Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 43 (19.10.1846)
- Date
- 1846-10-19
- Page
- Seite 632 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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632 hast zu besprechen. Die Zahl der Mitglieder ist 15 und Jeder vertritt das ihm nahe liegende Gebiet. Das Mitglied Herr Di'. Gitschin, indem wir dessen Eifer für Beförderung des Menschenwohls, der ihn immer belebt und von dem sein guter Wille und ganzes Streben so edel durchdrungen ist, unsre ganze Achtung und Anerkennung zollen, die er nach vielfältigen Beweisen vollkommen verdient, ist auch als derjenige in der beregten Gesellschaft zu bezeichnen, welcher zu der Bildung des oben erwähnten Vereins die erste Anregung gegeben und in Folge dessen sich ein Komite gebildet hat. Die erste Versammlung wurde bei Anwesenheit von 68 Individuen eröffnet. Der rühmlichst bekannte Gelehrte und Gemeindevorsteher M. I. Landau, der allen gemeinnützigen und wohlthätigen Anstalten mit Rath und That kräftig beisteht, und als derjenige welcher am Geeignetsten ist zwischen den Stabilen und Liberalen versöhnend zu vermitteln, eröffnete dieselbe mit einer kurzen aber besonnenen Einleitung, die tm Herzen der Zuhörer tiefen Eindruck machte, worauf die Verlesung der Statuten folgte; sodann wurde zur Wahl einer Direktion geschritten und durch Stimmenmehrheit sind nachfolgenden achtbaren Herren ernannnt worden: Herr von Portheim, Direktor. Nell. Or. L. Gitschin, einstimmig zum Sekretär gewählt. Herr Ludwig Pollack, Kassier. HH. M. I. Schwab, Simon Brandeis, David Bondi, Gottlieb Wehli, Beisitzer. HH. Adam Pollack, mell. Dr. L.Tedesco, mell. Dr. G. Fischel, mell. Dr. Bernhard Frankel, Inspektoren. Juris Dr. F. Wiener, Aktuar. Auch für Bausteine, ich meine die materiellen Mittel, ist bereits Sorge getragen. Herr v. Portheim steuerte 280 Fl. K. M. bei, Mehrere, worunter ein ungenannter edler Menschenfreund zu 100 Fl., Biele zu 50 und zu 25 Fl. Das im Ausruf Unterzeichnete Komite, sowie die übrigen Herren, die sich cifrigst bemüht hatten, diese Anstalt in's Leben zu rufen, finden sich gewiß schon durch den Erfolg belohnt, können aber den Dank eines jeden Menschenfreundes sich versichert halten. Möge diesem projektirten Verein, der unsrer Stadt überhaupt und den Israeliten insbesondere zur Ehre gereichen würde und dessen Zwecke und Bestrebungen auf Hebung der unteren Volksklassen gerichtet sind, nie die Unterstützung unserer Mitbürger fehlen, damit er immer die Mittel finde, welche er zur Aufrechthaltung, Fortbildung und Ausdehnung seiner segensreichen Schöpfung so dringend bedarf. Möge aber auch sein Beispiel zu recht vielen ähnlichen Schöpfungen aufmuntern! Deutschland. Aus Baden, 24. September. (Fr. I.) Die Generalversammlung des Vereins für die Verbesserung jüdischer Zustände zuMannheim hat am 22. September einstimmig den Beschluß gefaßt, den Erklärungen der in Breslau abgehaltenen dritten Versammlung deutscher Rabbiner über die Abstellung der zweiten Feiertage und zeitwidrigen Trauergebräuche beizutreten und dahin zu streben, diesen in der Theorie ausgesprochenen Reformen in der dortigen Gemeinde wie auch in den übrigen Gemeinden des Großherzogthums praktische Geltung zu verschaffen. (Diese Beschlußnahme ist sicherlich ein gutes Omen für die zu Mannheim stattsindende vierte Rabbinerversammlung, die mit Gott die Prophezeiungen der Gegner zum vierten Male zu Schanden machen wird. Redaktion.) Auszug e. Die hcldenmüthige Jüdin, oder: Das Märtyrthum der jungen Hachnel. Eine wahre Begebenheit. Frei nach dem Spanischen von <l’I£ffai« (Schluß.) Die Ehachamim halten die Worte Sol's aufmerksam angehört, und versuchten nun durch Ueberredung und philosophische Formeln ihren Entschluß wankend zu machen; da sie sie aber unerschütterlich und unwandelbar fanden, so sagte Einer von ihnen endlich: „Unser Gesetz besiehlt uns, nächst Gott den Fürsten zu verehren; der Fürst verlangt, daß Du Türkin werdest, und sein Wille ist geheiligt auf Erden, wir können weder noch