Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 14 (29.3.1847)
- Date
- 1847-03-29
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Recht der Vernunft der Geschichte gegenüber geltend zu machen, sondern vielmehr das Recht der Geschichte der Vernunft gegenüber. Wir stehen in dem Stadium, wo es sich herausstcttt, daß die Vernunft ohne die Basis der Geschichte nicht bestehen kann, in welchem daher die Vernunft zur Geschichte zurückkehrt, und von ihr entlehnen will eine feste Fundamentirung, aus daß die Vernunft nicht ihrer Selbstvernichtung anheimfalle, in welchem endlich das ganze Judenthum als die Geschichte der Vernunft, d. h. der religiösen Idee, und also als die zur Geschichte gewordene Vernunft erkannt wird. Das Drama G's. hat daher keinen Bezug auf das jetzige Judenthum, sondern nur auf eine bestimmte geschichtliche Phase des Judenthums. Zeitungsnachrichten. Nordamerika. New-Aork, 28. Februar. (Privatmitth.) Ich habe in einem meiner früheren ausführlichen Berichte über die Entwickelung der jüdischen Verhältnisse in den vereinigten Staaten auf die vielen wohlthätigen Anstalten aufmerksam gemacht, die hier bestehen, und will heute nur diejenigen nachtragen, die unter den deutschen Gemeinden gegründet sind. Dieselben sind theils allgemeine, theiltz gegenseitig-wohlthätige Anstalten. 1) Die vorzüglichste ist die German-Hebrcw-Benevolcnt-Society. Dieselbe hat ein jährliches Einkommen von 2400 Dollars, und unterstützt alle jüdischen Immigranten, mögen sie .auch aus den verschiedensten Theilen der alten Welt, und nicht nur aus Deutschland sein. Der Präsident des Vereins ist ermächtigt, jedem Armen, der um Unterstützung anhält, ohne weitere Anfrage bei den Direktoren, drei Dollars zu geben; jede größere Gabe wird von den Letzteren bestimmt, und der Verein hat sich ein besonderes Verdienst dadurch erworben, daß er, wenn es seine Mittel erlaubten, die Existenz schon mehrerer Familien begründet hat. Ferner werden die Kranken unterstützt, und die beiden Aerzte, DD. Bruckmann und Mitschel, behandeln seit mehreren Jahren die von dem Vereine unterstützten Familien, ohne Anspruch auf Besoldung zu machen. Wittwen und Familien, die unverschuldet leiden, erhalten wöchentliche Summen. Das Augenmerk des Vereins ist besonders darauf gerichtet, ein jüdisches Krankenhaus zu gründen, das hier eine große Wohlthat wäre. 2) Die Mendelssohn-Gesellschaft hat besonders das Verdienst, daß sie für alle verstorbenen Juden, die noch keine sechs Monate im Lande sind und zu keiner Gemeinde gehören, unentgeldlich den Begräbnißplatz hergiebt. Uebrigens ist sie eine Unterstützungsgescllschaft für ihre Mitglieder, und die Erkrankenden erhalten eine wöchentliche Summe. 3) Die Montesiore-Society bezweckt dasselbe, hat aber noch eine Wittwen- und Waisenkasse für ihre Mitglieder hinzugefügt, die sehr gut vorwärts kommt. 4) Der Wittwen- und Waisenverein, der seit seinem kurzen Bestehen schon ein sehr bedeutendes Geld zurückgelegt, und schon mehrere Familien unterstützt hat. 5) Die Gemeinde Ansche-Chesed hat folgende zwei Vereine für ihre Mitglieder: a) die Manncrgesellschast trfiN r-Q!n«; sie stellt ihren Mitgliedern Doktor und Apotheke, und unterstützt die Erkrankenden wöchentlich noch mit drei Dollars; b) die Frauengesellschaft nipri ''NVA, die nur Doktor und Apotheke stellt. 6) Die Gemeinde hat folgende zwei Vereine: s) die Männergesellschaft bapiai na rv>88ü und b) die Frauengesellschaft mms nain«, die dieselben Zwecke, wie die der Gemeinde Ansche-Chesed haben; c) die Gesellschaft nama, die die Sarge bei Leichensallen für ihre Mitglieder arbeitet, und am Sabbat Nachmittag Versammlungen hält, in welchen Br. Lilienthal einen w« lernt, und Vorträge über jüdische Geschichte hält. 7) Die Gemeinde Rodef-Schalom hat a) die Männergesellschast ü'8in -np-o, b) die Frauengesellschaft tr«s nar-««, mit Zwecken, wie oben; c) die »»8p 88an, ganz so, wie die Gesellschaft ria^rn. 8) Die geheime Gesellschaft rppa na. Sie ist keine Freimaurer- oder Sonderliche-Brüdcr-Loge, aber ganz nach denselben gemodelt. Dieselbe hat ihre Groß- und ihre Seitenlogen; vertheilt die verschiedenen Grade, hat ihre besonderen Abzeichen, und zählt schon mehr als 300 Mitglieder. Die Unterstützungen derselben sind der verschiedensten Art, wie unter den