Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-11 · Heft 3 (11.1.1847) · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 3 (11.1.1847)
Date
1847-01-11
Page
Seite 45 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225497-3225501--08289-3239092
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

45 gewiß falsch und naher betrachtet widersinnig, denn nach dem Monde laßt sich keine vollständige Zeitrechnung feststellen, wie es der muhamedanische Kalender offenbar lehrt, wo ein und derselbe Monat oder Feiertag bald im Winter, bald im Sommer fallt. Die Verbindung der Feste mit den ökonomischen Jahreszeiten, und so viele andere Stellen Ln der Bibel II. 23, 15—33, 18 und V. 16. 1 zeigen es klar, daß auf das Sonnenjahr auch Rücksicht genommen werden mußte, wozu natürlich, um das Mondmit dem Sonnenjahr auszugleichen, eine astronomische Rechnung gehört. Die Schaltmonate und der Zyklus (11T1721 nw) reichen daher bis Moses hinauf, und dies dürfte den Haupttheil des Kalendergeheimniffes, SodHcnbur, ausgemacht haben. Nachwelchen Gesetzen die Einschaltungen vorgenommen, ob zum Beispiel der jetzt gebräuchliche Zyklus von 19 Jahren oder ein Zyklus von 8 Jahren, den die Athener vor Meto und Hipparchus gebrauchten, ist nicht mit Sicherheit anzugeben und das Sanhedrin scheint dabei ein eignes nicht bekanntes Verfahren beobachtet zu haben *). So heißt es z. B. Sanhedrin 11: 8b8 12iül 2*^12272 V** 12 ^2 s-imn p 28 8b8 ,8*1221 isi*» p 28 m3i2iö2 12121 2^12273 1"8 ,2^2111 und dergleichen Satzungen, die an einen periodisch wiederkehrenden Zyklus nicht denken lassen. Ebenso ist es erwiesen, daß die D echiot und die sich darauf stützenden Formen 118 8b *121 122 112 8b 1281 zur Zeit der Amoraim erst entstanden sind und daher an eine W272 72 bl gar nicht zu denken ist. Unter den vielen Stellen wollen wir nur die Mischna Menachot Abfch. 11, 7 und 8, die dies, wie Maimuni in seinem Kommentar daselbst bemerkt, als geschichtliches Faktum aussagt! 1222 & irib bl 122:2 inii in — **i 11122 1^2121 2*b2i8 2^b22i bn 8b 2bi272 rin 8b 1122 öri2 *p72872i 121212 12 112272b I2bl Iw 12722 172812 ^2272 *8 2V2 8bl *1. So wird im T. Jerusalmi Sukka IV, 1 erzählt daß R. Simon einen Theil des p2 inb ^181 ^8 prsb *121 npibri72 lo Adu eingeführt habe. 1P272 ^2*^2 *1 8b 11122*1 8bl 112^121 1121^ ‘p 2121721 pb-^b .*121 bb2 812122 81212 8bl 12122 1l2p1 Wir sehen überhaupt nach dem Ableben des R. Jehuda Hanaßi sich das Bestreben kundgeben, feste Regeln zur allgemeinen Richtschnur auszustellen, was aber erst dann, als das Patriarchat Ln Palästina dem Erlöschen *) Die Karäer bedienen sich auch des Zyklus, Machsor Katan. nahe war, wodurch die Mondbeobachtung von selbst aufhören mußte, da ohne Semicha die Gerichtshöfe keine Befugniß dazu hatten, gänzlich durchdringen konnte. Samuel stellte den ersten Versuch an und arbeitete einen 60jährigen Kalender aus (vide Cholin 95 b '*b 1112 p2i2 prim 811212), und ec fand bald Nachahmer. So lange das Patriarchat und die Semicha nur noch einen Schein von Leben hatten, wurde Alles angewendet, die Mondbeobachtung in ihrem alten Rechte aufrecht zu erhalten, und man wollte deshalb auch diejenigen, die sich der astronomischen Rechnung bedienten, von der Verpflichtung der Doppelfeiertage nicht entbinden. Es ist dies eben ein Punkt, der wenig gewürdigt wurde und auch zu manchen Irrungen über das bekannte vi72 nbi2 Anlaß gab. Es haben auch die Herren Geiger und Beer diesen Ausdruck ganz allgemein genommen: die palästinensische Behörde verordnet u. s. w., ohne dabei zu bemerken, wer der Vorsteher dieser Behörde war, wann diese Verordnung ausging und mehr dergleichen! Durch die Beantwortung dieser Fragen wird eine nicht geringe Lücke in der Geschichte des jüdischen Kalenders ausgefüllt. Der Talmud Sanhedrin 17 b erklärt mehre Terminologien, deren sich die Talmudisten bedienten; daselbst wird nun der allgemeine Ausdruck: man schickte von Palästina, dahin erklärt, daß darunter stets R. Eleasar b. Petat verstanden sei — ilbi2 *121 iT2b8 1 — 2172 *). R. Eleasar aus Babylonien, ein Schüler Samuels und vorzüglich R. Jochanans gewann durch seine ausgebreitete Gelehrsamkeit einen großen Einfluß auf das ganze Judenthum, und wurde, betrauet mit der Semicha, zum Schuloberhaupt zu Liberias erhoben. Durch seine astronomischen Kenntnisse machte er sich bald in diesem Gebiete geltend durch mancherlei Verfügungen, vido Ketubot 112 a p^bori -o It2b8 *1 •’d , *273 ■'b “»abs 1728 1112722 '2 *121 1728 "fob ,272^b*iabD 1728 11221 1122 1112118. Dem Drange der Umstände nachgebend, faßte er den Entschluß, einen fixen Kalender mit Beibehaltung der Mondbeobachtung und der Doppelfeiertage einzuführen, daraus entstand das vielbesprochene 2172 ilbi2, um der Mondbeobachtung (12111 1211p) doch einige Wichtigkeit zu verleihen. Daß damals die Furcht des im 1122721 HW p2t sehr gegründet war, können wir aus Chulin 101b ersehen, wo erzählt wird, daß R. Eleasar wegen Verbot der Römer die Festtage zu feiern gezwungen war, den Versöh- *) Siehe Seder Hadorot und Juchasin §. v.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.