Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 49 (30.11.1846)
- Date
- 1846-11-30
- Page
- Seite 712 (sequence 4)
- Language
- German
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712 die nicht allein im Ausdruck und Ln der Ein kl ei du n g, sondern auch in der Nothwendigkeit des Stückes für Jecheskel und im Charakter sich erweiset, ja endlich vollständig Ln dem klar gelegten Motiv sich heranssiellt: in den Exulanten Mitten im babylonischen Götzendienst die Idee des einzigen Tempels und des diesem geheiligten Priefterinstituts als Mittelpunkts der Religion des Einigen lebendig zu erhalten, und bei der Rückkehr in Palästina durch Entfernung aller Streitelemente und durch Annäherung an die mosaischen Zustände das Leben des Lölkes in seinem Berufe zu befestigen. Diese Andeutung genüge hier, da die Frage über die Echtheit zu unserm heutigen Zwecke von wenigerm Belang ist, indem das Stück dennoch in keine andre Zeit versetzt werden kann, als in die Zeit des babylonischen Exils, in welcher es allein die Lösung seiner Existenz finden kann. Diese neun Kapitel find das einzige Prophetenflück, welches das mosaische Gesetz bespricht, und eine Modifikation desselben heran bringt. Bei den übrigen Propheten finden sich Andeutungen, eine ausführliche Besprechung nur hier. Man könnte nun hierin einen direkten Widerspruch finden: das Motiv soll Annäherung an die mosaischen Zustände, und der Inhalt Modifikationen des mosaischen Gesetzes sein? Allein eben die Verträglichkeit, ja die höhere Identität dieser beiden Momente ist der Mittelpunkt der Reform, und erhält durch den Nachweis bei dem Propheten eine eigenthümliche Beleuchtung. Denn allerdings ist der ganze Boden, auf welchem der Prophet steht, mosaisch. Ties wollen wir mit Kurzem betrachten. Der Tempel, der K. 40—42 beschrieben wird, ist in seinem wesentlichen Bestandtheil, im Heiligen und Allerheiligsten, ganz der Schelomoh's, bis auf die Ellenzahlen, nur die Maße des innern und äußern Hofes, die Gebäude um diese, der ungeheuere Vorraum mit der Mauer von 500 Ruthen Länge find eigenthümlich. Eben hierdurch erweist sich auch hierin das Motiv: das Bild der Vergangenheit in den vergrößernden Maßen der Vision für die Zukunft aufzubewahren. Die Opfer bestehen aus denselben Gattungen, wie in der Tora: rsn:?: dien n N72 (40, 39. 42, 13. 43, 27. ff.), fie werden o^unpn 42, 13. wie 3 Mos. 21, 22. Lnb 44, 3. wie 3 Mos. 21, 22. genannt, ferner: v"! vb? p^itS 43, IS. *nisr-n 43, 27. Die Priester dürfen vom Opfer nur an „heiligem Orte" essen 42, 13. wie 3 Mos. 6, 9. 19,, es findet ein siebentägiges Weiheopfer der Priester statt 43, 19. ff. ganz dem 2 Mos. 29 gleich (vgl. besonders V. 21. mit 2 Mos. 29, 14.), s. noch 44, 7. übereinstimmend mit 3 Mos. 22, 25. Das Priesterinstitut ist dem mosaischen völlig gleich; das Amt der Priester nach den drei Richtungen: Kultus, Belehrung, Richteramt, wird gleicher Weise bestimmt 44, 23. 24. wie 3 Mos. 10, 10. 11. 5 Mos. 17, 8. ff. 33, 10., die Ausdrücke sind dieselben: •»seid MWöts 40, 45. wie 4 Mos. 3, 7. u. oft, irwab 40, 46. wie 4 Mos. 3, 6. u. oft. r-p labtt 43, 26. wie 2 Mos. 29. -H -ji-ob 44, 13. wie 2 Mos. 29, 1.; die Kleider der Priester sind dieselben 44, 17. 18. wie 2 Mos. 28. 39, 28. (vgl. besonders 42, 14. 44, 19. mit 3 Mos. 6, 4. 16, 23.); eben so die Verordnungen über die Haltung der Priester, wie: Verbot der Glatze 44, 20. s. 3 Mos. 21, 5. Verbot des Weintrinkens vor dem Eintritt in's Heilige 44, 21. s. 3 Mos. 10, 8. Verbot der Beschäftigung mit Todten außer den nächsten Verwandten 44, 25. s. 3 Mos. 21, 1—3., ihre Stellung und Zukommniffe 44, 28—30. Vgl. V. 31. noch mit 3 Mos. 22, 8. Hinsichtlich der Feste werden Peßach und Sukkot mosaisch bestimmt 45, 21 — 25. nm n:iö 46, 17. mit 3 Mos. 25, 10. Und gerade da, wo JecheSkel in diesem ganzen Stucke am Originalsten anftritt — zeigt sich das bewußte Streben, in die mosaischen Zustände zurückzukehren, zeigt sich die ideelle Uebereinstimmung mit Mosche, ohne Buchstaben- Übereinstimmung, am Deutlichsten: in der zukünftigen Verfassung des Landes. Nachdem nämlich die Grenzen des Landes 47, 15—20. mit 4 Mos. 34, 3. ff. übereinstimmend angegeben worden, wird das Land in sehr regelmäßigen Vierecken unter die Stämme vertheilt. In der Mitte des Landes wird ein Landesstück von 25,000 Quadratruthen abgetheilt, von welchem nördlich 25,000 R. breit und 10,000 R. lang für die Priester, 10,000 R. lang für die Leviten, 5000 R. lang, südlich, für die Stadt bestimmt ist. In der Mitte des Priestertheils sollen 500 Quadratruthen für den Tempel mit 50 Ellen Bezirk umher sein, in der Mitte des Stadtantheils soll die Stadt, im Viereck, an jeder Seite mit 3 Thoren, die nach 3 Stämmen benannt sind (wobei ganz nach mosaischer Zeit Joseph und Levi bestehen), liegen. Die Stadt ist vom Tempel daher 17,500 Ruthen getrennt. Was längs diesem ganzen Stücke an derWest- und Osiseite bis zu den Landesgrenzen übrig blieb, sollte dem „Fürsten" von Israel gehören. Die Stadt sollte