Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 8 (15.2.1847)
- Date
- 1847-02-15
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
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118 durch seinen Religionskultus eben so Tüchtiges als der Christ auf gleicher Stufe zu leisten verhindert werde. Die ganze gehaltvolle Rede schloß mit einem Toast auf das Gedeihen und die fernere Entwickelung der Gewerbe im Allgemeinen. — Wer dieser Versammlung beigewohnt hat, wird unserm Handwerkerstande seine Achtung und Bewunderung nicht vorcnthaltcn können und dem Verein gewiß ein kräftiges Gedeihen wünschen. Möchten doch zu diesem Werke recht viele Männer, auch solche, welche kein Gewerbe treiben, dem Vereine als Ehrenmitglieder beitreten, wie es schon von manchen Kaufleuten und Gelehrten geschehen ist. Berlin, 1. Februar. Die Moses Mcndelssohnsche Waisenhausanstalt hat für das Jahr 1846 folgenden Bericht veröffentlicht: Nachdem im verflossenen Jahre einige Waisen aus der Anstalt geschieden sind, haben andere wieder Aufnahme gefunden und die Zahl der Zöglinge hat sich zwischen sechszehn und achtzehn erhalten. Die Kinder haben, wie immer, Verpflegung, Wohnung und Bekleidung, so wie den erforderlichen Unterricht erhalten. Dieselben waren, wie bisher, achtbaren Familien übergeben und es wurde darauf gesehen, sie in denselben an nützliche Thätigkeit zu gewöhnen, damit sie ihrem künftigen Berufe nicht entrückt werden. In einigen Fällen erschien es geeignet, die Waisen in dem Verbände ihrer eigenen Familienglieder zu lassen, damit die Theilnahme und Liebe der nahen Blutverwandten auf die jungen Kinder wirksam bleiben mögen. Oestere Visitationen in denjenigen Familien, bei welchen sich die Kinder zur Privaterziehung befinden, gaben Bürgschaft dafür, daß die Zöglinge in strenger Sittenzucht zu nützlichen, an ihre Bestimmung gewöhnten Menschen erzogen werden. Zur Erhaltung der Gesundheit der Waisen wurden alle erforderlichen Maßregeln ergriffen, da sich neben leichten Unpäßlichkeiten auch bedenkliche Krankheiten eingefunden hatten. Doch haben wir den Tod eines Knaben zu betrauern. Die Pflegerinnen: Frau Hofagentin Arnoldt, Frau geheime Kommerzienräthin Beer, Frau Professorin Krech, Madame Henriette Mendelssohn, Madame Marianne Mendelssohn, Frau geheime Kommerzienräthin KarolineMeyer, Frau Doktorin Rubo, haben durch ihre sorgfältige Mitwirkung so manches Bedürfniß der Anstalt befriedigt. Dieselben sind, so wie die Unterzeichneten Kuratoren stets bereit, Auskunft in Betreff des Wohlthätigkeitsinstituts zu geben. Vereinnahmt wurde in dem Jahre 1846: 1) an laufenden Beiträgen 302THI.—sgr.—pf. 2) an Zinsen 2150 - 4 - 6 - 3) an Geschenken von 3 Wohlthätern a) 15 Thlr. b) 100 - c) 135 - - 250 - — - — - -2702 th. 4sgr.6pfl Dagegen wurde verausgabt: 1) stiftungsmäßig 2432th.20 sgr. Ipf. 2) nach letztwilligen Bestimmungen einiger Gönner d. Anstalt zu nicht stiftungsmäßigen Zwecken 250 - — - — - 2682 - 20 1 - mithin sind mehr vereinnahmt . 19th.14sgr.5pf. Das in der Einnahme sub 3 c. aufgeführte Geschenk von jährlich 135 Thlr. ist auf fünf Jahre zugesagt, damit dafür auf diese Zeit eine Waise Aufnahme finden könne. Viele derjenigen Kinder, für welche durch Stiftungen für Waisen gesorgt wird, würden gewiß, wenn sie ihrem Schicksale überlassen worden wären, zu unwissenden, arbeitsscheuen und wol auch sittenlosen Menschen heranwachsen. Durch die den Waisen- Erziehungsanstalten gewidmete Sorgfalt und Theilnahme werden daher auch viele und mächtige Ursachen des Verarmens entfernt. Milde Herzen mögen uns daher in den Stand setzen, dafür zu sorgen, daß hülfslose Kinder vor späteren Verirrungen bewahrt und daß eine größere Anzahl solcher armer Waisen durch gute Erziehung zu fleißigen und gesitteten Menschen herangebildet werde. Eine Stiftung, durch welche Solches erzielt werden