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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-12-21 · Heft 52 (21.12.1846) · p. Seite 757

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 52 (21.12.1846)
Date
1846-12-21
Page
Seite 757 (sequence 5)
Language
German
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757 sich viele angesehene und gelehrte Leute befinden, von denen einer, Schwarz, aus Baiern, an einer jüdischen Archäologie mit vielen Untersuchungen über die Geographie Syriens und die Topographie Jerusalems, in hebräischer Sprache, arbeitet, einem Werke, das in der, in Jerusalem errichteten, hebräischen Buchdruckerei gedruckt wird. Preußen. Berlin, 7. Dezember. (Privatmitth.) Der unter der Leitung des Grafen Schlippenbach zusammengetretene Verein, die Armen mit Brod zu versorgen, hat seine erste Bekanntmachung erlassen (stehe vor. Nr.). Er versorgt gegenwärtig 1400 Familien mit wohlfeilem Brode. Es heißt in ihr wörtlich: „Noch müssen wir bemerken, daß bei Vertheilung der Empfangskarten durchaus kein konfessioneller Unterschied gemacht wird, sei es Jude oder Christ, wer wirklich in Noth und Elend ist, bekommt, so weit es reicht, Karten. Sämmtliche oben genannten Herren Bertheiler der Karten haben ausdrücklich die Verpflichtung übernommen, durchaus keinen konfessionellen Unterschied bei Vertheilung derselben vorwalten zu lassen, was uns um so wünschcnswerther erscheint, da wir namentlich jüdischen Wohlthätern sehr bedeutende Gaben für unsere Sache verdanken. Wir haben deshalb auch für die Königstadt, wo die stärkste jüdische Gemeinde sich befindet, extra 30 Karten an den Präses der jüdischen Armenkommission, Herrn Kommerzienrath Heymann, zur Vertheilung in seiner Gemeinde übergeben." Allerdings bemerkt manfortwährend in den Listen der Beitragenden eine Menge von jüdischen Namen, und zwar mit sehr hohen Beiträgen. Es ist dies um so beachtenswerther, da man in der Regel bei Aufforderungen zu menschenfreundlichen Handlungen die jüdische Liebe, die bekanntlich in Wohlthaten sich überaus bereitwillig dokumentirt, von vorn herein in den Bekanntmachungen zurückstößt und aus-, schließt. Wie schade, daß die Menschen erst durch die Noth tolerant und verbrüdert zu werden pflegen, aber im Wohlstände und zu Zeiten des Glückes die Freiheit der Gesinnung und Ansichten nicht zu würdigen verstehen. Jndeß hat unsre Zeit hierin doch zu bedeutende Schritte gethan, als daß wir für die Zukunft nicht die besten Hoffnungen hegen könnten. Die Menschen haben zu langeauf isolirten Standpunkten gestanden, als daß sie sich so schnell auf den Standpunkt des Menschen versetzen könnten) Hält man übrigens obiges öffentliches Zeugniß mit dem neulichsten Geständniß in denselben Blättern (No. 48:) zusammen, so zeigen also die Juden einen gleich hohen Eifer in religiösen wie wohlthätigen Zwecken — und wir können zufrieden sein. Mögen die schönen Flammen der Religion und Gemilut.Cheßed niemals in uns erloschen! Breslau, 7. Dezember. Die jüdische Gemeinde in Breslau hat außer der beträchtlichen Masse von Holz und Brod, die sie jeden Winter an ihre Armen vertheilt, mit mehren Bäckern das Uebereinkommen getroffen, daß sie an Bedürftige ein vier» psündiges Brod für 3 Silbergroschrn verkaufen. Münster, im November. (Privatmitth.)*) Hier hat endlich die Sache der Reform einen glänzenden Sieg davongetragen. Zu der am 27. v. M. stattgefundenen Versammlung bei dem königl. Oberpräsidium in Betreff der jüdischen Kultus- und Schulangelegenheiten war auch der den Lesern Ihres Blattes bereits rühmlichst bekannte vr.S.Friedländer aus Brilon speziell eingeladen. Sein energisches Auftreten, wie seine zweckmäßigen Vorschläge, mit denen er namentlich dem orthodoxen hiesigen Oberrabbiner Satro entgegengetreten, erfreuten sich des besondern Beifalls der Behörde. Dieses, so wie der Ruf und die jüngsten Lebensschicksale dieses noch blutjungen Mannes veranlaßte den hiesigen Gemeinde- Vorstand, denselben zu einer Gastpredigt in hiesiger Synagoge aufzufordern, welchem denn auch entsprochen wurde. Und wahrlich, die ganze Gemeinde ist mit Ausnahme weniger Stabilen, an deren Spitze Herr Satro, dem wackern Vorstande ungemein zu Danke verpflichtet. Herr 0r. Friedlander sprach und *) Diese uns von guter Hand zngesandte Mittheilung nehmen wir in ganz unparteiischem Sinne auf, ohne irgend welcheVerantwortlichkeit zu übernehmen. Denn allerdings halten auch wir es für nothwendig, wenn die Freunde des Herrn Dr. S. Fricdläuder einmal den Weg der Polemik beschreiten, daß derselbe selbst in einer eignen Broschüre vor der Welt sich rechtfertige, weil sonst belobende Artikel doch nur wirkungslos sei» können. Die Redakt.

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