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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-02-01 · Heft 6 (1.2.1847) · p. Seite 93

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 6 (1.2.1847)
Date
1847-02-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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93 Hand in Hand miteinander gehen. Ein solches inniges, freundschaftliches und gemüthliches Berhältniß zwischen Rabbiner und Gemeinde besteht, Gott sei Dank, in dem Rabbinatsbezirk Bruchsal, wovon uns die vor einiger Zeit durch die Gemeinden des Bezirkes bewerkstelligte definitive Anstellung des Rabbinatskandidaten Präger den deutlichsten Beweis lieferte. Herr Präger, welcher seit fünf Jahren als Verweser angestellt und sich während dieser Zeit durch sein ausgezeichnetes Rednertalent, durch seinen warmen Eifer für die sittliche und religiöse Hebung seiner Glaubensgcnosten, vorzüglich aber durch seinen humanen, liebreichen und anspruchlosen Charakter, die Liebe und das Vertrauen der Gemeinden seines Bezirkes erworben hat, hatte vor einigen Monaten einen Ruf nach Sachsen-Meiningen als Landesrabbiner erhalten. Ein wehmüthiges Gefühl ergriff jedes Herz, als man Kunde davon erhielt. Die Gemeinden, welche die Verdienste des Herrn Präger zu würdigen wußten, welche fühlten und erkannten, welche Gefahr den bereits durch ihn in's Leben gerufenen Instituten, als: der Konfirmation, der Rcligionsschulen resp. der bessern Gestaltung des Religionsunterrichts, dem Lokalverein für die Verbesserung der inneren und äußeren Zustände der Israeliten, durch die Scheidung dieses würdigen Mannes drohe, beschlossen, Alles aufzubieten, um diesen Mann dem Bezirk und Vaterlande zu erhalten. Sofort versammelten sich alle Vorsteher des Bezirks und, nachdem man die Einwilligung des Herrn Präger zum fernem Bleiben mit der Bedingung erhalten, daß ihm die definitive Uebertragung des Rabbinats zugesichert würde, wurde eine Deputation nach Karlsruhe zu unserm hochloblichen Oberrath zur Erwirkung dieses Erlasses gesendet. Unsre Behörde, welche die Verdienste des Herrn Präger schon längst anerkannte, kam dem Gesuche der Gemeinden mit der größten Bereitwilligkeit entgegen und kaum waren vier Wochen verflossen, als die definitive Anstellung des Herrn Präger erfolgte. Auch bei den Lehrern des Bezirks wurde die Nachricht von der definitiven Anstellung des Herrn Präger mit Enthusiasmus ausgenommen, denn alle hängen mit Leib und Seele ihm an, alle verehren ihn nicht allein als Vorgesetzten, sondern auch als Freund. Vielen Rabbinen unsres Landes kann er als Muster hierin aufgestellt werden, denn während manche andere Rabbinen nur nach der Gunst der Gemeinden buhlen und sich diese gewöhnlich auf Kosten der Lehrer verschaffen, hat sich Herr Präger durch Vertretung der Rechte der Lehrer und seine warme Theilnahme an dem Jugendunterricht als einen wahrhaften Lehrerfreund bewiesen. Wir Unterzeichnete Lehrer fühlen uns um so mehr verpflichtet, diese Anerkennung zur Oeffentlichkeit zu bringen, als wir gern unser Schärflein zur definitiven Anstellung des Herrn Präger beigetragcn hätten, allein die allgemein günstige Stimmung für denselben machte unsre Mitwirkung in dieser Sache überflüssig. Schließlich richten wir an unfern nun definitiv angcstellten Rabbiner Prager die Bitte, seinen bisherigen Grundsätzen treu zu bleiben, in seinem Eifer für die Wiedergeburt des Judenthums nicht zu erkalten, dann ist die allgemeine Zuneigung und Liebe von Bestand und ihm für immer gesichert. Jin Auftrag sämmtlicher Lehrer des Rabbinatsbezirks Bruchsal Leopold Scheuer, Lehrer. Oesterreich. Prag, 20. Januar. Die Augsb. Allg. Zeit, enthält unterm 14. folgenden Artikel von hier: „Vor einiger Zeit wurde ein Dekret erlassen, welches den Bezirk der Judenstadt (die viel zu eng geworden) um 245, fortan auch an Juden verkäufliche Häuser erweitert, doch dabei bestimmt, daß alle Juden, mit Ausnahme der Großhändler und Fabrikanten, die bisher in der Altstadt und Neustadt gewohnt (auf der Kleinseite und auf dem Hradschin durften sie niemals wohnen), in die Judenstadt ziehen müßten. Um Abänderung dieser Verordnung baten nicht nur die Juden, sondern auch viele christliche Hauscigenthümer, deren Gebäude an Werth verlören, wenn ihnen nicht gestattet wäre, Juden in Miethe zu nehmen. Die Ausführung des Dekrets wurde nun bis zum Galli-Termine d. I. sistirt. Uebrigens ist zu bemerken, daß in den vom Gesetze bezeichneten 245 Häusern ohnedies schon sehr viele Israeliten wohnen, und daß Prag die einzige Stadt der Monarchie ist, wo noch ein eignes Judcnviertel — diese mittelalterliche, auch in Gesundheitsrücksichten schädliche Einrichtung—besteht." Preßburg, 18. Januar. (Privatmitth.) Auch in vielen Gegenden des gesegneten Ungarns herrscht

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