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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-09-07 · Heft 37 (7.9.1846) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 37 (7.9.1846)
Date
1846-09-07
Page
Seite 540 (sequence 4)
Language
German
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540 vollständige „Gesetze und Vorschriften der Synagoge zu Sydney „Beth Jisrael" gegeben, und sie mit einem Holzschnitt, die neue Synagoge darstellend, im Druck erscheinen lassen. Im Jahr 1817 lebten hier nur 20 Juden, jetzt besteht eine zahlreiche, wohlorganisirte, friedliche und angesehene Gemeinde. Sie sucht jetzt das Schulwesen zu ordnen und eine Bibliothek anzulegen, (freilich nur von israelitisch-englischen Schriften, wo die Sammlung nicht sehr stark an Zahl und Inhalt sein kann,) und will sich unter Leitung des Dr. Adler stellen. Amerika. Coro. (The Occid.) Eine jüdische Gemeinde bildet sich jetzt in Coro auf dem spanischen Festlande, welche außer einer in Carracas, die erste in den ehemals spanischen Kolonien sein wird. Richmond in Birginien. (The Occid.) Die hiesige deutsche Gemeinde hat sich einen Herrn Michelbacher zum Prediger gewählt. Asien. Smyrna, im Juni. Die „Pforten des Ostens (TT-iTJa ii-'w)" haben einen guten Fortgang; es ist bereits No. 10 vom 25. Juni erschienen. Damaskus, 30. Juli. Wir haben hier einen fanatischen griechischen Patriarchen und einen fanatischen Pascha. Der Erstcre hat Unruhen verursacht, indem er die Regierung veranlaßte, mehrere Familien, welche zum Protestantismus übergetreren waren, zur griechischen Religion zurückzuzwingen. Der Pascha seinerseits hat es durchaus durchsetzen wollen, daß ein seinen Eltern entlaufener und in der Angst zum Islam verführter jüdischer Knabe, dem sein Uebertritt wieder leid geworden war, vom englischen Konsul, bei dem der Knabe Zuflucht suchte, wieder ausgelicfert werde; allein der englische Konsul setzte dem Fanatiker festen Willen entgegen und der Pascha mußte nachgeben. Italien. Rom, 10. August. Der Papst soll die Entfernung deS Ghetto in Aussicht gestellt haben; wenigstens hat das vexatorische Verfahren bereits aufgehört, und einige angesehene Israeliten haben sich außerhalb des Ghetto ungestört angesiedelt. Preußen. Breslau, 26. August. Von hier aus enthält die D. A. Z., welche die Frankfurt am Mainer Protestation nebst einer Menge feindlicher Artikel gebracht hatte, Folgendes: Seit einiger Zeit häufen sich in den öffentlichen Blättern die ungünstigen Urtheile über die Verhandlungen der dritten Versammlung deutscher Rabbiner von Frankfurt a. M. aus, und die dort von etwa zwölf Israeliten Unterzeichnete sogenannte „Verwahrung" wird mit einer sehr regen Emsigkeit verbreitet. Es liegt dieser Thätigkeit nicht'bloß eine falsche Auffassung dieser Versammlung zu Grunde, sondern es verbindet sich mit ihr offenbar die böse Absicht, das Publikum irre zu führen. Man tadelt die Rabbiner, gerade so wie man sie im vorigen Jahre des Radikalismus bezüchtigte, nicht weit genug gegangen zu sein, den Sabbat nicht verlegt und überhaupt nichts geleistet zu haben. Was würde man aber gesagt haben, wenn sie wirklich in diese Ansichten eingegangen wären? Läßt eine Konfession wirklich leichtfertig mit dem von ihr seit Jahrtausenden geheiligten Feiertage spielen, daß sie ihn, ohne sich rief verletzt zu fühlen, auf einen andern Tag, auf den von einer andern Konfession gewählten Ruhetag verlegen ließe? Es gehört wahrlich die größte Verblendung dazu, dies einer Anzahl von Rabbinern, und wäre sie noch weit bedeutender gewesen als sie wirklich war, als Aufgabe zu stellen. Während man gestern verlangt hat, die Rabbiner sollen gedankenlose Werkzeuge eines oft stumpfen sogenannten Gcmeindewillens sein, nicht wagen, Mißbräuche und Gewohnheiten zu berühren, weil sie einmal in den Gemeinden noch leben, während man in einer jeden selbstständigen Meinung derselben hierarchische Tendenzen witterte, will man mik einem Male heute, sie sollen ohne alle Rücksicht auf die heiligsten religiösen Empfindungen der überwiegenden Majorität eine religiöse Alleinherrschaft sich anmaßen, und bezüchtigt sie, seltsam genug, weil sie es nicht gethan, wiederum des hierarchischen Strebens. Das ist mehr als bloßer Jrrthum. Wir, die wir hier den würdigen

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