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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-15 · Heft 12 (15.3.1847) · p. Seite 176

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 12 (15.3.1847)
Date
1847-03-15
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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176 hältnisse der Juden in dritter Berathung angenommen, aber der Antrag, das Judenschutzgeld betreffend, mit 39 Stimmen abgelehnt. —. 3. März. Die erste Kammer hat in ihrer gestrigen Sitzung sowol den Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der Juden, als auch die Nachschrift, die Beseitigung des JudenschutzgeldeS, in erster Abstimmung angenommen. (Hann. Ztg.) —. Die Uebernahme des Judenschutzgelds auf die Landeskasse hat die zweite Kammer des Prinzips wegen ablehnen müssen, keineswegs aus Abneigung gegen die Juden, denn wie sie über diese denkt, beweist der am 27. v. M. auf Lehzens Antrag mit großer Mehrheit gefaßte Beschluß: die Juden zum Erwerbe von Grundeigenthum eben so unbeschränkt wie die Christen zuzulassen. —. Die II. Kammer der Stände von Hannover hat in ihrer Sitzung am 37. Februar das Ergänzungsgesetz für die Juden angenommen, jedoch den Schlußparagraphen, welcher das Recht zum Erwerbe von Grundeigenthum auf ein Haus und I*/« Morgen Landes beschränkt, dahin erweitert, daß die Juden in Bezug auf Erwerb an Grundeigenthum den Christen völlig gleichzustellen seien. Eventuell will die Kammer das Gesetz ohne jede Bestimmung hierüber publizirt sehen. Die Uebernahme des Schutzgeldes auf die Landeskasse ist wiederum abgelehnt. (H. Bl.) Hamburg, 1. März. (33. Z.) In der letzten Versammlung des Juristcnvereins wurde von einem unserer achtbarsten Advokaten, dem I)r. Knauth, eine Petition vorgelesen, in welcher der Senat aufgefordert werden soll, den jüdischen Advokaten die Führung der Prozesse auch vor den nicht-handelsgerichtlichen Foren zu gestatten. Bisher haben sich die jüdischen Advokaten des eoncepi eines christlichen Kollegen zu bedienen, weil nach einem Bürgerschaftsbeschluß vom Jahre 1818 jeder Advokat Bürger sein muß, was der Jude nicht werden kann nach unseren Institutionen. Da er aber doch durch Aufnahme in den jüdischen Gemeindeverband ebenfalls als domizilirt angesehen werden muß, hofft man um so mehr, daß diese Petition von Erfolg sein werde, als es sich lediglich um Aufhebung einer Förmlichkeit und Anerkennung eines Faktums handelt, ein Resultat der Zeit ist und um so weniger verkannt ryerden darf. Man hofft, daß gewichtige Namen diese Petition unterzeichnen werden. Aus dem Waimarifchen, im März. Der jüdische Vorsteher von Gehaus im Weimarschen stellte vor einiger Zeit den Antrag zur Gründung eines Unterstützungsvereins für die christlichen und jüdischen Ortsarmen. Er verband sich zu diesem Zweck mit mehreren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und brachte eine Vereinigung zu Stande, aus deren verhältnißmäßig freigebigen Monatsbeiträgen nun die christlichen Armen eben so, wie die jüdischen unterstützt werden. Seesen, am 3. März. (Privatmitth.) Wer nur irgend einen lebhaften Antheil an dem Wiederaufblühen der Jakobson'schen Stiftungen genommen, den wird wol die Nachricht tief ergreifen, daß am gestrigen Tage der Direktor Dr. Immanuel Wohlwill nach fünftägigem Krankenlager an einer Herzentzündung verschieden ist. Wer die Thätigkeit des Verewigten, seine pädagogische Einsicht und Umsicht, seine Festigkeit und Kraft kennen zu lernen Gelegenheit hatte, wird diesen Verlust für einen bedeutenden erachten und betrauern. Er ist hingegangen in der Kraft des Mannesalters, mitten aus seinen Entwürfen und Ausführungen! Die Jahrbücher der Jakobson's Stiftungen werden seiner als eines Wiederherstellers immerfort dankbar gedenken. Als er beim Beginne dieses Jahres in diesen Blättern Rechenschaft ablegte von seiner Wirksamkeit in den letzten Jahren (s. No. I.), ahnte er nicht, daß dieser so bald ein Ziel gesetzt werden würde; als er in diesem Berichte seinem Vorgänger Schott eine Gedächtnißtafel aufstellte, ahnte er nicht, daß es so bald die Pflicht seines Nachfolgers sein werde, ihm eine gleiche Erinnerung zu weihn! Friede seiner Asche!*) Einstweilen hat der sehr tüchtige Kandidat Lang die Aufsicht übernommen, so daß bei dem sehr geregelten Gange der Anstalt an eine Stockung vorläufig nicht zu denken. An eine Berufung wird man bald gehen müssen, und denkt man an Rhö, Jsler, Frankfurther. Aus Hamburg ist bekanntlich der verewigte Wohlwill auch gekommen, und findet man gegenwärtig dort die besten *) Wir bitten einen Freund des Verewigten um einen Nekrolog für die A. Zeit. d. Jud. Redakt.

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