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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-22 · Heft 13 (22.3.1847) · p. Seite 188

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 13 (22.3.1847)
Date
1847-03-22
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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188 Menschen interessante Verbindungen anknüpfen; so werden wir dem Fortschritt unsrer Herrschaft und dem Glücke unsres Vaterlandes nützlich sein können." „Allerdings hoffe ich nicht, daß unsere Kräfte und unser Leben für die Lösung dieser gesellschaftlichen Aufgaben genügen werden. Aber Arbeiter der Zivilisation, brauchen wir unS durch die Größe derselben nicht entmuthigen zu lassen. Unsere Weisen sagen: „es ist einem einzelnen Menschen nicht gegeben, das angcfangene Werk zu vollenden, aber es ist Keinem gestattet, zu verweigern, einen Stein am Monumente der Menschheit einzusetzen." Hierauf folgte die Rede des Großrabbinen W eill, welche, so angemessen sie sich auch über die biblische und talmudische Moral ausläßt, doch keinen Gegenstand zum Ausziehen in diesen Blättern darbietet. —. Ein französisches Journal hatte erzählt, Meyerbcer habe es bei seiner Anwesenheit in Wien durchgesctzt, daß die in Wien ankommenden Juden nicht mehr die übliche Aufenthaltssteuer zu bezahlen hätten. Ein hiesiger israelitischer Handelsmann, Herr Moritz Dreyfuß, schreibt nun aus Wien an die Archiv«« israelites, daß diese Steuer noch nicht abgeschafft sei und daß er, blos seiner Religion wegen, und trotz der dringenden Reklamationen des französischen Botschafters 7 Frs. 5V Cent, für die Erlaubniß, sich 14 Tage in Wien aufhalten zu dürfen, habe bezahlen müssen. Herr Dreyfuß hat wegen dieser Exaktion gegen französische Staatsbürger sogleich eine Petition an die Kammer gerichtet, wo Herr Cremieux diese Frage nun zur Sprache bringen wird. Rußland. Die D. A. Z. giebt ohne Angabe der Quellen folgenden Artikel: Der Kaiser hat dem bestehenden Militärkodex ein besonderes Ergänzungsgesetz, die Feier der jüdischenFesttage betreffend, beigefügt. Nach demselben sollen alle Befehlshaber, in deren Truppentheilen Juden dienen, diese an allen jüdischen Festtagen, an welchen das mosaische Gesetz den Juden öffentliche Arbeiten verbietet, um den Andachtsübungen in ihren Synagogen beizuwohnen, von jedem Dienste befreien. Von der russischen Grenze wird unterm 5. März der Breslauer Zeitung geschrieben: „Nach einer neuern Bestimmung ist den russischen Militärs jüdischen Glaubens das Avancement zum Offizier gestattet." — Diese, so wie die oben mitgetheilte Nachricht über das Ruhen des jüdischen Militärs an den jüdischen Festtagen scheint auf eine mildere Behandlung der jüdischen Soldaten hinzudeuten, während allerdings, von Zeit zu Zeit uns zukommende Berichte noch von keiner Aendcrung des Verfahrens gegen die anderen Juden Kunde geben, sondern in ihrer frühem Färbung verbleiben. Deutschland. Hannover, 8. März. (Privatmitth.) Zwischen den beiden Kammern finden die beiden Differenzen in Bezug auf das Judengesetz statt, daß die zweite Kammer den Juden freien Grundbesitz, oder nur ein Haus mit l'/i Morgen gestatten will, die erste Kammer 2 Morgen, und daß die erste Kammer das Schutzgeld den Juden ab und auf die Landeskasse nehmen will, die zweite aber dieses des Prinzips wegen abgelehnt hat. Eine gemischte Kommission wird wahrscheinlich im ersten Punkte der ersten, im zweiten Punkte der zweiten nachgeben. Hamburg, im März. (Privatmitth.) Im vorigen Monat erschien in unseren Vaterstädtischen Blättern (wöchentl. gemeinnützige Nachrichten No. 38) ein Aufsatz, betitelt: „Worte derBeherzigung an christliche Mütter, von einer Mutter," welcher die Vorurtheile der Christen gegen Juden, wie sie schon in den Kinderstuben gelehrt werden, zum Vorwurfe nimmt. Da der Aufsatz in hiesigen Kreisen so bedeutenden Anklang gefunden, und Juden wie Christen sich von der Wahrheit desselben überzeugten, so wird es wol an Ort und Stelle sein, ihm ein größeres Publikum zu verschaffen; zumal da unsere vaterstädtischen Blätter das Hamburger Gebiet nicht weit überschreiten dürften. Erlauben Sie mir daher, Ihnen die hauptsächlichsten Stellen desselben mitzutheilen, damit dieselben auch in den weiten Kreisen, in welchen Ihr Blatt gelesen, die gerechte Anerkennung finden mögen! „Es ist so manches Treffliche," so beginnt die Vers., „über die Emanzipation der Juden geschrieben, daß es fast für Anmaßung gelten könnte, wenn eine Frau es zu versuchen wagt, diesem, vielfach von den

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