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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-09-21 · Heft 39 (21.9.1846) · p. Seite 572

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 39 (21.9.1846)
Date
1846-09-21
Page
Seite 572 (sequence 8)
Language
German
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572 Dankadresse derselben Männer nach der (im Siwan d. I.) gehaltenen wunderbaren Predigt (rtbn rwtbsitt) nebst Bitte, sie dem Druck zu übergeben. Da wir einmal des Vr. Löwe erwähnen, so möge dieser Stimme der wilna'schen Juden auch die eines christlichen deutschen Magnaten, des Fürsten Pückler- Muskau, beigefügt werden, der sich in seinem letzten Werke „die Rückkehr", erster Theil, pag. 220 folgendermaßen über ihn ausdrückt: „Während dieses unwillkürlichen Arrestes sah ich sogleich mehrere Freunde Mittag und Abend bei mir, wovon die Meisten schon hier und da von mir erwähnt worden sind, zu denen sich aber zu meiner großen Freude auch der schwedische Hauptmann von Theben, Herr von Kronstadt, und Herr Dr. Löwe aus Preußen gesellten. Der Letztere ist ein höchst merkwürdiger Mann, ein wahres Sprachgenie, und es belustigte uns, die vielen Hieroglyphen, die Herr von Kronstadt von Theben mitgebracht und mit nassem Papier auf das Deutlichste abgenommen hatte, so geläufig wie Zeitungsartikel von unserm Landsmann ablesen zu hören. Es schien uns das zuerst Charlatanerie, und ich beschloß, Herrn vr. Löwe auf eine sichere Probe zu stellen. Ich besaß eine ganz mit Hieroglyphen bedeckte Broncesigur, die ihre kleine moderne Geschichte hat. Bei Champollions Ankunft in Aegypten nämlich ward ihm diese Figur von dem damaligen Besitzer zur Dechiffrirung der darauf befindlichen Inschriften gegeben, und er explizirte sie sehr bereitwillig. Kurz nachher kam die Antike in andere Hände und nach Kahira. Als nun Champollion nach langem Aufenthalt in Oberagypten und Nubien wieder nach Kahira zurückkehrte, legte ihm der neue Besitzer die von Champollion längst vergessene Isis noch einmal vor, mit der Bitte um eine schriftliche Erklärung ihrer Hieroglyphen. Der stets gefällige Gelehrte gewährte die Bitte, und — der Text lautete diesmal ganz verschieden vom ersten, eine Sache über die man lachte, aber mit Unrecht; denn Champollion kam als Lehrling nach Aegypten und kehrte als Meister daraus zurück. Da nun Herr vr. Löwe unmöglich etwas von dieser Begebenheit wissen konnte, und ich mit dem Kaufe der Figur auch in den Besitz der zwei Texte Champollions gekommen war, bat ich ihn gleichfalls um eine Erklärung der auf ihr befindlichen Hieroglyphenschrift. Mein Erstaunen war aber nicht gering — da ich fast mit Gewißheit auf eine dritte Version gerechnet hatte — fast Wort für Wort die zweite Uebersetzung Champollions zu hören, und das ohne alles Besinnen in wenigen Minuten. Hiernach bekam ich einen großen Respekt für Herrn vr. Löwe und volles Vertrauen in die Kenntnisse unsres liebenswürdigen Landsmannes. Seine langen Studien der semitischen Sprachen, von denen, nach ihm, die alte ägyptische nur eine Dialekt ist, haben ihn besonders befähigt, auf Champollion fortbauend noch viel sichrer sich in dem ganzen Hieroglyphenlabyrinth zurecht zu finden, in dem man nun bald wie in einem bequemen Lustgarten wandeln wird. Auch ereiferte er sich sehr gegen die Zweifler, so wie auch diejenigen, welche aus mißverstandner Religiosität, dem Bibeltext zu Liebe, das weit höhere Alter ägyptischer Zivilisation leugnen wollen, und führt besonders die von ihm nachgewiesene außerordentliche Ausbildung der Sprache dafür an, die schon früher als zweitausend Jahr vor Christus stattfand, wie z. B. der von Osertasen errichtete Obelisk zu Heliopolis (den Herr vr. Löwe zuerst richtig und vollständig entziffert zu haben behauptet) auf das Klarste darthun. Diese reichste aller Sprachen hatte sogar männliche und weibliche Zahlen, und viele Jahrtausende mußten, nach Löwe, nothwendig vorausgehen, ehe ein solches Sprachgebäude sich bilden und in dieser Art entwickeln konnte. Die Menge von tobten und lebenden Sprachen, die dem Herrn vr. Löwe geläufig sind, grenzt fast an's Wunderbare, doch gesteht er selbst, daß sein auf deutschen Universitäten erlerntes Arabisch im Anfang hier den Arabern eben so unverständlich war als ihre Worte ihm. In solcher Gesellschaft verging mir denn die Krankheitsperiode so angenehm wie möglich." Dresden, 8. September. (Privatmitth.) Die Theologenversammlung des Herrn vr.Franket ist auf den künftigen Sommer vertagt worden. Frankfurt am Main, 7. September. (Privatmitth.) Als bestimmte Thatsache kann ich Ihnen mittheilen, daß die erste Protestation von hier gegen die dritte Rabb.Vers, kaum 20, die zweite keine 10 Unterschriften erhalten hat. Es können daher die Akten über diese Angelegenheit geschlossen werden, und sind Sie nur ersucht, noch die beifolgende Erklärung Stein's gegen die zweite Protestation zu

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