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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-12-07 · Heft 50 (7.12.1846) · p. Seite 729

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 50 (7.12.1846)
Date
1846-12-07
Page
Seite 729 (sequence 5)
Language
German
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729 Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kassel, 20. November. Dem Franks. Journ. schreibt man: „Ein jüngst erschienener Tagesbefehl befiehlt den betreffenden Kompagniechefs, keine jüdischen Soldaten in das Jägerbataillon zuzulassen." (Es giebt Emanzipationen auf dem Papiere.) Altona, 24. November. (Voss.Ztg.) Auf die Uebersendung der Adresse altonaer Israeliten an die zweite Kammer der badischen Ständeversammlung ist vom Gehcimrath Mittermaier eine Antwort aus Heidelberg vom 15. November eingegangen, worin er unter Anderm sagt: „Ich habe mich sehr gefreut, daß unsre Kammer, nachdem sie 1831 sich gegen die Anerkennung des Grundsatzes der Gleichheit der Israeliten sträubte, 1846 endlich das ausgesprochen hat, was lange schon hätte geschehen sollen. Ich habe nie begreifen können, daß man Bürger, die alle Pflichten wie ihre Mitbürger erfüllen müssen, von Rechten blos wegen der Religion ausschließt. Die Beobachtung der Zustände in Ländern, in denen die Israeliten alle Rechte genießen, hat mich belehrt, daß keine Gefahr den Christen aus der Gleichstellung droht." Preußen. Breslau, 23. November. (Privatmitth.) Nachdem ich den geehrten Theilnehmern an der Versammlung deutscher Rabbiner bereits die erfreuliche Mittheilung von der Sympathie und der zugesagten Mitwirkung des Mannheimer Vereins für Verbesserung jüdischer Zustände gemacht habe, kann ich heute die weitere frohe Botschaft hinzufügen, daß unter dem 16. d. eine Zuschrift wohllöbl. großherzogl. Synagogenrathes in Mannheim vom 9. d. an mich gelangt ist, welche, als Antwort auf ein von mir unter dem 6. August an diese Behörde gerichtetes Schreiben, in offizieller Weise zur Abhaltung der vierten Versammlung in Mannheim auffordert, resp. unfern ausgesprochnen Wunsch aufnimmt. Indem ich mich ungern enthalte, das Schreiben ausführlich mitzutheilen, weil ich nicht weiß, ob dies den Wünschen löbl. Synagogenrathes entspricht, so bin ich es doch der Versammlung schuldig, folgende Stellen zu veröffentlichen. „Die in Ihrem eröffnete Aussicht, daß die vierte Rabbinerversammlung in unsrer Stadt werde abgehalten werden, hat bei der lebendigen Theilnahme, welche wir und unsre Gemeinde an den bisherigen Bestrebungen der R. V. nahmen, uns in hohem Grade befriedigt, und mit Freuden werden wir die ehrwürdige Versammlung in unseren Mauern begrüßen." Und am Schluffe heißt es: „Wir können Ihnen die Versicherung wiederholen, daß Ihren Verhandlungen die regste Aufmerksamkeit wie in unserm ganzen Vaterlande, so auch bei uns sicher zu Theil werden wird, und daß von unsrer Seite Alles geschehen wird, was in unseren Kräften steht, um die Abhaltung der Versammlung und deren Verhandlungen zu fördern." So mögen wir denn freudigen Muthes, ohne auf Schmähungen rechts und links zu achten, der eignen Ueberzeugung treu, aber auch dessen, was für die Gegenwart heilsam einzuwirken geeignet ist, eingedenk, uns für die schöne Zeit vorbereiten, die uns unter Gottes Beistand wieder zusammensühren wird zu ernster Debatte und friedlicher Verständigung. Geiger. Stolp, im November. (Privatmitth.) Das Kolonisationsprojekt für die Juden im Großherzogthum Posen hat seit seinem Entstehen schon durch fast alle Blätter die Runde gemacht und wie gewöhnlich, wo es sich zur Zeit noch um bloße Theorien handelt, sein Für und Wider gesunden. Daß das Projekt selbst, wenn es einmal zur Ausführung gediehen ist, äußerst wohlthätig auf die Juden in Posen wirken wird, unterliegt keinem Zweifel und Alle, welche zu dessen Realisirung beitragen, dürfen des Dankes in der Zukunft gewiß sein. Aber es erheben sich zur Zeit, da die ganze Sache noch mehr dem Bereiche der Idee angehört, schon manche Zweifel an der Ausführbarkeit, und Bedenklichkeiten werden rege gemacht, die eben beweisen, wie aller Theorienkampf ein leerer, gehaltloser ist, wo der praktische Blick und wo die Erfahrung fehlt. So hat besonders ein Mitglied des Komitv's für die Kolonisation geglaubt, einen Punkt hervorheben zu müssen, der allerdings wichtig scheint, aber keineswegs eine solche Entscheidung fordert, wie sie jenes Mitglied gegeben wünscht: es ist die Frage über das Feiern von der Feldarbeit an Sabbat- und Feiertagen; und jenes Mitglied meint die feste Ueberzeugung (?) aussprechen zu dürfen, daß ohne

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