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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-03-08 · Heft 11 (8.3.1847) · p. Seite 159

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 11 (8.3.1847)
Date
1847-03-08
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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159 unter der Wucht von Nahrungssorgen erliegen? Bleibt nun, trotz der Erhöhung, das Einkommen der Lehrer noch immer ein spärliches, so mögen dieselben doch in diesem Akte der Anerkennung von Seite einer hohen Regierung, so wie in der günstigen Aufnahme, welche die Kunde von der Erhöhung bei den Besseren der dortigen Gemeindemitglieder gefunden, eine Belohnung finden für die Anstrengungen ihres schweren Berufs, wie für die mannigfachen Entbehrungen, die ihnen die gegenwärtigen drückenden Zeitvcrhältniffe auferlegen. Nach den von der königl. Oberkirchenbehörde an die Rabbinate des Landes ertheilten Aufträgen, ein genaues Vcrzeichniß der Lehrer und ihrer Besoldungsverhältnisse einzusenden, zu urtheilcn, haben auch unsere Lehrer, wenigstens während der Dauer der Theurung, Hoffnung auf Besoldungserhöhung, die ihnen bestens zu gönnen ist. 0. Aus der Pfalz, 6. Februar. (Köln. Zeit.) Das Auswanderungsfieber greift starker als zuvor um sich. Selbst eine nicht geringe Anzahl Israeliten rüstet sich zum Hinüberzuge nach dem freien Nordamerika. Diesem Triebe, der alle diejenigen anregt und aufstachelt, welche eine durchgreifende Verbesserung ihrer Lage wünschen, und der namentlich bei den Juden durchdacht und selbstbewußt geworden, — sollte ihm nicht eine bewegende Thatsache zu Grunde liegen? Wer möchte das wol in Abrede stellen? Die Auswanderung wird vorzüglich stark aus der Gegend von Alzey, Worms, Osthofen, Oppenheim und Wörrstadt werden. Auch in Wöllstein, Fürfeld, Flonheim, Gauodernheim und anderen Orten rüsten sich mehrere Familien zum Abzüge. Unter allen diesen Familien befindet sich nicht eine, welche man geradezu „arm" nennen könnte. Die Meisten derselben haben ein Vermögen von 4 bis 5000 Gulden. Ein Grundeigenthümer in der Nähe von Armsheim hat durch den Verkauf seiner Besitzungen 12,000 Gulden zusammengebracht. Magdeburg, 20. Februar. (Privatmitth.) Diese Tage erst ist uns aus Hamburg ein Druckblatt zugekommen, dessen Inhalt wir hier wiedergeben. Im Ganzen scheint die Sache noch zu weit und formlos gefaßt zu sein. Es lautet: „Gesellschaft für soziale und politische Interessen der Juden. Das drückende Bewußtsein der ungenügenden Stellung der Juden Deutschlands in der Gesellschaft und im Staate hat am 10. November 1845 mehrere Gleichgesinnte zusammenzutreten veranlaßt, um zur Besserung jenes Verhältnisses das den vereinten Kräften von Privaten Erreichbare beizutragen. In vorbereitenden Versammlungen waren ihre Bemühungen darauf gerichtet, sich zunächst die Bedeutung solcher Bestrebungen und deren Zusammenhang mit allgemeineren Zeitfragen klarer zu machen, gleichzeitig aber auch das Gebiet der entsprechenden praktischen Wirksamkeit durch Versuche in Bezug auf einzelne Zweige des Schulwesens und der Gewerbthätigkeit zu erforschen. Die Resultate aus jenen theoretischen und diesen praktischen Bestrebungen, insofern sie eine weitere Thätigkeit zu regeln geeignet sind, finden sich in dem untenstehenden Programm. Der erste Theil desselben (1.—V.) enthält die leitenden Grundsätze, nach denen derjenige, der die bezeichneten Bemühungen im Allgemeinen billigt, ermessen mag, ob er sich an denselben spezieller betheiligen könne. In den nachfolgenden, die Gesellschaft selbst betreffenden Sätzen (1—3) schien es genügend, sich auf die allgemeinsten Bestimmungen über die Geschäftsthätigkeit zu beschränken, zumal da die Tagesbegebenheiten in ihrer unberechenbaren Mannigfaltigkeit zu vielerlei Anhaltspunkte bieten, als daß der Stoff im Voraus durch einzelne Rubriken erschöpfend bezeichnet werden könnte. Es ist ein weites, keineswegs genau abzusteckendes Feld, das urbar gemacht werden soll, und was bis jetzt durch Kräfte Einiger versucht und theilweise gelungen, giebt nur einen schwachen Maßstab für das, was eine größere Gesellschaft leisten könnte und sollte. Das Wenige, was bereits ausgeführt oder angebahnt oder nur besprochen ist, liegt in den über die vorbereitende Thätigkeit geführten Protokollen vor. Wer die Richtung, der die folgenden leitenden Sätze ihren Ursprung verdanken, genauer kennen lernen und die Thätigkeit und Organisation eines solchen Vereins sich veranschaulichen will, den verweisen wir auf den „Aufruf zu einer raschern Förderung der jüdischen Angelegenheiten im Vaterlande" (Hamburg, Hcrrmann Gobert, 1846), eine freilich nicht im Aufträge der bisherigen Theilnehmer, aber doch den Grundzügen nach in Uebereinstimmung mit ihnen gearbeitete Abhandlung. Indem sich die bisherigen Theilnehmer nun hier-

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