlungen, zu denen ein Jeder Zutritt hat, wer auch nicht Mitglied ist, und in denen Jeder sprechen kann, wer nur das Zeug hat, das Interesse ungemein zu steigern, so daß sie schon an 1000 Mitglieder zählt. Es finden daselbst öfters die interessantesten Diskussionen statt, welche das pro und contra von Seiten aller Glaubensparteien besprechen, und bedeutsame Samenkörner in die Brust der Hörer ausstreuen. Karlsruhe, 27. März. Nach einer neuern Ministerialverordnung soll jedesmal, wenn eine politische Gemeinde, in welcher zugleich eine israelitische Gemeinde besteht, Geldunterstützung aus der Staatskasse oder Früchte um ermäßigten Preis erhält, der verhältnißmäßige Antheil hievon dem Synagogenrathe zur Verwendung für die hülfsbedürftigen Israeliten zugestellt werden. München, 26. März. In Baiern sind gegenwärtig 59,292 Juden heimathberechtigt; die Zahl hat seit 3 Jahren um etwa 1000 abgenommen, wie man glaubt, in Folge von Auswanderungen, hervorgebracht durch den Druck unter dem gewesenen Ministerium. — Die jüdischen Lehrer sind bei der durch den König bewilligten Theuerungszulage gleichmäßig mit den christlichen bedacht worden. Aus Mecklenburg-Schwerin, 1. April. (Privatmitth.) Zum Landrabbincr ist an Holdheim's Stelle Dr. Einhorn aus Birkenfeld gewählt worden. Die Wahl geschah vom israelitischen Oberrath, welcher aus fünf Mitgliedern besteht, die 1838 von den Gemeinden gewählt worden. Worms, 18. März. (Didask.) Der Prediger A. Adler hat veranstaltet, daß von Ostern ab Sonnabend Nachmittag ein deutscher Gottesdienst stattsinde. Ulm, 13. März. (Eingesandt.) Ich ersuche die geehrte Redaktion, mir zu bezeugen, daß ich nicht Einsender und Verfasser des Artikels „von der Donau" in No. 11 d. Ztg. bin. (Was hiermit geschieht. Ne da kt.) Wenn Sie es angemessen finden, können zugleich auch einige Unrichtigkeiten des besagten Artikels berichtigt werden. So ist es unrichtig, daß mehrere jüdische Aerzte und Rechtsgelehrte Mitglieder des Leseinstituts in Buchau sind, da dort und in weiter Umgebung Buchau's blos ein jüdischer Arzt, und ein jüdischer Nechtsgelehrter wohnt. Es ist ferner unrichtig, wenn behauptet wird, der verstorbene Dr. Kaula und I)r. Dreifuß in Stuttgart hätten den jüdischen Waisenverein in Württemberg in's Leben gerufen. Dieses Verdienst gebührt einzig und allein meinem Vater, denn mein Vater faßte und entwarf den Plan zum Waisenvercin, entwarf die Statuten, legte sie der Regierung zur Genehmigung vor, und suchte die Israeliten in Stuttgart — wo er noch dazu Anfangs auf Widerstand traf — für seinen Plan zu gewinnen. Erst jetzt trat Herr Dr. Dreifuß an die Spitze des

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