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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-11-23 · Heft 48 (23.11.1846) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 48 (23.11.1846)
Date
1846-11-23
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 sagt, daß die falsche Folgerung eine andere als die von uns mitgethrilte sei? Folgerungen können nur vermöge Schlüffe aus Prämissen stattsinden. Die Prämissen sind hier gegeben, warum soll nicht das gefolgert werden können und dürfen, was wir angegeben haben? Die Folgerung des Herrn Redakteurs ist eine sekundäre. Weil der Jude, der deutsche, stets bei Adonai, also bei einem Fremdnamen, schwur, mußte sich beim Christen die Folgerung Herausstellen, daß dem Juden der Eid auch nur bei Adonai geschworen heilig sei. Aber dieser Schluß basirt doch immerhin nur auf der von unS gegebenen primitiven Folgerung. Eben weil der Christ annehmen muß, Adonai sei der Gott der Juden, also eine besondrer Gott, ein spezieller, und nicht gleichbedeutend mit dem allgemeinen Allwesen, ebendeshalb hält er auch nur den Eid bei Adonai für verbindlich. Dabei kann die Erklärung, welche die Redaktion giebt, nur als Nothbehelf, als Lückenbüßer betrachtet werden. Unsre Lehre bedarf dieser nicht; der Fehler ist uns, nicht der Lehre zuzuschreiben: er muß radikal geheilt, nicht mitigirt werden. Die mitgetheilte Erörterung über „Gott" und „i-ni-p" scheint uns eben wenig von Bedeutung. Wir müssen es negiren, daß „nin^" mehr bedeute, oder einen bestimmten Inhalt, das Wort „Gott" aber keinen nähern Inhalt gewähre. Wenn „mrr" schlichtweg das AUwesen bedeutet, so bedeutet es „Gott" auch; erörtert der Herr Redakteur aber mit der Bibel die Etymologie des Wortes und findet den Begriff der Ewigkeit darin, so finden wir hinwiederum im Worte „Gott" das gütige, das allgütige Wesen — die Liebe. — Uebrigens spricht der Jude bei der Eidesleistung nur das Wort ■oin den „AllHerrn" aus, wenngleich er sich die Buchstaben riiN' ansieht, worin wol nichts Wesentliches gesuchi oder gefunden werden mag. Im Gegentheil könnten wir behaupten, daß das Wort „Gott" einen bestimmten Inhalt gebe, nicht aber das Wort „i-nrr" (die Negation alles Zeitlichen und Veränderlichen). Hr. Herzberg. (Wir haben obige Erwiderung mit ^Vergnügen entgegen- und ausgenommen. Wir gestehen, daß wir nicht gern über verschiedene Ansichten ventiliren, sondern sie lieber Beide hingestellt sein lassen, um ihre praktische Lösung der Zeit zu überlassen. Daher nur folgende Bemerkungen. Wir nehmen durchaus Partei gegen den preußischen Eid more judaico, und hoffen denselben ebenso wie in Frankreich fallen zu sehen. Jndeß je mehr dies nur auf dem Wege der Intelligenz geschehen kann, desto wünschenswerther ist es, daß die Sache in Offenheit, ohne Uebertreibung und geradeaus geschehe. Wir sind über die Unzweckmäßigkeit der bisherigen Verwarnung mit Herrn vr. H. einverstanden, und haben ja erst No. 44 einen Beitrag dazu geliefert; auch in dem Ungeziemenden, in der Verwarnung einem Eidbrüchigen die Aussicht einer Sühne zu eröffnen, stimmen wir überein. Wenn er aber in seiner Erklärung gesagt hatte: „daß das Verbot des Meineids und die Androhung der unabwendbaren Strafe zufolge des Pentateuchs ein absolutes" sei, so wurde, was die unabwendbare Strafe betrifft, durch die von uns zitirten Stellen die Unrichtigkeit der Bemerkung erwiesen. Denn Herr vr. H. hatte ja nicht gesagt „zufolge derZehnworte", sondern „des Pentateuchs." Mit Unrecht behauptet aber Herr vr. H., daß in 3. Mos. 5, 1 und.21 ein absichtloses Handeln, ein Anhörcn eines Fluches zu verstehen sei. Die Worte V. I: 'iri is tom nb» bip nsuwi bedeuten nicht ein bloßes „Anhören", sondern die ganze Form eines gerichtlichen Zeugeneides nach hebräischer Sitte, die Beschwörung des Zeugen durch den Richter, die Wahrheit auszusagen. Noch weniger kann V.21und22 auf ein absichtsloses Handeln gedeutet werden: in ynpoa wma «ssm inn» ns pi2J3> in — nnmona und ->pw b» werden -nimmermehr absichtslose Handlungen oder ein „ohne Bewußtsein abgelegter falscher Eid" sein. Schwerlich kann auch Herr vr. H. bei ruhiger Erwägung gemeint sein, daß darum alles Konfessionelle abzustreifen sei, weil anderen Religionsparteien Angehörige daraus eine falsche Ansicht ziehen könnten. Jeder Christ kann sich zu aller Zeit darüber unterrichten, ob 'n einen besondern Judengvtt bedeute. Jeder Christ kann, wenn er nur einen Blick in unsre Religionslehren wirft, sich überzeugen, daß gerade das Judenthum den Gott, Schöpfer des Alls, lehrt und bezeuget. Was endlich den Begriff von 'n und Gott betrifft, so lehrt der Gebrauch, daß wir allerdings im Rechten sind. Niemand steht an, das Wort Gott, Götter zu gebrauchen, selbst wo von den mytholo-

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