Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 38 (14.9.1846)
- Date
- 1846-09-14
- Page
- Seite 563 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225482--08021-3238814- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
S63 und Pferdemarkt zu Scharm deck ist auf den 7. und 8. desselben Monats verlegt worden. Osterholz, den 14. April 1846. Königlich hamröverfches Amt. O. W. Goeben. Fischer. Zur gefälligen Beachtung. Lelirand Erziehungs-Anstalt für israelitische Knaben (Handels-Institut) von Louis Simnn in Hamburg. Pensionäre können zu jeder Zeit eintreten. Pension für Knaben. Unterzeichneter ist bereit, Knaben israelitischen Glaubens in Pension zu nehmen. Dieselben empfangen, außer Beköstigung und Wäsche, einen geregelten Unterricht in der Religion, dem Hebräischen und den gewöhnlichen Schulwiffenschasten. Reifere Schüler erhalten auch in höheren Kenntnissen, in fremden Sprachen und in Musik Unterricht. — Jährliches Honorar 60 Thlr. — Der strengsten Beaufsichtigung meiner Zöglinge dürfen die Ettern, welche mir ihr Zutrauen schenken wollen, versichert sein, indem ich es mir sehr angelegen sein lasse, allen Erwartungen zu entsprechen. — Näheres zu erfahren bei S. Backhaus, Lehrer zu Pyritz in Pommern. Eine Dame in Frankfurt a. O. wünscht einige schulfähige Mädchen in Pension zu nehmen. Eltern, welche darauf reflektiren, können sich im voraus der sorgfältigsten körperlichen wie geistigen Ausbildung überzeugt halten. Nähere Auskunft ertheilt hierüber auf portofreie Anfragen Herr Dr. Hotdheim in Mecklenburg-Schwerin, und Herr A. T. Marcus in Frankfurt a. O. *) Scharmbeck, Amt Osterholz. Den 1. August ‘ptr; naiö hatten wir hiesiger Gemeinde das Vergnügen, unfern Herrn Land-Rabbiner Dr. Heilbut auf seiner erstmaligen Inspektionsreise in unsrer Mitte zu sehen. Mit Recht sage ich, das Vergnügen, denn seine hier und in mehreren Gemeinden von ihm gehaltenen Vortrage, sein so herzliches Bestreben nach Synagogen-, Schul- und Armenwesenordnung, sein unermüdliches Bemühen, Feinde in Freunde zu verwandeln, seine Wohlthatigkeitsbezeugung gegen jeden Hülfsbedürftigen, und mit welcher Sanftmuth, Milde und *) Auch wir können die geehrte Dame zu obigem Zwecke dringenempfehlen. Der Redakteur -. Z. Ruhe er so manchen Schart auszuwetzen sucht: hat tiefen Einfluß auf uns und, wie ich fest glaube, im ganzen Landdrosteibezirke bewirkt. Mit Gewißheit glauben wir nunmehr sagen zu können, daß wir, Dank dem Himmel! in ihm einen bisher uns gemangelten Hirten gefunden, wie wir ihn schon lange gesucht und gewünscht haben. Möge er stets mit seinen edeln Grundsätzen, ohne sich verleiten zu lasten, fortfahren und ihm doch der Segen des gnadenvollen Schöpfers nie fern sein! Studirende Israeliten, welche im nächsten Schuljahr die Lehranstalten WienS besuchen, finden bei einer gebildeten Familie unter sorgfältiger Pflege, aufmerksamer Behandlung und billigen Bedingnisten Aufnahme. Nähere Auskunft auf schriftliche Anfragen unter der Adresse H. L. in Wien, Stadt Nr. 478 im 3ten Stock, wird bereitwilligst ertheilt. Ich komme, mit schlichten, aus dem tiefsten Schachte der Empfindungen geschöpften Worten einen schlichten aber ruhmreichen Charakter zu schildern; mögen meine Worte Nachhall finden in den Saiten biederer, rechtlicher Leute, die den Werth eines umfassenden Menschenfreundes zu schätzen und zu würdigen wissen. Herr Wolf Schwarz, geboren 1783 in Samos, entstammend einer Familie, die allgemeine Verehrung und Achtung genoß, vereinte alle Tugenden, die auf Hochachtung und staunende Verehrung berechtigen, denn erschien von der Vorsehung berufen, als Genius unter den Leidenden zu wandeln, allen erdenklichen Uebeln Trost und Wehre zu bieten. Im Schooße des Wohlstandes heranreifend, in den einschläfernden Armen der Verweichlichung zum Jüngling sich entfaltend, widerstrebte sein edles Gemüth sich der Trägheit zu ergeben, und zum aufgedunsenen Egoisten zu werden. Er lernte seine Umgebungen kennen, mischte sich in niedere Kreise und lernte auf diese Weise die hohläugige Dürftigkeit mit ihrer stieren bleichen Farbe kennen. Es bedurfte kaum mehr, um die für Alles empfängliche Jugend-Phantasie zur Milde und zum Bekleid zu stimmen. Auf das Bemitleiden folgte die That, und so gewann die Armuth an ihm eine unversiegliche Wohlthatigkeitsquelle, einen Born immer zusprudelnden Heils. Das ganze Leben dieses gottgesegneten Menschenfreundes war eine lange Kette von Mildthatigkeit und Hülfeleisten. Seine Mildthätigkeit, gefördert durch einen sich immer steigernden Wohlstand, kannte keine Schranken, sie erstreckte sich durchaus nicht auf die nächsten Verwandten, sondern umfaßte brüderlich alles sich Darbietende, alles in ihren Wurf Kommende. Kein Hungernder ging ungesättigt von seiner Thüre, kein vom