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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-11 · Heft 3 (11.1.1847) · p. Seite 42

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 3 (11.1.1847)
Date
1847-01-11
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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42 unwahr, und droht'mit gerichtlicher Verfolgung. Auch sei es unwahr, daß die drei wegen Anschuldigung der Falschmünzerei ein Jahr lang in Untersuchung gewesenen Individuen nach Sibirien geschickt worden; sie ständen vielmehr unter preußischem Schutz und seien sreigesprochen worden. Berlin, 2. Januar. (Privatmitth.) Die provisorische Religionsschule der Rcformgenossenschaft ist noch nicht als solche, sondern als eine privat-provisorische in's Leben getreten, indem die wirklich provisorische erst zu Ostern eröffnet wird; provisorisch aber giebt Herr Rebenstein Privatunterricht, 2 auch 4 Stunden die Woche. Wer will, kann seine Kinder auch hebräischen Unterricht geben lassen, nämlich — 1 Stunde wöchentlich: da werden riesenhafte Hebräer hervorgehen! So werden hier alle Ideen von vorn herein zu Grunde gerichtet. Man muß nur hinter die Koulissen schauen, was da vorgeht! Oesterreich. Pesiih, 13. Dezember. (Privatmitth.) Unter den mannigfaltigen Kämpfen, die im heutigen Israel auf dem Gebiete des Glaubens geführt werden, ist es für den Freund des Fortschritts sehr erfreulich, selbst in kleineren Gemeinden die Siegesfahne des Vorwärtsstrebens zu gewahren. Dies bekundet die ofner israelitische Jugend, die, die Idee des Judenthums in ihrer Reinheit erhaltend, ihr auch die gefällige, zeitgemäße Form nicht versagt. Herr Philipp Schüler, ein energievoller junger Mann, hat, von gleichgesinnten Freunden unterstützt, im April l. I. einen von geregeltem Choralgesange und religiösen Vorträgen*) begleiteten Gottesdienst, der der Jugend beiderlei Geschlechts zugänglich ist, eröffnet und derart organisirt, daß in der Folge sogar Familienväter, Anhänger des alten Ritus, dem „Verein zur Verherrlichung eines israelitischengesetzlichenGottesdienstes" (ri^^vri rnn) sich angeschlossen, und das Gedeihen desselben mit rühmlichem Eifer fördern helfen. *) Diese Vortrage, theils selbstständige Arbeiten, theils Vorlesungen aus vr. Ludwig Philippsons „Silocch", werden von dem Lehrer der hiesigen Gemeindeschule gehalten. Einsend. Wer ein solch zeitgemäßes Streben zu würdigen weiß, wird auch dem wirksamen Einflüsse unsres hochgeschätzten Oberrabbiners Schwab gebührenden Dank zollen, daß er diesem frommen Unternehmen anreizend und rathend zur Seite steht, und da er von anderseitigen Berufspflichten gehindert ist, in diesen Andachtsstunden das Wort Gottes selbst zu verkündigen, es jungen Talenten gern gestattet, von Zeit zu Zeit religiös-moralische Vorträge zu halten. Lobenswerth ist auch die Bereitwilligkeit, mit der der geschätzte Gemeindevorstand den Freunden dieser Andachtsstunden ihren Schulprüfungssaal einräumte, ein Moment, das für den friedlichen Sinn und den Bildungsgeist dieser Körperschaft laut genug spricht. Ueberhaupt ist die Verwaltung des hiesigen Gemeindewesens den Händen intelligenter, dem Fortschritt huldigender Männer anvertraut; namentlich sind es die Herren Aerzte Leonhard I. Kohn, Gemeindevorsteher, und Samuel Störk, die unter ihren Glaubensgenossen Bildung und zeitgemäßes Streben energisch zu verbreiten suchen. Zum Beleg dafür mag theils der vor Jahresfrist durch die Bemühung dieser geschätzten Männer in's Leben gerufene Leseverein, theils die am 17. Sept. l. I. an der Gemeindeschule veranstaltete und rühmlich ausgeführte Semestralprüfung dienen. Möge dieses rege Leben in der ofner israelitischen Gemeinde nie erstarren, und noch manches wünschenswerthe, für ihr eignes Interesse ersprießliche Werk zu Tage fördern! W. Sch. Italien. Rom, 21. Dezember. Die D. A. Z. läßt sich Folgendes schreiben: „Ein neuer Beweis von dem philanthropischen, konfessionelle Schranken da nicht achtenden Sinne Pius' IX., wo es sich um schnelle Hülfe handelt, ist unter vielen anderen in diesen Tagen gegebenen auch folgender. Die unter allen Bewohnern Roms durch die außerordentlichen Ueberschwemmungen der Tiber an dessen niedrigsten Ufern wohnenden hartbedrängten und durch schwere Verluste betrübten Juden erhielten vor drei Tagen durch einen Gnadenakt des Papstes die Erlaubniß, außerhalb ihres Quartiers (des jeden Abend bei einbrechender Nacht sonst mit eisernen Thoren verschlossenen Ghetto) so lange in dem christlichen Rom zerstreut leben zu dür-

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