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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-02-22 · Heft 9 (22.2.1847) · p. Seite 131

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 9 (22.2.1847)
Date
1847-02-22
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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181 nimmer ruhenden Jntrigue ausgebeutet werden können, deren Zwecke auf ganz etwas Anderes als den Triumph des Christenthums gerichtet sind. Preußen. Magdeburg, 16. Februar. (Privatmitth.) Die No. 9. des Ministerialblattes enthält folgende Verfügungen, welche bei jüdischen Bürger- und Diensteiden die Schlußformel: „wenn ich falsch schwöre, so müssen mich alle Strafen treffen, welche mir in der geschehenen Verwarnung angedeutet worden sind" — abschaffen. 334) Verfügung an die königl. Regierung zu Magdeburg, betreffend die Abnahme der Bürger- und Diensteide der Bürger und städtischen Beamten jüdischen Glaubens, vom 4. November 1846. (vergl. S. 132. Nr. 207.) Da, wie ich der königl. Regierung auf den Bericht vom 3. v. M., die bei dem von dem jüdischen Kaufmann IX. als Stadtrath abzuleistendcn Diensteide anzuwendende Formel betreffend, eröffne, nach der schon Ihrerseits gemachten, ganz richtigen Bemerkung, die Vorschriften der Allgemeinen Ger.-Ordn. Th. 1. Tit. 10. §. 336. sich eigentlich nur aus assertorische Eide beziehen, und bei Bürger- und Diensteiden nicht passen, in der allerh. Kab.-Ordre vom 5. November 1833 aber keiner andern Bethcuerungsformel Erwähnung geschieht, als der: So war mir Gott helfe —, und diese bei Juden eben so angemessen ist, wie bei Christen: so ist der dortige Magistrat, dem Anträge des rc. IX. gemäß, zu bescheiden. Berlin, den 4. November 1846. Der Minister des Innern, v. Bodelschwingh. 335) Erlaß an den königl. Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, in derselben Angelegenheit, vom 4. November 1846. In dem Erlasse vom 19. Juli d. I. (Minist.-Bl. S. 132. Nr. 207.) ist zwar, dem von Ew. Hochw. gemachten Vorschläge gemäß, gebilligt worden, daß als Schluß-Betheuerungsformel bei Bürgereiden von Juden die in der Allg. Gerichtsordnung vorgeschriebene beibehalten werde, indeß paßt dieselbe schon deswegen nicht, weil darin auf die vorzunehmende Ermahnung Bezug genommen wird, die jetzt wegfällt. Der Erlaß wird daher dahin modisizirt, daß bei Bürger- und Diensteiden der Juden nur die in der allerhöchsten Kabinetsordre vom 5. November 1833 erwähnte Betheuerungsformel: So wahr mir Gott helfe! gefordert wird. Ew. Hochw. ersuche ich ergebenst, hiervon auch die königl. Regierungen zu Merseburg und Erfurt in Kenntniß zu setzen. Berlin, den 4. November 1846. Der Minister des Innern, v. Bodelschwingh. Berlin, 15. Februar. (Privatmitth.) Das Reich der Phrasen, das Reich des Dunstes, das Reich des Nebelns und Schwcbelns, wo Alles und Nichts gesagt wird, wo Alles versprochen und Nichts gehalten wird, wo man sich zum Herrn der Vergangenheit und zum Knecht der Gegenwart macht, und dabei den Herrn der Zukunft selbstgefällig nennt, und wo Alles — damit ich es kurz sage — auf leere Worte und — Geldforderungen hinausläuft, dieses Reich ist hier in Berlin noch nicht vorüber, es will sich wieder zum Floriren bringen. Warum? wird man fragen. In Berlin, wo doch scharfsinnige Männer, hochgebildete Damen wie Sand am Meere sind, sollte man da das ganze lose Spiel nicht durchschauen? In der Provinz ist man längst dahintergekommen, und lacht über das Puppenspiel der Residenz. In der Provinz, wo der gesunde, hausbackne Verstand sich nicht mit den Baisöe's schöner Worte und lockenden Geklingels begnügt, sondern nach dem derben Fleische sicherer Prinzipien und greifbarer Ideen verlangt, weiß man für was man die hochtrabenden Redensarten zu halten hat, und hat die Narrenkappe längst vom Haupte gerissen. Und warum in Berlin nicht? Weil man in Berlin eben — Nichts will. Hier will ein Jeder so sein, wie er war und ist, und da nun eben ein Religiöses nebenbei zu haben auch Mode ist, will man ein Solches, was ein Jeder an sich haben kann, ohne davon genirt zu sein; so etwas schönes Unbestimmtes, woraus man sich machen kann, was man will. Da klingen die mächtigen Worte, Zeit, Bewußtsein, Umgestaltung u. s. f. so gewaltig, daß es den Charakter des Heroischen hat, und man voll Salbung und Selbstbefriedigung wird. Frägt man aber die Berliner, nun was ist denn eure Zeit, euer Bewußtsein, eure Umgestaltung? Ja, da sagen sie andächtig: das wird schon kommen, das wird sich sinden, nur ruhig, unsere großen Männer, der und der und der, die sind schon da nach aus, wartet nur, die kommen schon am Ende damit, denn wir

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