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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-15 · Heft 12 (15.3.1847) · p. Seite 178

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 12 (15.3.1847)
Date
1847-03-15
Page
Seite 178 (sequence 6)
Language
German
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178 litischen Waise n-Knaben-Anstalt zu Posen" über das Jahr 1846 erschienen. Wieder kann man an dieser Anstalt sehen, was Ausdauer zu vollbringen vermag. Wir heben die erste Hülste dieses Berichtes hier aus, da er auch auf manche soziale Verhältnisse hiesiger Stadt ein Licht wirst. „Die Anstalt, von deren Bestehen und Wirken wir hiermit ihren Gönnern den zehnten Jahresbericht zu liefern uns anschicken, ist allgemach aus der Epoche des Werdens, wo es galt, ihrer Existenz eine Berechtigung zu verschaffen, ihr junges Leben gegen Anfechtungen aller Art sicher zu stellen, für ihr Gedeihen zu kämpfen und eine Zukunft ihr anzubahnen — in die des Seiens getreten, worin ihre Leistungen eine vollgültige und segenvolle Anerkennung gefunden, ihren Ansprüchen an die lebhafte Theilnahme unserer Mitbrüder wenigstens nicht mehr Verkennung entgegengesetzt wird, und ihre Aufgabe vorzugsweise darin besteht, den Kreis ihres Wirkens zu erweitern. In dem Maaße, wie dieses geschieht, werden ihre Vertreter nicht sowol von mannigfaltigen Veränderungen zu berichten, als vielmehr numerische Verhältnisse darzuthun haben, und zwar nach den verschiedenen Richtungen hin, in welche die von der Anstalt zu erstrebenden Zwecke auslaufen. Sie hat sich die dreifache Aufgabe gestellt, hülflosen Waisen nächst Verleihung von Obdach, Nahrung und Kleidung auch durch Zucht und Lehre die Eltern zu ersetzen, die so Erzogenen irgend einem ihren Fähigkeiten angemessenen Erwerbszweige entgegenzuführen und endlichen bei der Erlangung ihrer Selbstständigkeit, Falls sie dessen dann noch bedürfen, zu unterstützen, und diese Wohlthat nach und nach einer großem Anzahl von Hülfsbedürftigen angcdeihen zu lassen; dazu bedarf es der lebhaften Theilnahme, der kräftigen und andauernden Unterstützung unserer Mitbrüder, die wir darum unserm Streben sich zuzugesellen unermüdlich auffordern müssen. Wie ernstlich die Direktion dahin strebt, die Wohlthat der Anstalt im größern Maaßstabe wirksam zu machen, hat sie mit ihrer Aufforderung in den vorjährigen Amtsblättern zur Anmeldung von Waisenpensionären dargethan, und ebenso zeigt das freundlichere Aussehen und das freiere Benehmen der Zöglinge in der jüngsten Zeit von der heilsamen Einwirkung der Ehrenmütter auf dieselben. Diese neue Institution so wie die Räumlichkeit in dem schönen neuen Hause erweisen sich schon jetzt als wesentliche Verbesserungen der Anstalt, und werden gewiß immer mehr auf die Gesundheit wie auf die Sitten der Knaben wohlthätigen Einfluß äußern. In dem vergangenen Verwaltungsjahre haben wir 3 Waisenknaben aufnehmen und dadurch die Besorgnisse dreier in den kümmerlichsten Verhältnissen lebender Mütter heben können: einem Vierten ist auf Veranlassung eines auswärtigen Wohlthäters (Statuten §. 37.) die Vergünstigung eines Pensionärs zugestanden worden. Dem drückenden Mangel entrissen, der Fürsorge der Direktion und der Ehrenmütter sich erfreuend, reisen diese Knaben nun einer nützlichen Bestimmung entgegen, ihre bis dahin vergebens geltend gemachten Ansprüche an das Leben sind, so weit unsere Kräfte vermögen, berücksichtiget worden, und wiederum aus drei Kinderherzen mehr steigt Dank zum Himmel empor, den Gründern dieser Anstalt gewidmet, und denen, die ihr Bestehen und ihre Dauer sichern. Drei andere Zöglinge sind der Hoffnung für eine künftige Selbstständigkeit näher zugeführt, zu verschiedenen Meistern, einem Verfertiger chirurgischer Instrumente und Bandagisten, einem Gold- und Silberarbeiter und einem Schneider in die Lehre gegeben worden. Endlich sind drei aus der Lehre getreten, als Gesellen frei gesprochen worden. Fassen wir die Resultate der Wirksamkeit des Instituts seit seinem Beginnen in's Auge, so finden wir, daß durch dasselbe 7 Zöglingen bereits die Mittel zur Selbsternährung gegeben, 12 dazu vorbereitet und 13 im Hause mit Allem, was zu ihrer körperlichen und geistigen Ausbildung Noth thut, versehen werden. Wenn wir bei der Wahl einer künftigen Bestimmung nächst der individuellen Befähigung auch noch die möglichste Ausdehnung des gewerblichen Betriebes nach verschiedenen Seiten hin, die den Juden dieser Provinz so wünschenswerth sein muß, bisher im Auge gehabt haben, so würden wir, diese Zwecke näher anstrebend, unsere Zöglinge vorzugsweise solchen Gewerben und Künsten zugeführt haben, die von unseren hiesigen Glaubensgenossen bisher noch gar nicht betrieben worden. Allein noch immer begegnen wir auf diesem Wege den Schranken, die das Vorurtheil uns setzt, und wer mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist, weiß auch, mit wie vielen Schwierigkeiten die Unterbringung jüdischer Lehrlinge bei christlichen

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