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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-09-14 · Heft 38 (14.9.1846) · p. Seite 561

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 38 (14.9.1846)
Date
1846-09-14
Page
Seite 561 (sequence 13)
Language
German
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561 noch nicht gedacht, vielwenkger also die Wahl — noch dazu in der Person des Herrn Haase — schon getroffen worden ist. Wir werden Ihnen stets zuverlässige Nachrichten über diese Angelegenheit zukommen lassen. Aus Württemberg, 18. August. (Privatmitth.) Es dürste dem guten Rufe Ihres Blattes angemessen sein, mehrere Ihrer Korrespondenzartikel, welche grelle Unwahrheiten enthalten, um so mehr berichtigt zu erhalten, als für solche, hauptsächlich aber für Christen, die mit den württembergischen Zuständen bekannt find, es nur zu lächerlich ist, mit anzusehen, wie man sich in dem eiteln Bestreben überbietet, an und für sich ganz unbedeutende Fakta entweder durch fürJsracliten schmeichelnde Uebertreibungen zu entstellen oder gar durch Mittheilung von Unwahrheiten den Ruhm Israels zu erheben zu suchen. Nicht selten gehen solche Korrespondenzartikel in andere Blätter über, und wenn auch nur des Spaßes halber, wie z. B. unser „Beobachter" die auch in Ihrem Blatte (No. 3) gegebene Notiz mittheilte, daß in Württemberg zwei Israeliten zu Referendären ernannt worden seien. Da hier von einer Ernennung (vermuthlich durch den König) die Rede ist, so denkt man sich unter „Referenbär" wenigstens im Auslande irgend einen Staatsbeamten; allein bei uns werden keine Referendäre ernannt, sondern jeder Student, der seine Universitätsstudien vollendet und die alsdann zu machende Prüfung bestanden hat, ist Referendar, d. h. mit bekannten Worten Praktikant. Mit dem „Reserendär" ist dem Israeliten weiter keine Einräumung gemacht, als daß er zur Prüfung zugelassen wird, aber, wenn er sie bestanden hat, wird er gleichwol nicht angestellt. — Ist nun jene Notiz nicht vielmehr eine beißende Satyre!? In No. 32 Ihres Blattes ist von einem israelitischen Bürgermeister und Gemeinderakh in Pflaumloch (ein Dörfchen mit circa 4—500 Einwohnern) die Rede. Eine doppelte Unwahrheit! Denn für's Erste giebt es bei uns gar keine Bürgermeister. Unter diesem Titel versteht man in der Regel den Vorstand einer Gemeinde, der aber bei uns Schultheiß genannt wird. Allein auch zu einem solchen ist die in Rede stehende Person nicht gewählt worden, sondern zum Gemeindepfleger, dem lediglich nur die Verwaltung der Gemeindekaffe obliegt. Ferner ist dort kein Israelit zum Gemeinderath gewählt worden, sondern nur zum Bürgerausschuffe. In gleicher Nummer wird auf eine für Israeliten so rühmliche Weise mit hochtrabenden Worten erwähnt, daß bei den öffentlichen Verhandlung an den königl. württembergischen Gerichtshöfen noch kein Israelit in Untersuchung stand. Leider kann dies der aufmerksame Leser des schwäbischen Merkurs nicht bestätigen, denn einem solchen ist es unmöglich entgangen, daß ein gewisser Katz von Sch. in einer öffentlichen Verhandlung des Gerichtshofes verurtheilt wurde. Möchten diese wenigen Berichtigungen dazu beitragen, die Korrespondenten zu größerer Vorsicht und Gewissenhaftigkeit zu mahnen, denn durch falsche oder übertriebene Mittheilungen wird auch dem Wahren kein Glaube mehr geschenkt, welche Erfahrung allein die Veranlassung gegenwärtiger Berichtigung ist. *) Oesterreich. Altofen, 22. August. (Privatmitth.) Mit dem 29. August ersteht eine neue Epoche für die öffentliche Stellung der Juden in Ungarn; die israelitischen Gemeinden haben sich nämlich zur Aufgabe gemacht, in allen Synagogen und in allen Orten ihres Aufenthalts an diesem Tage ein allgemeines Dankfest.für die nunmehr erlangte Toleranzbefreiung in angemessenen Dankreden und Gebeten zu feiern. Eine Aufgabe, die von aller Welt als lobenswerth anerkannt zu werden verdient; denn sie beweist nicht nur die Würdigung der edeln Großmuth ihres gütigen Monarchen, sondern zeigt auch, wie leicht jede Bürde und wie süß ihnen jedes Opfer wird, wenn es sich um die Wohlfahrt und das Glück ihrer Nachkommen handelt. — Erhebend für die Israeliten Ungarns und wohlthuend für das Ohr ihrer ausländischen Glaubensgenossen ist es, zu vernehmen, mit welcher überraschenden Zuvorkommenheit und patriotischer Aufopferung ein jeder ungarische Israelit seinen nicht *) Es existirt kein Zeitungsblatt, welches nicht öfter Unrichtigkeiten, oder Halbwahres brächte; denn weder kann die ferne Redaktion das Richtige stets herausfinden, noch sind die Korrespondenten selbst von Jrrthümern sich frei zu halten im Stande. Wir können als bekannt vorauSsetzcn, daß wir Berichtigungen stets unparteiisch aufnehmen. Redakt.

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