Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 11 (1847)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1847)
- Date
- 1847-01-11
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
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43 fett, bis das Wasser der Tiber ihre Häuser verlassen habe und dieselben völlig getrocknet seien." ■ (Worüber soll man lachen oder weinen — wenn solche Akte, daß man den Juden erlaubt, nicht zu ertrinken, als großmüthige Handlungen ausgeschrieen werden, oder wenn sie als solche noch ausgeschrieen werden müssen? Redakt.) —. Unter den so eben hier proskribirten Büchern befindet sich auch eine Geschichte der Juden während des zweiten Tempels: Storia degli Ebrei e delle loro sette e dottrine religiöse duraute il secondo tempio, von A. Bianchi-Giovanni. Großbritanien. London, 29. Dezember. Die vom Parlament im vorigen Jahre angenommene Bill trägt schon ihre Früchte. Ein sehr ehrenwerther Israelit, Herr B. S. Philipps, vom Hause Faudel und Philipps, ist unter den 14 für 1847 neugewählten Aldermen von London. Spanien. Madrid, im Dezember. Nur um das Vergnügen zu haben, auch einmal Spanien unter unseren Nachrichten siguriren zu sehen, bemerken wir, daß der Jude Freiherr A. M. v. Rothschild zu Frankfurt«. M. das Großkreuz des spanischen Jsabellenordens erhalten hat. Was das Geld nicht Alles macht! Der Jsabellenorden ist übrigens zum Andenken an die Isabelle, welche die Juden aus Spanien vertrieben hat, gestiftet, wenn auch erst 1815 für diejenigen, welche sich bei der Wiedereroberung Amerika's auSzeichnen werden (s. Steins gr. Geogr. k. S. 66). Nächstens wird also Herr Amschel von Rothschild zur Wiedereroberung Amerika's ausziehen, und sich bestimmt auszeichnen. Korrespondenz. Jamnitz, 17. November. Zur Geschichte des Kalenders. Zu den vielen itzt obschwebenden und meist besprochenen Fragen gehört die Frage über die Doppelfeiertage, die noch immer vergebens einer gründlichen wiffenschaftlichen Lösung entgegensieht. Herrn Geigers Entwurf in No. 25 ist, durch die trefflichen und kritischen Bemerkungen des Herrn Dr. Beer No. 31 d. Z., geziemend gewürdigt worden. Es sind besonders über die Geschichte des jüdischen Kalenders so viele schwierige, und ich möchte sagen, rathselhafte Punkte, die eines Alexanders bedürfen, und die wir, mehr um den Blick der Forscher darauf zu richten, als an eine Lösung uns wagend, in klareres Licht setzen wollen. Schon zur Zeit der Gaonim wurde, hervorgerufen durch die Kontroversen mit den Karäern, die die astronomische Rechnung gänzlich verwarfen, darüber heftig gestritten: ob zur Zeit des Tempels die astronomifche Rechnung bekannt und angewendet und endlich, ob auf die Formeln *n'h ab töan Wlx Nb Rücksicht genommen wurde? Für das pro und contra wurden Belege und Beweisstellen aus dem Talmud und oft sogar aus der Bibel in gleicher Anzahl hervorgeholt. Die heftigen Kämpfe mit den Karäern*), die ängstlich an dem Bibelwort haltend, die Neumondverßündigung (wNNi-7 Wi'p) wieder einführten, und den ganzen Kalender als eine spatere rabbinische Einrichtung verwarfen, führten zu vielen Extremitäten; so daß Saadi as Gaon, um das Atter des Kalenders zu vindiziren, behauptete, daß man nur von der astronomischen Berechnung Gebrauch machte, ohne daß je von dem Sichtbarwerden des Mondes Notiz genommen wurde**). Maimuni im Mischna-Kommentac zu Rosch Ha-Schana 2. * bemerkt dagegen mit Recht: nr-ni-pr? m *5 ‘-inan tn«» man 'idi b? Nb« nsnbrr msa inra im bsa "vinN a^torrb -wNnn s-jn nmn bas *0 /fVD,n,in -iptts IN nötta N2L NNN2 ntrt wnn *1338 üwni rrr mm ib hanmö /-TY'»8ti inbspi-T Tinsi tptsnn raan oab unpT J-iNn N72 ‘-)?3NT 'idi. Diesem offenbaren.Widerspruche auszuweichen stellte R. Chananel und mit ihm Becha'i und Abrabanel 2. B. M. 12, 2. die Behauptung auf, daß unsre astronomische Rechnung traditionell von Moses herrrühre, dem bloß nebenbei die Mond- *) Ueber den Kalender der Karäer siehe Abrabanel zu Parascha Bo. und Josts Annalen I. 1839. Dfo. 18. I. 1841. No. 10—11. %JlunH Reisebericht über die Karäer in Kahira. **) Siehe Jeßod Olam und Herrn Rapoports Bemerkungen, Bikure Haittim Theil 12. 45..