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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-29 · Heft 14 (29.3.1847) · p. Seite 203

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 14 (29.3.1847)
Date
1847-03-29
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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203 Freimaurern auch. Die Gesellschaft sucht ihre Mitglieder über das ganze Gebiet der vereinigten Staaten zu verbreiten, damit dem Unglücklichen und Hilfsbedürftigen brüderlicher Beistand nie fehle. Stirbt ein Mitglied derselben, so zieht die Loge mit, unter Vorantragung ihrer Insignien und ihrer Fahne, die mit der irrpy geschmückt ist; die Mitglieder tragen dabei ihre Regalien. 9) Der Schulverein, über dessen Gründung ich schon früher berichtete. Vaterlose Waisen erhalten den Unterricht unentgelblich, Kinder armer Eltern zu ermäßigten Preisen; das gewöhnliche Schulgeld beträgt für ein Kind sieben Dollars jährlich, der Beitrag eines Mitglieds zwei Dollars. 10) Die Jakobsohn-Gesellschaft zu wohlthätigen Zwecken ist eben in der Ausarbeitung ihrer Statuten begriffen. Der größte Theil dieser Gesellschaften beschränkt nun freilich seine Wohlthaten blos aus seine Mitglieder, und sie sind deshalb mehr Assekurance-Kompgnieen. Allein da die deutschen Juden im Lande noch sehr jung und nicht sehr bemittelt sind; ein hereinbrechendcs Unglück also die schwache Kraft des Einzelnen unvermeidlich zusammenbrechen würde, so wirken diese Gesellschaften ungemein viel Gutes. Sie verhindern das Sinken desjenigen, den das Unglück betroffen, und helfen dem Schwankenden wieder auf. Die jüdische Gemeinde Schaare-Chesed in New- Orleans hat, auf die Empfehlung des Dr. Lilienthal, Rev. Kohlmeyer zu ihrem Rabbinen erwählt. Es sind nun drei Rabbinate in den vereinigten Staaten, in New-York, Albany und New-Orleans. Es zeugt dieser Umstand von der stets mehr auflebenden Religiosität unter den hiesigen Juden, und ist ein gutes Prognostikon, daß das Judenthum in diesem herrlichen Lande der Freiheit feste Wurzeln fassen wird. Der letztverstorbene Chiefrabbi von England, I)r. Herschel, machte in mehreren seiner Schreiben an die hiesigen englischen Gemeinden darauf aufmerksam, daß sie Rabbinen sich erwählen sollten; allein die deutschen Gemeinden kamen denselben zuvor, und es läßt sich mit Sicherheit Voraussagen, daß dieselben in jeder Weise gedeihen werden, da sie weder von Emanzipationsnoch ziellosen Reformbestrebungen zerrissen sind. Der allgemeine religiöse Geist, der in Amerika zu Hause ist, durchweht auch die jüdischen Gemeinden, und dieselben sind daher fast durchaus konservativ. In New-Haven bestanden unter zweiunddreißig jüdischen Familien zwei Gemeinden, die die Kräfte zertheilten und ein rascheres Vorwartskommen unmöglich machten. Durch die Bemühungen des vr. Lilienthal wurden dieselben am 4. Februar h. I. in eine Gemeinde, mit dem Namen Mischkan Schalom vereinigt, welche alle für die Rabbinatsgemeinden in New-Port bestehenden Verordnungen angenommen hat. Auf Antrag des Herrn Professors Watterman wurde ein stehendes Schiedsgericht erwählt, das, um die früheren Reibungen zu vermeiden und zu keinem vBN Vib^n Veranlassung zu geben, alle in der Gemeinde vorkommenden Differenzen in höchster Instanz entscheiden sollte. In Herdford wird wahrscheinlich im Laufe dieses Sommers sich eine jüdische Gemeinde konstituiren; in Brvoklye, das am andern Ufer des Hudson, New- Pork gegenüber liegt, und außerordentlich rasch anwächst, wohnen ungefähr dreißig jüdische Familien, die die ersten Schritte gethan, um zu einer Gemeinde zusammenzutreten. In New-Ark hat sich eine Gemeinde, jetzt aus 12—15 Familien bestehend, gebildet, und erhielt von den deutschen Juden in New-Pork die Mittel, sich einen Begräbnißplatz ankaufen zu können. — In Augusta (Georgia) werden keine anderen Begräbnißplätze, als die der Stadt geduldet; dieselbe hat jedoch der dort konstituirten jüdischen Gemeinde einen Theil des allgemeinen Friedhofes mit einem besondern Eingänge abgetreten, und erlaubt, denselben einzuzäunen. — In Philadelphia hat die deutsch-jüdische Gemeinde eine Schule gegründet, die um Pesach eröffnet werden soll; in Cincinnati (Ohio) erbauen die deutschen Juden eine herrliche Synagoge für 500 Sitze in der Männerabtheilung. — Möge der Herr auch ferner, um seines heiligen Namens willens, mit uns sein, daß ich Ihnen immer Erfreuliches berichten kann. vr. Lilienthal. Frankreich. Straßburg, 10. März. Die zweite Nummer der I'ure Verite enthält sehr vieles Interessante, aus welchem wir Einiges hervorheben. Der Redakteur rühmt den Wohlthätigkeitssinn, welchen in dieser Zeit der Theuerung die elsassischen Juden abermals erwiesen haben, und kann es sich nicht versagen zusammenzustellen, was einigeelsassische Gemeinden außer

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