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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-09-28 · Heft 40 (28.9.1846) · p. Seite 589

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 40 (28.9.1846)
Date
1846-09-28
Page
Seite 589 (sequence 9)
Language
German
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589 sang unser verdienstvoller Kantor Wahrman unter Choralbegleitung einige bezügliche Kapitel aus den Psalmen — und somit hatte die Feierlichkeit ein Ende. Aus dankbarer Erinnerung soll nun jedes Jahr der 29. August der ungarischen Judenschaft ein Tag der Feier und der Freude sein, auf daß sie gedenken der Huld und Güte ihres Monarchen! Dr. Schulhof. Papa, 5. September. (Privatmitth.) Am 11. dieses wird die Einweihung unsrer herrlichen Synagoge stattsinden, die Einweihungsrede wird unser Oberrabbiner in ungarischer Sprache halten, und wird diese Feier von großen und hohen Edlen unsres Ortes und Komitates verherrlicht werden. Die hiesigen Parteiungen gegen den neuerwählten Oberrabbiner wurden von jenen Preßburgern angeregt und auf's Wüthendste unterstützt, welche noch gegen jedes Bestreben nach innerer und äußerer Erhöhung des ungarischen Israels Ränke schmiedeten und Schritte machten. Sie wurden auch dieses Mal zu Schanden! x.y.z. Szegedin, im September. (Eingesandt.) So eben ist unsre Gemeinde von einem Ereignisse angeregt, welches in der Geschichte ihrer sernern Entwicklung vermuthlich einen eben so bedauernswerthen als bedeutenden Wendepunkt bilden wird. Unser ehrwürdiger Rabbiner, Herr Daniel Pillitz, hatresignirt. Die Hoffnungen, die wir an sein kräftiges und umsichtiges Wirken knüpften, die schönen Erwartungen, zu denen uns dieser vielfach begabte Mann berechtigte, sind somit dahin, und unsre Gemeinde ist in ihren wesentlichen Lebensmomenten erschüttert. Warum er resignirt hat? Sein beinahe dreijähriges Hiersein bildete in seinem Leben eine Kette ununterbrochener Leiden, die ihm der Neid und die Scheelsucht bereitet hatten. Er trug Alles mit Geduld, mit wahrhaft priesierlicher Hingebung; als er aber vor Kurzem mit einer Majorität von 95 gegen 7 Wähler neuerdings und zum wirklichen Rabbiner erwählt worden war, da stieg die Wuth seiner wenigen aber einflußreichen Gegner auf's Aeußerste; nun wurde Alles aufgeboten, um ihn zu stürzen: man sendete Abgeordnete und schrieb Briefe an die meisten angesehenen Rabbiner des In- und Auslandes; die Klatschereien einiger niederträchtiger Proletarier, die sich durch das strenge Auftreten des Herrn Pillitz in ihrem lichtlosen Treiben gehindert sahen, wurden zu „Zeugenaussagen" gestempelt, und als Zirkuläre in Umlauf gebracht, u. s. w. Aber dies Alles konnte Herr Pillitz ruhig verachten und dazu schweigen. Er pctitionirte bei der hochlöbl. Statthalterei bloß um Zusammensetzung eines Schiedsgerichts von drei Rabbinern, um diese und ähnliche Erbärmlichkeiten in ihrer ganzen Blöße darzustellen. Wider Erwarten blieb aber der Bescheid von dieser Instanz länger als gewöhnlich aus; inzwischen griff die Verwirrung in der Gemeinde um sich, Verrath und Denunziation kamen an die Tagesordnung, die ehrenhaftesten Männer wurden in Prozesse verwickelt, und Herr Pillitz, gewohnt, seine persönlichen Rücksichten denen des Gemeinwohls zu opfern, resignirte. Dieses ist das wahre Verhältniß der Sache. Wir mußten diese Schilderung vorausschicken, weil man es leider verstanden hat, die Sache in einem ganz andern Lichte darzustellen. Es ist herzzerreißend zu hören, welche Fabeln man sich in der Ferne über die angebliche Unfrömmigkeit und von dem anstößigen Betragen des Herrn Pillitz erzählt. Man hat in ganz Ungarn Gerüchte über ihn ausgesprengt, von denen wir, die wir doch an der Quelle der Ereignisse stehen, nie auch nur den Schatten einer Ahnung wahrgenommen haben. Was ist leichter als eine junge Blüthe zu zerdrücken; was ist leichter als einen jungen, strebsamen Theologen in einer mißtrauischen Zeit, wie die unsre, in ein schiefes Licht zu stellen? npvn 172115 y2i ia\'oi nt» ■'ma?. Moses ist dem -ran einer engherzigen Generation nicht entgangen, um wie viel weniger wird es ein „Prediger" des neunzehnten Jahrhunderts, wo es sich um seine religiöse Gesinnung handelt! Wir aber kennen Herrn Pillitz genau; er ist nach dem Zeugnisse ausgezeichneter Rabbiner unsrer Bekanntschaft ein tüchtiger Talmudist, und nach unsrer eignen dreijährigen Erfahrung ein seltner Prediger und 112m. Wir erklären hiermit feierlich, daß Herr Pillitz in seinem geselligen Betragen sowol, als als auch in allen seinen amtlichen Funktionen sich immer als musterhaft erwiesen hat. Wir haben nie etwas Anstößiges von ihm gesehen, vielmehr ist er uns und unseren Kindern stets mit dem Beispiele eines wahrhaft frommen und gediegenen Charakters vorangegangen. — Möchte es uns, da es uns leider nicht gelungen ist, 40*

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