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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-08-31 · Heft 36 (31.8.1846) · p. Seite 530

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 36 (31.8.1846)
Date
1846-08-31
Page
Seite 530 (sequence 14)
Language
German
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530 die einzelnen Mitglieder der Versammlung waren und sind sich ihres religiösen Ernstes und Eifers für die Wiederbelebung des jüdischen Glaubens und die Veredlung der religiösen Formen innigst bewußt. — Sie fühlen sich daher vollkommen befriedigt, daß die Gesammtversammlung, besonders in diesem Jahre, bei einer der wichtigsten Fragen, diesen ihren religiösen Ernst durch den Beschluß, daß der Sabbat dem Leben nicht ganz geopfert werden dürfe und könne, ohne Scheu und Furcht an den Tag gelegt hat; sie fühlen sich innigst erfreut, daß dieser Beschluß, selbst von Vielen, denen er störend in ihre Verhältnisse tritt, Anerkennung gefunden und diese in ihrer Ueberzeugung gekräftigt, in ihrer frohen Zuversicht auf die Ewigkeit des uralten, aber doch immer jugendlich frischen israelitischen Glaubens. — Diese Adresse sowol, als auch die vielfachen anderen mit großen Kosten und vielem Aufwande den Mitgliedern der Rabbinerversammlung, auch noch nachdem die Berathungen schon beendet waren, von einer großen Menge erwiesenen Ehrenbezeugungen, so wie das Toben, Lärmen, Schreien, Verwahren und Schimpfen von Seite derjenigen, denen es nur um die bürgerliche Emanzipation zu thun ist, denen auch die heiligste, wichtigste und wohlthätigste religiöse Einrichtung, wozu gewiß die Feier des Sabbats gehört, gleichgültig geworden, die diesen dem Leben schon ganz geopfert haben und ihn allgemein auch geopfert wissen wollen, — die von dem Beibehalten irgend einer speziellen jüdischen Vorschrift für ihre bürgerliche Gleichstellung fürchten und daher diejenigen, die deren Aufrechthaltung und Verbesserung das Wort reden, als „Heuchler," „Hierarchen," und wie diese schönen Ausdrücke noch mehr beißen, verschreien, — dieses Alles, sowie vorzüglich der Beschluß hinsichtlich der Aufrechthaltung des Sabbats, im Vergleich mit den übrigen in den beiden früheren und der diesjährigen Versammlung, beweisen hinreichend, daß die Rabbinerversammlung nicht niederreißen, sondern aufbauen, nicht zerstören, sondern erhalten wolle und gerade hierdurch der Religion und dem Leben ihr volles Recht einräumen und Keines von Beiden dem Andern aufopfern. — Dessen ungeachtet oder gerade deshalb hat das Institut der Rabbinerversammlung den Vorwurf, daß es durch sein Nichtausgeben der wichtigen Institutionen der jüdischen Religion gegen das Leben blind ist und der Emanzipation hemmend in den Weg tritt, nicht zu fürchten; es kann vielmehr mit stolzem Bewußtsein ihn von sich weisen, da es ja hinreichend durch vielfache Aeußerungen und Beschlüsse, selbst in der Sabbatsrage, bewährt hat, daß es die Israeliten nur für eine religiöse, aber nicht nationale Gemeinschaft betrachtet, so daß den Israeliten keine besondere Pflicht, ja kein religiöser Wunsch oder irgend ein Gebet abhalten kann, sich zu jeder Zeit an Allem, was den Staat, das Vaterland und das allgemeine Wohl betrifft, mit vollem Herzen und allen Kräften zu betheiligcn." Von der Saale, 24. August. (Privatmitth.) Wir waren falsch berichtet, als wir in dem Artikel in voriger No. den frankfurter Reformverein für den Urheber der berüchtigten „Verwahrung" hielten und beanspruchten. Nein! vielmehr ging dieselbe von einer einzelnen Person aus; Verfasser ist ein Mann, der im vorigen Jahre für die 77 schrieb, der bei früheren Veranlassungen gegen den Reformverein machinirte. Sie wurde in ihrer Tendenz, die lediglich gegen die einzelnen, unter den jüdischen Theologen sich auszeichnenden Männer gerichtet ist — Motive sind leicht zu errathen — bald erkannt, und nur von wenigen, meist unbedeutenden Männern unterzeichnet. Der beste Beweis ist eine neue Protestation gegen die Rabb. Vers., die in Frankfurt am Main an's Tageslicht kam, und zur Unterschrift zirkulirt. Diese ist offenbar vom seligen Reformverein ausgegangen, eine Stimme aus der Unterwelt. Vor Allem aber hat sie das Verdienst, die erste Protestation beseitigt, und damit vernichtet zu haben. Die sich also so pomphaft als den Ausdruck „der deutschen Israeliten" angekündigt bat, sie hat sich in irgend eine Sackgasse in Frankfurt verlaufen, und ist da schmählich des Todes verblichen. So wollen wir denn zuvörderst ihre Tochter, die der Mutter den Weg verrannt hat, hören. Sie spricht: „Es ist allgemein anerkannt, daß die neueren Zeitverhältnisse und die fortgeschrittene Intelligenz der deutschen Israeliten eine durchgreifende Reform des religiösen Bekenntnisses unabweislich fordern, deren Nothwendigkeit nicht nur von den Gemeinden überall, sondern großentheils auch von den Rabbinen und Predigern öffentlich ausgesprochen worden ist. Diese Reform ist um so dringlicher, als die religiöse

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