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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-25 · Heft 5 (25.1.1847) · p. Seite 75

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 5 (25.1.1847)
Date
1847-01-25
Page
Seite 75 (sequence 7)
Language
German
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75 wenn er die gesetzlichen Anforderungen erfüllte, die Gründung eines eigenen Herdes unmöglich zu machen, wurde allmälig erfolgloser. So könnten wir noch manches Einzelne anführen, in dessen Beziehung unter Bernhards Regierung sich unsere Verhältnisse vortheilhaster gestaltet haben ic." Die Verhältnisse der Juden in unserm Lande, die so lange schon einer Regulirung durch ein neues Gesetz entgegensehen, werden wahrscheinlich auf dem nächsten Landtage, der, wie es heißt, im Frühjahr 1847 Zusammentritt, wieder zur Sprache kommen — gebe Gott, mit besserm Erfolg, als das letzte Mal im Jahre 1844, wo keine Majorität über den von der Staatsregierung vorgelegten Gesetzentwurf zu Stande kam, so wenig günstig er uns auch in vielfacher Beziehung war. Ich werde Ihnen seiner Zeit darüber berichten. Unser durch Hofmann's Tod nun über ein Jahr erledigtes Landrabbinat ist noch nicht wieder besetzt, doch dürfte diese Angelegenheit bald ihre Erledigung finden. Möge nur die Wahl eine glückliche sein und auf einen Mann fallen, der mit wissenschaftlicher Tüchtigkeit auch Gesinnungstüchtigkeit verbindet. Das Prasentationsrecht zu dieser Stelle ist den Gemeinden, obgleich das Gesetz es den altmeiningischen (d. h. allen mit Ausnahme der Hildburghäuser Gemeinde) ausdrücklich zuerkannt, abgesprochen worden, was wir zwar nicht für ein Unglück, aber doch nicht für recht halten. Auch über diese Angelegenheit sollen Ihnen seiner Zeit Berichte zugehen.*) *) Das Gedicht lautet: Hoher Fürst! am Tag des Festes, deß Dein ganzes Volk sich freut, Nah'n auch Deines Thrones Stufen wir, Jehova's Bund geweiht. Lieb' und Ehrfurcht, Dank und Huld'gung sind die Opfer, treu und wahr, Die auch wir heut' betend zünden auf des Vaterlands Altar. Wie Du stets mit Lieb' und Treue Deines Volkes Wohl gepflegt, Das der Fürsten und der Völker Herr in Deine Hand gelegt, Also weihtest Du dem edeln Werk auch stets Dein fürstlich Müh'n, Jene Ketten zu zersprengen, die noch unfern Arm umzich'n. Auf des Vaterlands Gefilden steht der Freiheit hoher Baum, Der die segenvollen Zweige breitet ob des Landes Raum; Aus dem badischen Mittelrheinkreise, 4. Januar. (Mannh. Abendzeit.) Sie erhalten hier eine Verfügung des großherz. Bezirksamts Breiten, welche Ihre Leser gewiß überraschen wird: Goldne Früchte, duftig schwellend, lichte Blüten schmücken reich, Geisterquickend, herzentzückend, kcäftestärkend jeden Zweig. Rings im Schatten seiner Zweige ist ein reges Leben wach, In geschäftigem Gewimmel regt sich's, bunt und mannigfach. Hunderttausend schaffen munter, freien Arms und fessellos. Jeder in dem angewies'nen, eignen Kreis, ob klein, ob groß. Sie genießen von den Früchten, die den Baum erfüllen ganz. Und ihr Herz und Aug' ergötzet sich an seiner Blüten Glanz. Doch inmitten all der Freien stehst Du eine Schaar noch steh'n, Der am Arm die eh'rne Fessel klirrt mit schaurigem Getön. Einst in grauen, finstern Tagen, da der Wahn geherrscht mit Macht, Hat er ihnen ein Gefängniß aufgebaut, der Sohn der Nacht, Weil sie nach der Vater Weise schöpften aus des Heiles Quell, Der, an Gottes Thron entspringend, Allen sprudelt, ewig hell. Und Jahrhunderte, sie schritten über das Gefängniß hin, D'rin die Märtyrer des Glaubens schmachteten mit Duldersinn. Endlich ist's in Staub zerfallen vor dem scharfen Zahn der Zeit, Aber von der morschen Fessel ist ihr Arm noch nicht befreit. Sie zu lösen, wol erkanntest Du den heiligen Beruf, Strebend, menschlich zu befreien, die ein Gott als Menschen schuf. Aber der Messias: Freiheit, noch erschien er nicht für sie. Seines Herolds: des Gesetzes, harren sie so spat, als früh'. Dank Dir! — Dank aus treuen Herzen, die, ist ihre Zahl auch klein, Dir, dem Vater, der sie schirmet, kindlich Liebesstammen weih'n. Dank Dir für die treue Sorgfalt, die Du in des Lichtes Geist Huldvoll unfern Gotteshäusern, unfern Bildungsstätten weihst.

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