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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-11 · Heft 3 (11.1.1847) · p. Seite 40

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 3 (11.1.1847)
Date
1847-01-11
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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40 mit den Männern nicht verwechselt werden dürfen, die eine Umgestaltung der Synagoge von innen heraus anstreben, zeigte sich neuerdings darin, daß ihre Bestrebungen lediglich in den breiten Strom der Lichtfreunde aller Kofessionen aufgehen. Sie haben ihren Triumph gefeiert, sie gelten auch unter den Christen als Lichtfreunde, sie werden als solche unter den Christen geduldet, ja, man ist aufmerksam genug gegen sie, man erwähnt ihrer in den öffentlichen Blättern. Was will man mehr? Als am Weihnachtsfeste eine eigne Versammlung des s. g. Montagskränzchens das Andenken des Stifters der christlichen Religion für sich feierte, fehlten auch Juden in der Versammlung nicht, und man merkte dies freundlich in den öffentlichen Berichten an. Welt, Du bist glücklich, was fehlt Dir noch?! Irgend eine positive Schöpfung hervorzubringen, mangelt es an Kraft und Lust. Irgend eine bestimmte Ueberzeugung zu hegen und diese in die Erscheinung selbstständig zu bringen, dieses Unvermögen haben sie hinlänglich bewahrt. Zelle, 18. Dezember. (Privatmitth.) Seit l'/r Jahren ist hier bereits ein geregelter Gottesdienst mit Chorgesang eingeführt, und erhält sich fortdauernd die Theilnahme der Gemeinde. Dank den unermüdlichen Bemühungen unsres Vorstehers, Herrn Daniel und dem redlichen und verständigen Wirken unsres Geistlichen, Herrn Or. Eller! Aus dem Badischen, 2. Januar. Die Zahl der Israeliten im Großherzogthum Baden ist jetzt auf 23,2ö8 Seelen gestiegen. Preußen. Berlin, 28. Dezember. (Privatmitth.) Am 23. d. starb hier eine der achtungswürdigsten Persönlichkeiten unter den hiesigen Israeliten, Herr Jtzig Goldschmidt, Pflegevater der Gesellschaft der Freunde, in seinem 8üsten Lebensjahre. In der Todesanzeige sagt der Ausschuß dieser, über 40b Mitglieder zählenden Gesellschaft: „Seit dem Jahre 1797 ist in unsrer Gesellschaft kein Krankheits-, kein Unglücks¬ und Traucrfall vorgekommen, bei welchem er nicht Trost und Hülfe zu bringen bestrebt war und wirklich auch gebracht hat." —. Von jeher hat es den Neid und Verdruß vieler Betheiligten geweckt, daß den Juden der ärztliche Stand noch offen steht, daß derselbe nicht eben so wie die Advokatur, Professur, das Lehramt rc. ihnen verboten ist — wofür freilich die Konsequenz keine Vertheidigungheranzubringen hat. Was man praktisch nicht erwirken konnte, da weder das Publikum noch der Staat sich hat hierzu heranlassen wollen, sucht man von Zeit zu Zeit theoretisch zu erschüttern, und die schriftstellerischen Manoeuvres von Rosas u. A. in Wien, zu deren nachdrücklicher Bekämpfung die A. Z. d. Jud. mannhaft beigetragen, sind noch in gutem Angedenken. Vor Kurzem tauchte ein ähnlicher Versuch hier in Berlin auf, und zwar — in der bekannten (!) „literarischen Zeitung", wo dem Juden geradezu die Befähigung abgesprochen wird, „ein wahrer Irren-Arzt oder Schriftsteller zu sein." Natürlich — weil er nicht christlichen Glaubens ist. Mit der „literar. Zeitung" darüber zu streiten, ob die Lehren der jüdischen Religion weniger — wir behaupten sogar viel mehr — geeignet seien einen irren Geist zur Gesundheit zurückzuführen, ob die Zusicherung, begangene Sünden durch ein reuiges Bewußtsein vom einigen Erbarmer vergeben zu erhalten, nicht viel eher die Beruhigung deS Gemüthes herbeizuführen vermöge, als der Glaube der literar. Zeit, an die „Erbsünde", und so fort — wäre sehr nutzlos. Bekannt ist es aber, daß in der neuesten Zeit eine große, große Zahl Menschen durch die pietistischen Schriften und Bestrebungen geisteswirre geworden — nun, vielleicht meint der Urheber jener Behauptung, daß der homöopathische Grundsatz similia similibus auch bei Irren anwendbar ist, so daß um einen solchen Irren zu heilen, das, wodurch er irre geworden, am Wirksamsten sei. Dann müßte freilich der Irrenarzt Hengstenbergische -Kollegia gehört haben! Hat man überhaupt eine Erfahrung dafür, daß ein Irrer durch kirchliche Dogmen kurirt worden? Schwerlich!!! Berlin, 2. Januar. Bekanntlich hat die Stadtverordnetenversammlung über die Frage, ob an die märkischen Landstände ein Antrag auf die Emanzipation der Juden von der Stadt zu richten sei? eine Deputation gewählt. Dieser Antrag hat in der Deputation die Mehrheit erhalten und wird ohne Zweifel gleichfalls von den Stadtverordneten genehmigt werden. —. Die hiesige Voss. Ztg. vom 29. Dezember enthält folgenden leitenden Artikel:

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