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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-10-05 · Heft 41 (5.10.1846) · p. Seite 597

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 41 (5.10.1846)
Date
1846-10-05
Page
Seite 597 (sequence 5)
Language
German
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597 „Auf Ihre Vorstellung vom 12. c. erwiedere ich, daß der Gegenstand derselben bei dem gegenwärtig vorbereiteten Erlasse eines Gesetzes über das jüdische Kultus- und Unterrichtswesen in Erwägung genommen werden wird. Koblenz, den 30. August 1846. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Eich mann." Köslin, 18. September. (Privatmitth.) In unsrer Gemeinde schreiten die im April d. I. begonnenen Veränderungen und Verbesserungen ruhig fort. Das Prinzip der Einigkeit in der Verfassung, der Duldsamkeit in der Auffassung bleiben maßgebend. Sonach ist unser hebräischer Gottesdienst durch die Thätigkeit und Besonnenheit unsrer Kultuskommission, nach den durch die Rabbinerversammlung begutachteten Grundsätzen, geordnet worden; es ist die Durchführung derartiger Veränderungen keine geringe Aufgabe und verdient deshalb um so größere Anerkennung. Besonders verdient bei der Umformung des hebräischen Gottesdienstes macht sich der Mitvorsteher Löwe. Nicht bloß dadurch, daß er selbst, da uns zur Zeit ein Kantor fehlt, mit persönlicher Aufopferung einen großen Theil des Vorbetens übernommen, sondern hauptsächlich dadurch, daß er, obgleich dem Prinzipe der alten Orthodoxie streng anhängend, dennoch dahin strebt, derselben eine zeitgemäße Umformung zu verschaffen. Dem deutschen Gottesdienst, der regelmäßig jeden Sonnabend Nachmittag 3 Uhr stattgefunden und noch stattfindet, wohnt stets die ganze Gemeinde, mit geringer Ausnahme, bei. Eine neuliche Trauung fand ganz deutsch, mit Ausnahme der Trauformel, diehebräisch und deutsch, statt. Wir schließen diesen Bericht mit dem innigen Wunsche, daß in allen Gemeinden ein Sinn der Einigkeit, der Liebe, der Duldung herrschen möge, wie er hier cingekehrt ist, daß es ihnen aber auch nicht an Eifer und Geschick fehle, diejenigen Umgestaltungen einzuführen, die der Zeit und dem Standpunkte der Bildung gemäß sind, auf welchem sie sich befinden. Wehrend. Neuwied, 19. September. Allhier ist bei der nach der neuen Gemeindeordnung dort vorgenommenen Wahl neuer Stadtverordneten, in welcher fünf Konfessionen vertreten waren, zum ersten Mal ein Israelit mit großer Stimmenmehrheit (45) gewählt worden, während den Israeliten selbst nur vier Stimmen zu Gebote standen. Schwerin an der Warthe, 29. September. (Privatmitth.) Nach den Wahlwirrcn in hiesiger Gemeinde ist endlich Entscheidung gekommen. Der Vorstand hatte bei der Regierung auf ein Wahlkollegium aus der Mitte der Gemeindeangetragen, ward aber abschläglich beschieden, sondern das Stimmrecht jedes einzelnen Gemeindemitgliedes in Kraft erhalten. Bei der nun unter bürgermeisterlicher Leitung stattgefundenen Wahl erhielt, als von circa drittehalbhundertWählern circa 120 erschienen, der vr. Schwabacher nahe an 90 Stimmen, und ist also als designirter Rabbiner unsrer Gemeinde zu betrachten. Einwendungen, die noch versucht werden, werden vergebens sein. Deutschland. Aus Baden, 17. September. (Privatmitth.) Die diesjährigen Verhandlungen der badischen zweiten Kammer über die Emanzipation der Juden haben bei allen rechtlich Denkenden, bei allen wahrhaften Menschenfreunden volle Anerkennung und Würdigung gefunden und bei den Israeliten in und außerhalb Badens ein inniges Frohgefühl hervorgerufen. Es ist, als wären die Uebel geschwunden, als hätten die Wolken sich gethcilt, damit das freundliche Sonnenlicht, das Licht der Aufklärung, der Humanität alle Herzen gleichmäßig erleuchte und erwärme. Das, wonach wir schon ein Vierteljahrhundert uns sehnten, was wir mit jedem Landtag zu erbitten und zu erkämpfen strebten, das ist endlich erreicht: „die zweite Kammer der badischen Landstände hat die Regierung um eine Gesetzesvorlage für die Gleichstellung der Juden mit ihren christlichen Mitbürgern gebeten." Wennnun einzelne Abgeordnete auch dieses Mal ihre judenfeindlichen Gesinnungen ausbeuteten und sich nicht entblödeten in mittelalterlichem Geiste Verdächtigungen mit Schmähungen gegen die Juden zu verbinden und ein andrer unter dem Mantel der christlichen Liebe, in vorgeblicher Fürsorge für den Fortbestand unsres Glaubens die Emanzipation für gefährlich

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