Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 38 (14.9.1846)
- Date
- 1846-09-14
- Page
- Seite 562 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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562 unbedeutenden Tribut zur Erschwingung der abzutragenden alten Toleranz-Schuld nvthigen 1,200,000 Fl. K. M. darbringt. Erwägt man aber, daß von Seiten der hohen Regierung die Tilgung dieser Toleranz-Schuld bis auf 11 Jahre hinaus beantragt ist, während die zusammengetretenen Deputaten sämmtlicher Gemeinden — und wie es verlautet auf Anrathen eines einzigen derselben, ungeachtet mehrere und vorzüglich die der slavischen Gegenden widerstrebten — noch vor Ablauf von fünf Jahren sie abzutragen sich verpflichteten, — so ist der Verlust zu bedeutend, und der aus Händen gelassene Vortheil zu wichtig, um nicht gerügt zu werden. Hätte die Deputation den Forderungen der Negierung gemäß in kleineren Raten die Summe bis nach 11 Jahren zu zahlen sich verpflichtet, jedoch das noch vor Ablauf von fünf Jahren eingegangene ganze Kapital wenn auch nur gegen 3 Prozent Interessen verzinset, wie leicht hätten sie nicht bis nach Ablauf der 11 Jahre 40,000 bis 50,000 Fl. K. M. der ausgelaufenen Zinsen erspart, und mit Hülfe dieser bedeutenden Summe dem dringendsten Bedürfnisse der Israeliten Ungarns — der Errichtung eines OUegitim rabbiuicum — abhelfen können. Ich sage „dem dringendsten Bedürfnisse", denn wahrlich, der Zustand des Rabbinerwesens, und der jetzigen Nabbinatskandidaten in Ungarn ist der kläglichste, den sich der denkende Israelit nur vorzustellen vermag. Nirgends sind die wissenschaftlichen Forderungen an Rabbinatskompetenten herabgespannter als hier; aber auch nirgends stößt man so häufig auf Rabbinen, die die Aufgaben eines Rabbiners so wenig zu lösen verstehen, als eben hier. Anzeiger. Irr demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Vs Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuche. Unterzeichneter sucht einen Hauslehrer, der Ln allen Gymnasial-Gegenständen, wie auch im Französischen und Hebräischen gründlichen Unterricht erlheilen kann. Nebst freier Station wird ein jährlicher Gehalt von 100—150 Thlr. Preuß. Krt. zugesichert. Bewerber wollen in frankirten Briefen unter Beilegung glaubwürdiger Zeugnisse sowot über ihre Fähigkeit, als auch ihren religiösen und moralischen Lebenswandel sich wenden an I. Lowositz Sohn. Prag im September 1846. Ein unverheicatheter, musikalisch gebildeter junger Mann, der mehrere Instrumente spielt, und durch den auch bereits ein Chor mit gutem Erfolg eingeübt und geleitet worden, welcher auch seit einiger Zeit Gesangunterricht an einer allgemeinen Schule ertheilt, sucht für obengenannte Fähigkeiten einen angemessenen Wirkungskreis. Er kann die besten Zeugnisse seines moralischreligiösen Lebenswandels beibringen. Auch würde er auf Verlangen die Funktionen eines Gemeindeboten übernehmen. Reflektirende wollen sich gefälligst an eine wohtlöbliche Redaktion dieser Zeitung um nähere Auskunft wenden. *) Aufforderung. Die Judengemeinde zu Barby sucht zu Michaelis e. einen Religionslehrer, Kantor und Schächter. Der Gehalt ist jährlich 60 Rthlr. nebst freier Station. Hierauf Reflektirende haben sich in frankirten Briefen beim Unterzeichneten zu melden. Barby, den 3. September 1846. Der Vorsteher Elie Saalheim. Vakanz. CSf* In hiesiger Gemeinde wird die Stelle eines Etementarlehrers, der zugleich Kantor und Schächter sein muß, zu Michalis vakant. Das Honorar betragt 50 Thlr. nebst freier Kost, Wohnung und Heizung und bei Befähigung Nebenverdienste durch Privatunterricht. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Meldungen und Zeugnisse sobald als möglich portofrei einsenden an den Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Wulffen im Herzogthum Köthen. Erledig« ng. Die Religions-Lehcerstelle zu Gröbzig ist besetzt. Der Gemeindevorstand. -Obrigkeitliche Bekanntmachung. Der auf den 11. und 12. Oktober fallende Vieh- *) Der junge Mann ist uns von Autoritäten empfohlen worden. Red a kt.