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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1847-01-01 · Heft 1 (1.1.1847) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
11 (1847)
Issue
Heft 1 (1.1.1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 man zum Berufe praktisch-tüchtig jedenfalls erst im Berufe selber wird, am Leichtesten aber, wenn in den zur allgemeinen Bildung gehörigen Lehrgegenstanden die rechte Vorbereitung für das bürgerliche Leben in allen seinen Verzweigungen gegeben ist; in welchem Falle es jener Uebergangsanstalten in der Regel gar nicht bedarf. Hieran reihe sich noch folgende Bemerkung. Nichts ist natürlicher als daß man Bitdungsanstalten nach Individuen beurtheilt, die in ihnen gebildet sind, aber billige Richter werden, bevor sie nach solchen ihr Urtheil fallen, berücksichtigen, in welchem Zustande ein Zögling der Anstalt übergeben, wie lange ec ihr gelassen und auf welcher Stufe oder aus welcher Klasse er wieder abgecufen worden ist. Denn von den entlassenen Schülern hat oft durch Schuld der Eltern, unter den gerügten Umstanden, kaum der dritte Theil die den Kräften der Einzelnen entsprechende Ausbildung wirklich erhalten können. Ich gehe zu den im Lehrerpersonal vorgefallenen Veränderungen über. Es war und ist ein Hauptaugenmerk der Verwaltung für die Anstellung von Lehrern zu sorgen, die der Bestimmung der Anstalt und dem ihr in den verschiedensten Landern Europa's bewiesenen Vertrauen entsprechen. Die würdigen Kuratoren des Instituts waren stets zu jeder Verwilligung bereit, die das Interesse der ihrer Obhut anvertrauten väterlichen Stiftung erheischte. Erledigte Stellen wurden daher sofort möglichst angemessen wieder besetzt, und die Zahl der Angestellten mußte mit der Zunahme der Schulbesucher wachsen. Die Aufgabe war nicht immer leicht zu losen, da hier neben Unterricht meist zugleich Theilnahme an der Erziehung gefordert werden muß. Verlassen hat uns bisher kein Lehrer anders als in Folge weiterer Beförderung (einen einzigen Fall ausgenommen). Am Schnellsten wurden uns die jüdischen Lehrer wieder abgerufen, welche zugleich als Vorbeter an unserm Tempel eingeübt waren. Ein Beweis, wie groß das Bedürfniß solcher Subjekte ist, und wie verdienstlich eine Bildungsstätte wirken müßte, die solche genügend für ihren Beruf ausstattete. — Was nun das Einzelne betrifft, so ging zu Michaelis 1843 ab: Herr W. Heidelmann, zum ersten Knabenlehrer in seinem Geburtsort (Langelsheim) erwählt. An seine Stelle trat Herr C. Gürbich, Zögling des Seminars zu Wolfenbüttel. Um dieselbe Zeit wurde es möglich, in der Person des Herrn E. G. Hinke, vorgebildet in dem königlichen Institut für Kirchenmusik zu Berlin, einen eignen Musiklehrer und Organisten anzustellen. Seitdem haben Gesang und Instrumentalmusik bei uns einen recht erfreulichen Auffchwung gewonnen. Zu Anfang des Jahres 1844 erhielt einen Ruf nach Bückeburg der Lehrer und Vorbeter Herr I. M. Stern. Seinen Platz erhielt Herr D. Steinberg, in der münsterfchen Lehrerbildungsanstalt und durch mehre früher bekleidete Stellen vorbereitet. Diefer wurde uns schon zu Michaelis desselben Jahres wiederum entzogen, einer Berufung der Gemeinde zu Güstrow folgend. Er wurde ersetzt durch Herrn H. Baar, der seine Vorbildung in Hannover erhalten hat. Zu Michaelis 1844 wurden noch zwei neue Lehrer angestellt: Herr U. Petri, vorzugsweise als Lehrer der französischen und englischen Sprache zu welchem Posten ein Mann ausgesucht wurde, der beide Sprachen in ihren Ländern geübt und die größtmögliche Reinheit und Sicherheit der Aussprache sich angeekgnet hatte. Der zweite Neuekngetretene war Herr C. A. Möbius, aus dem Seminar zu Eitenburg. Mit dieser Vermehrung des Personals hingen zwei andere Maßregeln zusammen, die keinen langem Aufschub gestatteten: 1) die Reduzirung der von dem Hausvater, Herrn G. Rosenstein, bisher ertheilten Lehrstunden bis auf eine Lektion täglich und die Einrichtung einer vierten Klasse, als Vorbereitungsklasse für die höheren Stufen und zur Ausnahme der jüngeren Knaben. Der in dem Organismus der Schule begründete dreifache Stufengang und die Pensa der drei bisherigen Abtheilungen haben dadurch keine wesentliche Umgestaltung erlitten, da das Klassenziel der neuhinzugekommenen vierten Klasse mit dem der bisherigen dritten fast ganz übereinstimmt, weshalb wir auch die beiden untersten Stufen III. Klaffe A und B nennen. Endlich zu Michaelis 1845 ist der letzte Lehrerwechsel vorgekommen, indem für den in seine Heimath zurückbecufenen Herrn Hinke — Herr Selmar Müller, Zögling der berliner Akademie, das Amt eines Musiklehrers und Organisten erhielt. Seitdem unterrichten in den vier Klassen der Jakobsonsschule folgende Lehrer: 1) Br. Im. Wohtwill, Direktor, 2) Herr G. Rosenstein, Hausvater, 3) - C. Lang, Cand. theol., 4) - C. Gürbich, 5) - U. Petri, Sprachlehrer, 6) - C. A. Möbius, 7) - S. Müller, Musiklehrer und Organist, 8) - H. Baar, zugleich Vorbeter im Tempel. Dazu kommt

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