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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-29 · Heft 14 (29.3.1847) · p. Seite 211

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 14 (29.3.1847)
Date
1847-03-29
Page
Seite 211 (sequence 11)
Language
German
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211 Wendung, die die Dinge genommen. Ihr Reich ist zu Ende.— Freilich, es wurde vordem auch anderseits viel gesündigt—intra muros peccatur et extra — aber was diese Leute sich erlaubt, mit welcher Stirne diese mit Verdächtigungen und Denunziationen um sich geworfen, mit welchem Uebermuthe, mit welcher Kühnheit — um nicht ein härteres Wort zu gebrauchen — diese sich geberdet — das hat noch keine Partei in Israel, welchen Namen sie auch immer haben mochte, sich zu unterfangen gewagt. Ihr Reich, wie gesagt, ist zu Ende. Möge die Hoffnung, die wir daran knüpfen, nicht getäuscht werden, möge das Ende ihres Reiches der Anfang, das Morgenroth einer schönem, einer bessern Zukunft werden für unser gesammtes Vaterland, für alle unsere Glaubensbrüder. H. Karlsruhe, 13. März. Auch die hiesige Synagoge hat den durch den Theaterbrand Verunglückten ein Traueramt gewidmet. Das Ganze war eine auf. richtige Kundgebung der Trauer um die Verunglückten, unter denen sechs mosaischen Bekenntnisses gezählt werden. Die Synagoge war schwarz behängen und angefüllt von gegen 2080 Personen jeden Standes und Glaubens. Die höchsten Zivilbehörden, so wie die ganze Geistlichkeit war zugegen. Korrespondenzen. Riga. Geschichte der Znden in Kursand und Instand derselben in der knrländischen Gonvernemeutsstadt Mitan. Mitgctheilt von R. I. Wunderbar. (Fortsetzung.) Im Jahre 1793 fand die mitau'sche Zudenschaft es angemessen, der zur Zeit auf dem Landtage versammelten Ritterschaft nachstehendes Memorial in aller Ehrfurcht zu unterlegen: „P. P. Die hiesige Judenschaft wagt es. Einer auf dem gegenwärtigen Landtage versammelten Hochwohlgebornen Ritttr- und Landschaft in tiefster Ehrfurcht sich zu nähern, und Hochderselben sowohl für die unter Ihrer gnädigen Protection bisher genossene Ruhe und Sicherheit den gerührtesten Dank abzustatten, als auch um die Fortdauer dieser hohen Beschützung Eine Hochwohlgeborne Ritter- und Landschaft auf das allerdemükhigste anzuflehen. Die hiesige Ju^enschaft kann es selbst nicht verkennen, daß wenn die Anzahl armer, herumtreibender, zu jeder nützlichen Arbeit untüchtiger Juden sich ohne Maaß und Grenzen vermehren sollte, solches für den Staat, wie für sie selbst eine drückende Last sein würde. Sie ist daher von der unverständigen Unbescheidenheit für die unbegränzte Aufnahme und Duldung aller und jeder aus ihrer Glaubcnsgenossenschaft, welche Faulheit und Noch nach Curland treibt, zu bitten, so weit als möglich entfernt. Ihre allerunterthänigste und ehrfurchtsvollste Bitte beschränkt sich vielmehr nur darauf, daß eine bestimmte mäßige Zahl sich bereits hier niedergelassenen, als rechtschaffen, arbeitsam, nützlich und sittlich bekannter Jüdischer Familien, und vorzüglich diejenigen, welche schon in ihren Vätern und Großvätern den Ruhm guter, redlicher und nutzbarer Menschen behauptet haben, ferner in diesen Herzogthümern und deren Städten geduldet, geschützet und gegen die oft so unaussprechlich harten Untertretungen und Bedrängungen solcher gesichert werden mögen, die es nur zu oft zu vergessen scheinen, daß die Bande des Glaubens das ältere Band der gemeinschaftlichen Natur und Menschheit nicht zerreißen sollen, und daß der Gott, der unser gemeinschaftlicher Schöpfer und Vater ist, anDuldsamkeit undLiebe sein Wohlgefallen hat. Daß also Eine Hochwohlgeborne Ritter- und Landschaft gnädigst geruhen wolle, diese Sache mit Sr. Hochfürstlichen Durchlaucht, dem gerechtesten und weisesten Landesfürsten, in eine ernsthafte Erwägung zu ziehen und sie Höchstdemselben nachdrücklichst zu empfehlen, das ist die unterthanigste Bitte derer, die ihr Vertrauen auf die edelmüthigen Gesinnungen und den Weltbekannten hochherzigen Charakter Einer Hochwohlgebornen Curländischen Ritter- und Landschaft gesetzt haben. Prob, den 13. Märtz 1793. Hochfürstliche Kanzley. Im Namen der hiesigen Judenschaft. Ahron Lipmann Levy, Aeltester. Jsack Moses Eidus, Aeltester." Die dritte Epoche endlich, welche aber wegen ihrer Folgen für die jüdische Bevölkerung Kurlands als die wichtigste ihres politischen und moralischen Lebens zu betrachten ist, beginnt mit dem 18. März 1795, wo die

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