Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 47 (16.11.1846)
- Date
- 1846-11-16
- Page
- Seite 679 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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679 Ha, da flammt' es herab aus der Wolke, der zuckende Blitzstrahl, Zehrte das Opfer im Ru und den Altar von Stein und die Grube; Niedersanken des Volkes schlotternde Knieen zur Erde, Und es dröhnte der Ruf: Rur der Ew'ge ist Gott, nur der Ew'ge! Und sie führten hinab die Priester des gräulichen Götzen An das Ufer des KL schon, und schlachteten höhnend sie Alle. Aber vom hohen Palast erschaut es Achab'S Gemahlin, Jsebel, knirschet vor Wuth, daß ihre Priester gemordet, Sendet der Söldlinge Schaar — schnell stiebet das Volk auseinander, In die Tempel des Baal zum schnöden Schutze sich flüchtend; Und ich eilte von dannen, zur Wüste, mich einsam verbergend, Bis zum Berge des Herrn der pilgernde Fuß mich geführet. Sieh' so Hab' ich geeifert um Gott, den König der Heerschaar, Denn sein Bund ist gebrochen, und seine Altäre zerstöret, Seine Propheten getödtet: nur ich bin übrig geblieben. Und sie trachteten mir nach dem Leben — ich wünsche zu sterben!" „Hast geeifert, Elija!" so spricht der Bote des Herrn ihm, „Geh nun hinaus auf den Berg und tritt auf den ragenden Gipfel." Und er klimmet hinauf und tritt auf den ragenden Gipfel. Horch! da brauset ein Sturm daher um den ragenden Gipfel, Berge zerreißend und Felsen zertrümmernd, mit dunkele» Nächten Rings die Erde verhüllend, als ob er die Erde begrübe — Doch nicht im Sturm war der Ew'ge: es fuhr vorüber der Sturmwind. Nach dem Sturme Erbeben der Erde; es bebte die Erde, Berge zertrümmerten, Felsen zerrissen, es stiegen die Meere Ueber die sinkenden Küsten, als ob sie die Erde begrüben — Doch nicht im Beben der Ew'ge: cs fuhr vorüber das Beben. Nach dem Beben das Feuer; es flammte zum Himmel das Feuer, Aus den Gründen der Erde und aus den Tiefen und Klüften, Und vom Himmel hernieder, daß beide sich zischend bekämpften Berge zerschmelzend und Felsen zertriefend und Klippen zerschlagend, Ringsum flammten die Flammen, als ob sie die Erde begrüben — Doch nicht im Feu'r war der Ew'ge: eS fuhr vorüber das Feuer. Horch! da kommet ein Säuseln, ein lindes, sanftes Gesauset, Leis' erklingend und fahrend und süß den Erdkreis umfächelnd, Ruhe dem Müden und Trost dem Trauernden, Friede dem Kämpfer, Balsam dem Schmerz und Erlösung Gedrücktem, Versöhnung dem Reu'gen Bringend im Säuseln — — im linden Säuseln der Ew'ge.... Hast geeifert, Elija, in Zeiten des Kampfs und des Eifers! Sturm und Beben und Feuer, sie kamen über die Erde; Wol Jahrtausende brausen sie fort um der Menschen Geschlechter, Daß sie im Sturme erstarken, im Beben bestehen, im Feuer Glühen und härten, bis einst die Schlacken alle verglühten: Siehe, dann kommH das Säuseln — und Sturm und Beben vergehen, Lindes Eesäusel des Friedens — eS schwindet die Flamme des Eifers, Säuseln der ewigen Liebe vom Throne des ewigen Vaters. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, 2. November. (Privatmitth.) *) Am Sonnabend den 24. Oktober feierte unser Chacham Herr Bernays sein 25jähriges Amtsjubilaum. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, wie außerordentlich viel Freunde und Verehrer dieser Geistliche hat. Freilich macht man ihm dm Vorwurf, daß er eigentlich nichts bewirkt hat, und sein bester Freund muß eingestehen, daß er auch von seinem Standpunkte aus Manches hatte schaffen und verbessern können. Wie sehr aber die stabile Partei eben diesen Stillstand *) Von einem andern Korresp. Redakt.